
Hans-Ulrich Pfaffmann stellt die bildungspolitischen Ziele der SPD-Landtagsfrakion vor. Erhalt der wohnortnahen Schule, regionale Schulentwicklung, individuelle Förderung aller Schüler/innen, gleiche Bildungschancen, die nicht vom Geldbeutel, von der sozialen Herkunft oder vom Wohnort abhängen, Rechtsanspruches auf einen Ganztagsschulplatz.
Die demographische Entwicklung und die Übertrittsvorstellungen der Eltern für ihre Kinder machen eine nachhaltige Schulreform unverzichtbar. Die Vorstellungen des CSU-Kultusministers, Hauptschulen mit mindestens 300 Schülern zu Mittelschulen umzutaufen, werden die Selektion und somit die Bildungsungerechtigkeit in Bayern weiter verschärfen. Denn nach wie vor werden die Eltern getzwungen, sich ab der 5. Jahrgangsstufe für eine bestimmte Schulart entscheiden zu müssen. Notwendig ist ein sofortiger Stopp des Durcheinanders, das die Staatsregierung bisher angerichtet hat. Notwendig ist ein „Moratorium zugunsten einer nachhaltigen Bildungspolitik in Bayern". Diele müssen inwsbesondere sein: Der Erhalt der wohnortnahen Schule und die Einführung einer regionalen Schulentwicklung, individuelle Förderung aller Schüler/innen, gerechte Bildungschancen, die nicht vom Geldbeutel, von der sozialen Herkunft oder vom Wohnort abhängen, der Rechtsanspruches auf einen Ganztagsschulplatz, die Umsetzung des Prinzips „länger gemeinsam lernen", die Abschaffung des bisherigen Übertrittsverfahrens zugunsten des Elternwillens und die Einführung des „Mittleren Bildungsabschlusses" an jeder Schulart mit der Möglichkeit, anschließend eine dreijährige Oberstufe zu besuchen.
Zur Neuordnung der bayerischen Schullandschaft hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann, die Vorschläge der SPD-Landtagsfraktion den Plänen von CSU-Kultusminister Spaenle entgegengestellt.
Die Vorlage zur Pressekonferenz
mit Hans-Ulrich Pfaffmann hat folgenden Wortlaut:
SPD lehnt CSU-Vorschlag zur Neuordnung der Hauptschule ab: Er bedeutet das Ende der wohnortnahen Schule und löst kein einziges Problem.
Die Fakten für das Schuljahr 2009/10
Reformbedarf unübersehbar
Die demographische Entwicklung und die Übertrittsvorstellungen der Eltern für ihre Kinder machen eine nachhaltige Schulreform unverzichtbar. Dies ist allerdings nicht neu. Seit Jahren wird von vielen Seiten auf den Handlungsbedarf hingewiesen. Die Staatsregierung hat die bildungspolitische Entwicklung verschlafen und zukunftsweisende Reformvorschläge aus parteitaktischen und ideologischen Gründen verhindert. Somit ist die CSU und seit neuestem die FDP für die sich abzeichnende dramatische Lage in den Gemeinden und an den Schulstandorten voll verantwortlich.
Spaenles Chaosvorschlag löst kein einziges Strukturproblem und ist das Ende der wohnortnahen Schule
Die Umfunktionierung der Hauptschulen mit mindestens 300 Schülern zu Mittelschulen ist mittelfristig das Ende der kleineren Hauptschulstandorte. Alleine im Landkreis Dachau werden mit dem Chaosvorschlag 7 von 11 Hauptschulen mittelfristig „sterben". So wird es vielen Landkreisen in Bayern gehen. Die in der Folge des vorgestellten Plans zu erwartenden Schulschließungen werden einen Proteststurm im ländlichen Raum auslösen. Mit dem Vorschlag wird auch klar, dass es eine regionale Schulentwicklung mit konstruktiven und innovativen Schulmodellen nicht geben wird.
Spaenles Chaosvorschlag verschärft die Selektion
Spaenles Chaosvorschlag wird die Selektion und somit die Bildungsungerechtigkeit weiter verschärfen. Der Zwang, sich ab der 5. Jahrgangsstufe für eine bestimmte Schulart entscheiden zu müssen, wird durch die Hinzufügung einer Mittelschule nicht ent-, sondern verschärft. Und zwar solange, bis es die kleineren Hautschulen nicht mehr gibt. Wer den Übertritt in die Realschule oder das Gymnasium nicht schafft, wird sich an der Mittelschule anmelden. Die Kinder, die in den kleineren, wohnortnahen Hauptschulen bleiben, haben keine Perspektive. Eine nicht ganz ernstgemeinte Frage: braucht man für die tolle, neue Mittelschule eigentlich ein Übertrittszeugnis? Und wenn nicht, warum braucht man denn eines für die Realschulen, deren Bildungsgang sie ja ähnlich sein sollen.
Spaenles Chaosvorschlag entwertet die Schulabschlüsse
Neben dem Quali-Abschluss und dem M-Abschluss soll nun ein weiterer Abschluss, der „Super-M-Abschluss" eingeführt werden. Was aber sind dann die bisherigen Hauptschulabschlüsse noch wert? Die Anforderungen für eine Berufsausbildung werden sich weiterhin auf „Mittlere Reife" und den „Super-M-Abschluss" konzentrieren. Damit werden die Schüler/innen der kleineren Hauptschulen noch weniger Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben.
Spaenles Durcheinander verunsichert nachhaltig.
Jede Woche eine neue „Schulreform" zu verkünden, ist nicht nur ein Eingeständnis der vielen Defizite, sondern verunsichert Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen, aber auch die Gemeinden und Kreise zutiefst. Reform des Übertrittsverfahrens, Gelenkklassen, Kooperationsschulen, Dialogforen und jetzt auch noch die Mittelschule und der Super-M-Abschluss sind ein Ausdruck von Hilflosigkeit und ungeplantem Chaos. Die verheerenden Folgen:
Die Alternative:
Notwendig ist ein sofortiger Stopp des Durcheinanders, das die Staatsregierung bisher angerichtet hat. Notwendig ist ein „Moratorium zugunsten einer nachhaltigen Bildungspolitik in Bayern". Das Ziel muss sein: