Positionen

22.10.2013

Betreuung der Studierenden: Studentenwerke stärken

Von Isabell Zacharias, MdL, hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Die Studentenwerke sind für die soziale Betreuung der Studierenden zuständig. Zu ihren gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen gehören die Betreuung von Mensen, Cafeterien und Wohnheimen, die Beratung in wirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen und gesundheitlichen Belangen sowie die Integration und Betreuung internationaler Studierender. Sie sollen dafür Sorge tragen, dass Studierende zu niedrigen Essens- und Wohnpreise eine ausgewogene Ernährung genießen und sozialen Anschluss finden können.

In Bayern gibt es sechs Studentenwerke, die insgesamt 272.836 Studierende betreuen. Finanziert werden die Studentenwerke in Bayern durch Eigenmittel, die sie aus dem Betrieb der Wohnheime erwirtschaften, dem Grundbeitrag der Studierenden, sowie durch das Staatsministerium. In Bayern tragen die Studierenden mit ihren finanziellen Leistungen mehr zum Erhalt des Studentenwerkes bei als die Staatsregierung, deren Finanzzuschuss seit Jahren sinkt und derzeit unter 10 Prozent liegt.

Die Studentenwerke leiden deshalb in ganz Bayern unter einer enormen Unterfinanzierung. Und die die Herausforderungen werden immer größer. Allein für das Jahr 2011 erwartet das Centrum für Hochschulforschung 73 000 Neueinschreibungen. Das sind weit mehr als das Wissenschaftsministerium in seinen Hochschulplanungen kalkuliert hat. Geplant sind lediglich 38 000 neue Studienplätze. Doch auch für diese Studierendenzahl ist noch kein Angebot an Studentenwohnheimen, Mensen oder zusätzliche Betreuungsplätze in Kindertagesstätten in Sicht. Eine soziale Infrastruktur ist aber maßgeblich für ein erfolgreiches Studium sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Hochschulen. Hinzu kommen die Belastungen durch die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge. Ihr strikter Zeitplan macht einen Zuverdienst für die Studierenden neben dem Studium oft nicht mehr möglich.

Kostengünstige Wohnungen und Mensen sind unter diesem Aspekt umso wichtiger und helfen insbesondere Studierenden aus finanziell benachteiligten Haushalten. Auch stellen die neuen Studiengänge aufgrund der hohen Stoff- und Prüfungsdichte eine größere Belastung für Studierende dar. Der Bedarf nach psychischer Beratung ist seit ihrer Einführung gestiegen, die Mittel für die Studentenwerke aber weiter gesunken. Stattdessen werden die Defizite auf den Rücken der Studierenden durch Studienbeiträge ausgeglichen.

Die SPD-Landtagsfraktion setzt sich für eine deutliche Anhebung der Mittel für die Studentenwerke in Bayern ein, damit ein Studium nicht weiterhin vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Isabell Zacharias

Hochschul- und kulturpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

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