Positionen

03.03.2016

Mehr Frauen an die Spitze

von Dr. Simone Strohmayr, frauenpolitische Sprecherin

Frauen machen in Bayern häufiger Abitur, bei den Abschlüssen haben sie die besseren Noten. Doch auf dem Weg nach oben bleiben sie nach wie vor auf der Strecke.

Laut Bayerischem Sozialministerium lag der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene bei 25 Prozent. Zum Vergleich: 57 Prozent aller Frauen gehen einfachen Tätigkeiten nach, häufig mit befristeten Verträgen und zu 81 Prozent in Teilzeit. Ein weiteres Beispiel: Die Grundschulen sind fest in weiblicher Hand. Mehr als 80 Prozent der Lehrer sind Frauen. Doch mehr als 60 Prozent der Direktoren sind männlich.

Dabei müsste gerade der Öffentliche Dienst eine Vorbildfunktion einnehmen. Das tut er aber nicht. Weniger als zehn Prozent der Bürgermeister sind weiblich. Laut einer SPD-Anfrage liegt der Anteil der Frauen in der höchsten Besoldungsgruppe (A 16/EntGr E 15 Ü) in Behörden, Ministerien und Unternehmen, an denen der Freistaat Anteile hat, derzeit nur bei 19,2 Prozent.

Bei den Vorständen und Geschäftsführern dieser Besoldungsgruppe machen Frauen gerade einmal 17,9 Prozent aus, in den Aufsichtsgremien 18,4 Prozent. Zwar entwickeln sich die Zahlen nach oben, aber viel zu langsam. Ein Blick nach Europa zeigt: Andere Länder sind schon viel weiter. Beispielsweise Schweden. Dort ist die Hälfte der Parlamentarier weiblich. Da gibt es aber auch ein anderes gesellschaftliches Bewusstsein. Man wird nicht komisch angeschaut, wenn man um 17 Uhr zu seiner Familie nach Hause geht.

Daher habe ich als frauenpolitische Sprecherin Ende des vergangenen Jahres einen Entwurf zur Novellierung eingebracht. Unser Bayerisches Gleichstellungsgesetz ist 20 Jahre alt und muss modernisiert werden. Laut unserem Entwurf soll eine Quote von 50 Prozent in allen Laufbahnen, Berufsfachrichtungen und Funktionsstellen für Frauen eingeführt werden. Zudem stärkt der Gesetzesentwurf die Rechte und Ressourcen der Gleichstellungsbeauftragten und definiert Möglichkeiten zur Sanktionierung, falls Gleichstellungskonzepte nicht umgesetzt werden. Dafür ist es allerhöchste Zeit.

Dr. Simone Strohmayr

Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion

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