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22.08.2014

Schwere Defizite beim Förderunterricht für Kinder ohne Deutschkenntnisse

SPD-Bildungsexpertin Wild fordert: „Deutsch als Zweitsprache“ zum Pflichtfach in Lehrerausbildung machen

Die bayerischen Schulen bekommen nicht genug Unterstützung beim Unterricht für Kinder, die kein Deutsch können. Die Zahl der Schüler, die in sogenannten Übergangsklassen binnen zwei Jahren die Sprache erlernen sollen, hat sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdreifacht, wie eine Anfrage der SPD-Bildungspolitikerin Margit Wild an das Kultusministerium ergab. Sie stieg von 1200 im Jahr 2008 auf derzeit 3634. Die Zahl der Lehrer für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ wuchs hingegen bis 2013 um nicht einmal ein Drittel.

Wild fordert deshalb, „Deutsch als Zweitsprache“ zum Pflichtfach in der Lehrerausbildung zu machen: „Wir brauchen hier mehr qualifizierte Lehrer, um Migrantenkinder nicht schon beim Einstieg ins deutsche Schulsystem hoffnungslos abzuhängen. Derzeit liegt die Klassenstärke in den Übergangsklassen bei 15 Schülern. Ein intensiver, auf die individuellen Bedürfnisse der zum Teil traumatisierten Kinder aus allen Ecken der Welt abgestimmter Unterricht ist da nicht zu machen. Doch ohne entsprechende Vorbereitung werden sie später im Regelunterricht nicht mithalten können.“

Erschwerend kommt hinzu, dass es für diese Übergangsklassen kaum Bücher und sonstige Lernmittel gibt. Das Kultusministerium begründet dies damit, dass es sich für die Schulbuchverlage wirtschaftlich kaum lohne, entsprechende Angebote zu produzieren. Die Regensburger SPD-Abgeordnete Wild sieht darin „eine Kapitulation der Schulbehörden auf ganzer Linie“.

Antworten auf die Anfrage zur Integration an bayerischen Schulen (PDF, 88 kB)

Margit Wild

Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion

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