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09.09.2015

Integration von Flüchtlingskindern braucht mehr Lehrkräfte

Bildungsausschussvorsitzender Güll fordert mehr Geld dafür im Nachtragshaushalt

Um die Herausforderungen für die bayerischen Schulen durch die zunehmende Zahl von Flüchtlingskindern zu bewältigen, sind nach Ansicht des Bildungsausschussvorsitzenden des Landtags, Martin Güll, vor allem mehr Lehrer notwendig. „Wir müssen dafür sorgen, dass diese Kinder möglichst schnell Deutsch lernen und in den Unterricht integriert werden. Das ist einer der Kernpunkte der gesamten Integration der Zuwandererfamilien“, betont der SPD-Bildungsexperte.

Leider stelle sich die Staatsregierung noch nicht ausreichend auf die neue Situation ein. „Wir müssen jetzt zunächst einmal 200 bis 300 fertig ausgebildete hoch qualifizierte Lehrkräfte, die ohne Job sind, einstellen und sie zur Betreuung von oft traumatisierten Flüchtlingskindern weiterbilden. Am ersten Schultag nächste Woche ist wahrscheinlich genug Personal vorhanden, aber die Zahl der Flüchtlinge wächst ja weiter. Dafür muss das Kultusministerium jetzt mit einer Task Force Vorsorge betreiben.“

Martin Güll bei PK
Download: Foto in hoher Auflösung (Bildungsausschussvorsitzender Martin Güll - Abdruck bei Quellennennung kostenfrei)

Güll wirbt zudem dafür, die Flüchtlingskinder bayernweit einzeln durch Fachleute einstufen und beurteilen zu lassen. „Manche benötigen besondere Hilfe, um die Kriegserlebnisse bewältigen zu können, andere können sofort in den normalen Unterricht eingebunden werden. Manche waren in ihrer Heimat auf dem Gymnasium und sollten auch dementsprechend hier nicht einfach in die Mittelschule oder die Berufsschule gesteckt werden. Es dürfen nicht wie bislang alle über einen Kamm geschoren werden. Wir müssen die individuellen Potenziale erkennen und nutzen.“

Güll kündigte an, für den Nachtragshaushalt 2016 erhebliche Gelder zur Beschulung von Flüchtlingskindern zu beantragen. „Das ist eine große Herausforderung, die sich mit der bisherigen Finanzausstattung nicht bewältigen lässt.“ Außerdem schlägt er vor, dass Lehrkräfte künftig nicht mehr nur zu den Stichtagen Schuljahresbeginn und Zwischenzeugnis neu eingestellt werden. „Wir brauchen hier Flexibilität von Monat zu Monat, je nachdem, wie viele Flüchtlingskinder dazu kommen.“

Weitere Baustellen in der bayerischen Schulpolitik sieht Güll bei der Ganztagsbetreuung, bei den oft willkürlichen und regional unterschiedlichen Übertrittszeugnissen, bei den zu großen Klassen in Realschulen und Gymnasien sowie bei der zu hohen Quoten von Jugendlichen, die eine Klasse wiederholen oder gar die Schule ohne Abschluss verlassen müssen. Detailliertere Informationen zu diesen Themen finden Sie hier (PDF, 411 kB).

Originaldokumente, die die Zahlen belegen finden Sie hier:

Martin Güll

Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag und bildungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion

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