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04.10.2015

SPD-Fraktion stellt Strategien für digitale Zukunft der Industrie vor

Wirtschaftspolitikerin Karl: Breitbandausbau für deutlich höhere Datenmengen und Unterricht in Digitalisierung - Rosenthal: Unterfranken muss bei der Digitalisierung vom Kabinett stärker berücksichtigt werden

Angesichts der gerade stattfindenden „digitalen industriellen Revolution in Lichtgeschwindigkeit“ ruft die wirtschaftspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, Annette Karl die bayerischen Unternehmen zum digitalen Aufbruch auf: „Um die Innovationsführerschaft auch im digitalen Zeitalter zu erhalten, müssen wir selbst digitale Technologien entwickeln und damit von diesem riesigen Wachstumsmarkt profitieren. Die bayerische Wirtschaft ist hier auf einem guten Weg, nicht Anwender sondern Innovator digitaler Technologien zu sein.“

Dem Staat falle dabei die Aufgabe zu, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, betonte die SPD-Fachpolitikerin im Rahmen einer Fraktionsvorstandsklausur zum Thema Industrie 4.0 in Würzburg: „Nach zehn verlorenen Jahren kommt der Breitbandausbau im Freistaat nun endlich voran. Doch wir müssen darauf achten, dass die Netzwerke auch zukunftssicher ausgelegt sind."

Karl warnt: "Die derzeit von der Staatsregierung im Förderprogramm festgelegte Mindestgeschwindigkeit der Datennetze von 30 Mbit/sec reichen bei weitem nicht aus. Sie führt dazu, dass Kommunen, die bereits mit 30 Mbit/sec versorgt sind, noch nicht einmal einen Ausbau auf 50 Mbit/sec gefördert bekommen, obwohl das Programm 50 Mbit/sec als Ziel beschriebt und dies auch immer groß kommuniziert wird. Das digitale Bayern braucht für seine Zukunftsfähigkeit noch deutlich höhere Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/sec.“

Die Digitalisierung verändert die Arbeitsbedingungen massiv. Um dabei die Chancen selbstbestimmten Arbeitens nutzen und die Herausforderungen durch Entgrenzung von Arbeit und Freizeit meistern zu können, brauche es eine gründliche Erforschung der Auswirkungen digitaler Arbeit und notwendiger politischer Handlungsbedarfe, betont Karl. Die SPD-Fraktion fordert deshalb regionale Kompetenzzentren "Arbeit 4.0" in jedem Regierungsbezirk.

Besondere Bedeutung kommt bei der digitalen Revolution nach Ansicht der SPD-Wirtschaftspolitikerin Karl der Bildung und Ausbildung zu. „Doch die Schulen und Hochschulen in Bayern hinken leider noch allzu oft hinterher. Der Staat muss mehr Geld für schnelles Internet an Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellen. Und wir brauchen vor allem auch ein Umdenken im Lehrplan. Eine informationstechnische Grundbildung, die auch Kompetenz im Umgang mit den neuen digitalen Medien umfasst, muss in allen Schularten verpflichtend werden – und zwar jetzt und nicht erst in fünf oder zehn Jahren!“, fordert die stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD.

Unterfranken werde beim Thema Digitalisierung von der Staatsregierung besonders vernachlässigt, kritisiert der Würzburger Abgeordnete Georg Rosenthal. Von 61 Projekten im Rahmen der vom bayerischen Kabinett beschlossenen „Zukunftsstrategie Bayern Digital“ befindet sich nur ein Projekt, das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen, in Unterfranken. „Wir haben hier hervorragende Universitäten und Hochschulen“, betont Rosenthal. „Doch die Staatsregierung schaut lieber auf München, als das ganze Land mitzunehmen in die digitale Zukunft. Das ist kurzsichtig und ungerecht.“

Annette Karl

Wirtschaftspolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises der SPD-Landtagsfraktion für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie

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Georg Rosenthal

Forschungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion und Sprecher der unterfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten

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