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06.11.2015

SPD-Fraktion macht sich für bessere Aufstiegschancen von Frauen stark

Fraktionsvizin Strohmayr: Bayerisches Gleichstellungsgesetz muss wirksamer werden - Anteil an Frauen in Führungspositionen in Behörden völlig unzureichend

Die SPD-Fraktion macht sich für bessere Aufstiegschancen von Frauen stark. Diese werden im öffentlichen Dienst des Freistaates immer noch erheblich benachteiligt. Der Anteil der Frauen in der höchsten Besoldungsgruppe in Behörden und Ministerien liegt nur bei 19,2 Prozent, wobei ihr Anteil beim Einstieg jedoch 59 Prozent beträgt. Das zeigt die Antwort auf eine aktuelle Anfrage (PDF, 493 kB) der frauenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr: "Das ist völlig unzureichend und eine Schande für einen modernen Staat."

Um dies zu ändern, setzt die SPD-Fraktion, deren stellvertretende Vorsitzende Strohmayr ist, auf eine Verbesserung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes. Bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs am Freitag in München kritisierte Strohmayr: „Das Gleichstellungsgesetz in Bayern gibt es nun schon seit fast zwanzig Jahren. Doch die Situation der Frauen im öffentlichen Dienst hat sich kaum verbessert. Wir müssen deshalb die Wirksamkeit des Gesetzes verstärken. Das bedeutet vor allem, dass Ausnahmeregelungen und sogenannte ‚Kann‘-Bestimmungen abgeschafft werden.“

Strohmayr und Maltz-Schwarzfischer bei PK
Download: Foto in hoher Auflösung (Dr. Simone Strohmayr und Gertrud Maltz-Schwarzfischer, 2. Bürgermeisterin von Regensburg, bei der Pressekonferenz - Nutzung bei Quellennennung kostenfrei)

Der Gesetzentwurf der SPD (PDF, 325 kB) sieht vor, dass der Frauenanteil in allen Laufbahnen, Berufsfachrichtungen, Leitungsebenen und Funktionsstellen auf 50 Prozent festgelegt wird. Die Rechtsstellung der Gleichstellungsbeauftragten muss verbessert und sie müssen mit mehr Zeit, Geld und Mitsprachemöglichkeiten ausgestattet werden. Außerdem brauchen sie ein wirksames Einspruchsrecht bei Verstößen gegen das Gleichstellungsgesetz oder gegen Gleichstellungskonzepte.

Warum Frauen auf dem Weg nach oben immer noch auf der Strecke bleiben, dafür sieht Strohmayr viele Gründe: „Die Realität ist doch leider so: Nach wie vor sind es oftmals die Frauen, die sich um Kinderbetreuung, Haushaltsaufgaben und Pflege von Angehörigen kümmern. Da ist es schwierig, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.“

Zwei weitere Beispiele für konkret belegbare Benachteiligungen: Der Anteil der weiblichen Lehrkräfte ist traditionell sehr hoch. Lehrerin gilt als Frauenberuf, vor allem in der Grund- und Mittelschule. Dort liegt der Anteil der Frauen bei 82,9 Prozent, doch waren nur circa 60 Prozent der Schulleitungen im Schuljahr 2014/2015 weiblich. In den Unternehmen, an denen der Freistaat beteiligt ist, liegt der Frauenanteil der Beschäftigten bei 40,3 Prozent. Doch von den Vorständen und Geschäftsführern sind nur 17,1 Prozent Frauen. Auch das musste die Staatsregierung auf Anfrage Strohmayrs einräumen.

Zum schnellen Überblick haben wir die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Gleichstellungsgesetz der SPD (PDF, 440 kB) zusammengestellt.

Dr. Simone Strohmayr

Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion

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