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24.11.2015

Weltweiter Tag gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch: Endlich konsequent schützen!

SPD-Frauenpolitikerinnen fordern mehr Geld für Frauenhäuser, besseren Schutz für Frauen in Flüchtlingsunterkünften und bessere Hilfe für Stalking-Opfer

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fordern die frauenpolitischen Sprecherinnen der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag , Dr. Simone Strohmayr und Ruth Müller, dem Thema endlich mehr Beachtung zu schenken. „In unserer Gesellschaft glauben viele, dass das ein Problem vergangener Tage sei oder tabuisieren das Thema“, erklärt Strohmayr den Vorstoß. „Tatsächlich aber nimmt die Gewalt gegen Frauen eher zu als ab und wir schaffen es bis heute nicht, das Problem in den Griff zu bekommen“, mahnt Müller. Laut einer EU-Studie aus dem letzten Jahr sind in Deutschland 35 Prozent aller Frauen seit ihrem 15. Lebensjahr Opfer von Gewalt geworden.

Das größte Problem stellt Gewalt in der eigenen Familie beziehungsweise in Partnerschaften dar. Zwischen 2005 und 2013 ist die Anzahl von registrierten Fällen häuslicher Gewalt von 12.760 auf 19.438 angestiegen, und das alleine im Freistaat Bayern. „Die meisten der Opfer sind Frauen und die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Viele Opfer trauen sich gar nicht zur Polizei zu gehen“, erklärt Strohmayr.

Diesen Opfern und ihren Kindern muss besserer Schutz geboten werden. Strohmayr fordert: „Wir müssen das Angebot an Frauenhäusern in Bayern konsequent ausbauen. Die finanziellen Mittel, die der Freistaat dafür zur Verfügung stellt, reichen bei weitem nicht aus. “Müller ergänzt, dass „wir, solange sich das nicht ändert, auch den Frauen, die keinen Platz in einem Frauenhaus bekommen, die Möglichkeit auf eine bezahlbare Wohnung schaffen müssen. Denn wir dürfen sie niemals zurück in die Arme derjenigen treiben, vor deren Gewalt sie fliehen.“

Ein besonders aktueller Aspekt des Themas ist Gewalt gegen Frauen auf der Flucht. Wie die SPD-Fraktion auf Anfrage von der Staatsregierung erfuhr, sind Frauen in Flüchtlingsunterkünften immer wieder Opfer von Übergriffen. Die beiden Frauenpolitikerinnen der SPD fordern daher, dass Frauen in Flüchtlingsunterkünften separat untergebracht werden. Besonders wichtig sind eigene Zimmerschlüssel und räumlich getrennte Duschen.

Besser geschützt werden müssen aber nicht nur Frauen, die Opfer von physischer Gewalt werden, sondern auch Stalking-Opfer. Im Jahr 2013 wurden laut Bundeskriminalamt in Deutschland 23.831 Stalking-Fälle erfasst. Auch hier waren die meisten Opfer Frauen. Müller sagt: „Die Dunkelziffer dürfte aber auch hier deutlich höher liegen. Insgesamt soll es in Deutschland sogar über 600.000 Opfer geben. Daher brauchen wir gut erreichbare Anlaufstellen im ganzen Land. Wir fordern Beratungsstellen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken, um Stalking-Opfer effektiv zu schützen.“

Ruth Müller

Frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion sowie Mitglied des Landwirtschafts- und des Gesundheitsausschusses des Bayerischen Landtags

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Dr. Simone Strohmayr

Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion

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089 4126 2347