1975: Bildung darf nichts kosten?

Bildung, ein Menschenrecht

Kostenfreie Bildung für alle war schon immer eines der wichtigsten Themen der SPD. Der bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner hat dieses Prinzip 1946 in der Bayerischen Verfassung verankert.

Ein epochaler Fortschritt: Bis dahin musste Schulgeld bezahlt werden, das sich ärmere Familien nicht leisten konnten.

Lernmittelfreiheit

Die CSU versucht bis heute, dieses Prinzip zu hintertreiben. 1975 hob sie die Lernmittelfreiheit aus Kostengründen auf und wollte auch die Schulwegkosten nicht mehr vollständig ersetzen. Über ein erfolgreiches Volksbegehren zwang die SPD die Staatsregierung, diese Entscheidung zu revidieren.

Büchergeld

2004 startete Ministerpräsident Stoiber mit der Einführung von Büchergeld einen erneuten Versuch, Bildung zu verteuern. Die Empörung in der Bevölkerung war riesig: Stoiber musste seine Entscheidung wieder zurücknehmen.

Studiengebühren

2013 erzielten wir mit der Abschaffung der sechs Jahre zuvor eingeführten Studiengebühren einen weiteren Erfolg gegen die Ideologie der CSU. Ein breites Bündnis aus Opposition, Gewerkschaften und Organisationen startete ein Volksbegehren. Erneut musste die Staatsregierung zurückrudern.

Kostenfreie Kitas

Die Weichen für den Bildungsweg werden früh gestellt. Daher setzt sich die SPD seit 1992 für eine komplett beitragsfreie Kita ein. Derzeit gibt es nur für das letzte Kitajahr einen Beitragszuschuss. Wir wollen, dass bis 2020 alle Elternbeiträge entfallen. Das entlastet vor allem Familien mit geringeren Einkommen direkt und effektiv. Doch noch immer blockiert das die CSU.

Mehr Ganztagsschulen

Zur Bildungsgerechtigkeit gehört für uns auch der Rechtsanspruch auf kostenlosen Ganztagsunterricht. Niemand muss, aber jeder kann dieses Angebot dann nutzen. Nur 15 Prozent aller Schüler gehen derzeit in eine Ganztagsklasse, in Gymnasien und Realschulen nicht einmal zwei Prozent. Doch mehr Lernzeit und Betreuung der Schüler auch bei den Hausaufgaben lohnen sich: Die Noten werden besser, der Stress weniger und die Nachhilfekosten sinken.

Unterrichtsausfall bekämpfen

Wenn der Sportlehrer oder die Lateinlehrerin höhere Mathematik unterrichten soll, kann das nicht funktionieren. Doch genau das ist an vielen bayerischen Schulen Alltag. Wenn Fachlehrkräfte wegen Krankheit oder Schwangerschaft ausfallen, gibt es meist keinen adäquaten Ersatz. Die sogenannte Mobile Reserve an Lehrkräften reicht hinten und vorne nicht. Die Folge: Regulärer Unterricht fällt aus – und zwar massiv.

BayernSPD-Landtagsfraktion
Christa Landsberger
Tel.: 089-4126 2134
christa.landsberger@bayernspd-landtag.de

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