2002: Der Kampf um mehr Zeit

Arbeit darf nicht alles sein

Das Thema Zeit hat tatsächlich eine lange politische Tradition. Seit ihren Anfängen in den 1860er Jahren kämpfte die Arbeiterbewegung für mehr Freizeit und Erholung: Damals mussten die Menschen in Deutschland noch 14 bis 16 Stunden pro Tag malochen. Die Forderung nach einem Achtstundentag erschien utopisch. Doch am 11. November 1918 gelang der Durchbruch. Der Sozialdemokrat und Ministerpräsident Kurt Eisner führte in Bayern den Achtstundentag ein.

Das soziale Gewissen

Vieles von dem, was für uns heute selbstverständlich ist an sozialen Errungenschaften, mussten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gegen erbitterten Widerstand erkämpfen. Das soziale Gewissen in Person ist zweifellos Renate Schmidt – als Landeschefin der SPD, Oppositionsführerin sowie später – höchst erfolgreich – als Bundesfamilienministerin.

Krippenplätze und Elterngeld

Von 2002 bis 2005 sorgte sie für einen massiven Ausbau von Krippenplätzen in Deutschland. Die CSU hatte sich lange dagegen gewehrt. Auch das heutige Elterngeld geht auf Renate Schmidt zurück. Sie wollte 60 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens statt pauschal 300 Euro monatlich. Damit sollten auch gut ausgebildete Frauen und Männer zur Familiengründung ermutigt werden. Ein Erfolgsmodell.

Renate Schmidt mit ihren Enkelkindern
Renate Schmidt mit ihren Enkelkindern
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Zeit wird’s für mehr Zeit!

Wochenarbeitszeit, Elternzeit, Familienarbeitszeit, Freizeit - neben all den Fragen des Geldes rückt das Thema Zeit derzeit wieder stärker in den Mittelpunkt der Debatte. Die Menschen wollen weniger Stress im Beruf, mehr Raum für Familie und Ehrenamt, einfach mehr Selbstbestimmung über ihre ganz persönliche Zeit.

Work-Life-Balance

Laut einer Studie von 2016 streben fast 60 Prozent der jungen Menschen in Bayern einen gelungenen Ausgleich zwischen Arbeits- und Familienleben an. Der aktuelle Sozialbericht der Staatsregierung offenbart aber, dass lediglich ein Viertel der Eltern der Ansicht ist, dass das im Freistaat schon gut gelingt. Es ist Aufgabe der Politik, diese Balance zu verbessern.

Arbeit der Zukunft

Gerade in Zeiten der Digitalisierung geht es zum einen darum, den Arbeitnehmerschutz zu sichern. Wir brauchen ein Recht auf Feierabend und Nichterreichbarkeit. Zum anderen haben aber viele Beschäftigte auch den Wunsch, flexibler zu arbeiten. Dazu gehört das „Home Office“ genauso wie das Recht auf Teilzeit – mit der garantierten Option, in Vollzeit zurückzukehren. Einer der stressigsten Unsicherheitsfaktoren sind befristete Arbeitsverhältnisse. Wir wollen deshalb die willkürliche Befristung komplett abschaffen.

BayernSPD-Landtagsfraktion
Christa Landsberger
Tel.: 089-4126 2134
christa.landsberger@bayernspd-landtag.de

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