Positionen

15.10.2014

Gute berufliche Bildung ist ohne die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen nicht zu realisieren.

Von Kathi Petersen, MdL, Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion für Berufliche Bildung

Einerseits wird die Duale Ausbildung als deutsches Erfolgsmodell gelobt und selbst in anderen europäischen Staaten als nachahmenswert empfohlen. Die Verbindung von schulischer und beruflicher Ausbildung vermittelt sowohl die theoretischen Kenntnisse als auch die praktischen Fertigkeiten, die in Industrie, Handwerk oder im Dienstleistungsbereich benötigt werden. Nicht nur Abitur und Studium, auch andere schulische Laufbahnen sind ebenso geeignete Wege in einen Beruf, der seinen Mann oder seine Frau ernährt.

Andererseits werden berufliche Schulen in der Bildungspolitik oft ziemlich vernachlässigt. Ausbildungsgänge werden als Infrastrukturmaßnahmen von hier nach da verschoben, ohne Rücksicht auf länger werdende Schulwege für Lehrer und Schüler.

Da sich nicht nur das Handwerk zunehmend schwer tut, freie Ausbildungsplätze zu besetzen, wird von den beruflichen Schulen erwartet, dass sie auch schwächere Jugendliche für den Beruf fit machen. Das gelingt nicht durch die Schaffung von Anlernberufen, sondern nur durch individuelle Förderung, die kleinere Klassen, mehr Lehrer und zu ihrer Unterstützung auch Schulsozialarbeiter – bisher an beruflichen Schulen kaum vertreten – voraussetzt.

Gute berufliche Bildung ist ohne die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen nicht zu realisieren. Die BayernSPD-Landtagsfraktion hat für den nächsten Doppelhaushalt erneut mehr Lehrerstellen an beruflichen Schulen und bessere Rahmenbedingungen beantragt. Nur durch eine attraktive Aus- und Fortbildung in allen Fachrichtungen lässt sich genügend Nachwuchs an dringend benötigten Lehrkräften gewinnen.

Wir halten auch eine staatliche Beteiligung am Sachaufwand für geboten, damit nicht länger Berufsschulen in der Trägerschaft finanziell schwacher Kommunen unter einer unzulänglichen Ausstattung leiden müssen.