Positionen

Pumpspeicher als ein Mosaikstein der Energiewende!

Wir fordern eine aussagekräftige Speicherpotenzial- und -standortanalyse für den Freistaat Bayern! Von Natascha Kohnen, MdL, energiepolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

Die Energiewende ist unser größtes gesamtgesellschaftliches Projekt seit der deutschen Einheit. Neben der Frage des weiteren Ausbaus bei den Erneuerbaren, sind Speicher und Energieeffizienz die großen Bereiche in diesem Gesamtprojekt. Sie benötigen eine professionelle Planung.

Was wir uns nicht leisten können sind Denkverbote, noch bevor wir wissen, wie jeder einzelne Baustein der Energiewende benötigt wird. Die Pumpspeicher sind ein Mosaikstein im Gesamtbild.

Wissenschaftliche Studien stellen fest: „In den nächsten 10 bis 20 Jahren kann die benötigte Flexibilität im Stromsystem durch andere Optionen günstiger bereitgestellt werden als durch neue Stromspeicher. Erst bei einem sehr hohen Anteil der Erneuerbaren Energien werden neue Stromspeicher wirklich benötigt.“

Die SPD-Landtagsfraktion hatte bereits im Dezember 2010 in einem Dringlichkeitsantrag eine erste Speicherpotenzial- und -standortanalyse für den Freistaat Bayern gefordert.

Am 29. September 2014, nach 4 Jahren, stellte die Staatsregierung nun ihre Potenzialanalyse für Pumpspeicher in Bayern zunächst mit wenig klaren Aussagen zu den möglichen Standorten vor. Diese Vorgehensweise schafft nur Verunsicherung. Die Energiewende wird aber nur mit Transparenz und einer frühen Bürgerbeteiligung gelingen.

Konkret für die bereits im Wirtschaftsministerium vorgestellte Studie zu den Pumpspeicherpotentialen haben wir gefordert, diese auch umgehend im entsprechenden Ausschuss des Bayerischen Landtags vorzustellen.

SPD-Initiativen im Landtag:
Speicherpotenzial- und -standortanalyse für Pumpspeicherkraftwerke in Bayern schnellstmöglich fertigstellen (Drucksache Nr. 17/153) – von CSU-Fraktion abgelehnt
Vorstellung der Speicherpotenzial- und -standortanalyse für Pumpspeicherkraftwerke im Freistaat Bayern (Drucksache 17/3237)

Wir müssen offen bleiben für die Erforschung verschiedener Speichertechnologien. Ohne eine Vielzahl von Optionen wären wir für das Szenario, das uns in 10 bis 20 Jahren erwartet - und das wir alle im Detail gar nicht kennen können - nicht gerüstet.

Die fossilen Energieträger legten den Schwerpunkt unter die Erde. Die Erneuerbaren machen unsere Energieversorgung naturgemäß wieder sichtbarer - natürlich unter Berücksichtigung der Umweltschutzbelange. Gleichzeitig ist der Preis, den wir dafür zahlen, insgesamt sehr viel geringer: eine Zukunft ohne Atommüll und Konflikte um Öl und Gas ist unbezahlbar.