Positionen

01.01.2015

Innovations- und Forschungspolitik in Bayern muss eigene, soziale Wege gehen

Von Andreas Lotte, MdL, Forschungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion

Moderne Industriestaaten sind dabei, ihre Investitionen in Forschung und Innovation strategisch zu gestalten. In Bayern werden Fördermittel derzeit nach dem Gießkannenprinzip vergeben, ohne dass es umfassende Daten über die Gesamtsumme und Verteilung gäbe. Die Wirksamkeit von Politik aber allein daran zu messen, wieviel Geld man ausgibt, ist absurd. Über die Qualität der Förderung ist damit noch nichts ausgesagt. Die Maßnahmen der Politik müssen nachvollziehbar wirksam und transparent gestaltet werden.

Die Förderung von innovativen Firmen, auch und besonders im Bereich der Ausgründungen, hat Priorität. Hier hat der Staat die Möglichkeit, durch die Bereitstellung von Wagniskapital, sich auch selbst Rückflüsse aus erfolgreichen Investitionen zu sichern und daraus weitere Maßnahmen zu finanzieren. Anders als private Geldgeber, bei denen der Umsatz von erfolgreichen "Exits" die verlorenen Investitionen in gescheiterte Unternehmen so schnell als möglich überschreiten muß, hat der Staat den längeren Atem und kann auch Ideen fördern, die etwas mehr Entwicklungszeit benötigen. Nicht zuletzt in Amerika wurden die meisten heute sichtbaren Innovationen (iPhone, GPS, das Internet) durch öffentliche Gelder finanziert.

Innovations- und Forschungspolitik in Bayern muss eigene, soziale Wege gehen.

Wir brauchen:

  • eine zentrale Fördermittelvergabestelle
  • einheiltiche Kriterien, nach denen Auswertungen von Maßnahmen erstellt werden
  • Umfassende Daten über unsere Innovationspolitik
  • Die Bereitstellung von längerfristig disponiertem, staatlichem Wagniskapital