Positionen

03.11.2015

Altersarmut bekämpfen - Frauen am häufigsten betroffen

Von Angelika Weikert, sozialpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

Altersarmut ist fast immer eine Folge von Erwerbsarmut. Wer in seinem Arbeitsleben nicht in ausreichendem Maße in die Rentenversicherung einzahlen kann, erhält im Alter Bezüge, die nicht für die Deckung der Lebenshaltungskosten ausreichen.

Da Frauen rund ein Viertel weniger als Männer verdienen, sind es überwiegend Frauen, die im Alter von Armut bedroht sind. Dies liegt vor allem daran, dass Frauen deutlich häufiger als Männer in atypischen Beschäftigungsverhältnissen stehen.

Aber auch bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation verdienen Frauen sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig geplante Gesetz zur Lohngerechtigkeit kann einen Beitrag leisten, diese strukturellen Ungleichheiten trotz gleichwertiger Arbeit, aufzudecken und sollte daher zügig verabschiedet und umgesetzt werden.

Noch immer unterbrechen mehr Frauen als Männer ihre Erwerbstätigkeit für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen und arbeiten danach in Teilzeit oder einem Minijob weiter.

Im Bereich der Pflege hat die Bundesregierung die Situation pflegender Angehöriger und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessert. Der Kita-Ausbau muss sowohl was die Zahl der Plätze als auch die Öffnungszeiten betrifft, konsequent fortgesetzt werden. Junge Mütter müssen selbst entscheiden können, wann und in welchem Umfang sie wieder ins Berufsleben einsteigen wollen.

Für diejenigen, bei denen es zu spät ist, um durch Erwerbstätigkeit gegenzusteuern, muss in einem vorbeugenden Sozialstaat die Grundsicherung bedarfsgerecht ausgestattet sein und Sicherheit bieten können.