Positionen

08.06.2017

Alarmierender Rückgang des Rentenniveaus nach 2030: Welche Gegenmaßnahmen braucht es jetzt?

Von Doris Rauscher, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Aus heutiger Sicht ist die Rente nicht mehr sicher! Doch Ziel muss sein, im Alter ein gutes Auskommen zu haben. Wichtig bei dieser komplexen Thematik und all den Anstrengungen und Reformen ist, die richtige Balance zwischen der notwendigen, nachhaltigen Stabilisierung des Rentenniveaus und den Beitragssätzen zu erreichen. Wesentlich bei der ganzen Thematik ist für mich auch, die Stärkung der Erwerbsbiografien von Frauen und Männern, bessere Bildungschancen von Anfang an, gleiche Möglichkeiten am Arbeitsmarkt, Recht auf Fort- und Weiterbildung und Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf, damit alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, mit der die Chance besteht, gute Rentenansprüche zu erwerben.

Zudem muss der Grundsatz von „guter Lohn für gute Arbeit“ umfassend verwirklicht werden: Der Mindestlohn, der auf Initiative der SPD 2015 eingeführt wurde, war ein wichtiger erster Schritt. Ebenso wie Verbesserungen bei der Zeit- und Leiharbeit, auf die sich die Bundesregierung geeinigt hat. Nötig ist aber bspw. auch weiterhin, die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Denn nur ein gutes Einkommen ermöglicht es Allen, für die Zukunft vorzusorgen und Armut – vor allem bei den Frauen – zu verhindern.

Auch das Rentensystem selbst bedarf einer Reform und Überarbeitung: Die Einführung der Rentenmöglichkeit mit 63 nach 45 Berufsjahren sowie Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und die geplante Einführung einer Lebensleistungsrente tragen dazu bei, eine angemessene Rente zu erhalten. Weitere Initiativen müssen folgen: Der Ausbau und die attraktivere Gestaltung betrieblicher Altersvorsorge werden derzeit von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles geprüft.

Ebenso wie Verbesserungen bei der privaten Altersvorsorge – die für viele jedoch aus finanziellen Gründen ja oft gar nicht leistbar ist! Oder die Einführung einer sogenannten „Flexi-Rente“, mit der ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bessere Möglichkeiten erhalten sollen, ihren Übergang in den Ruhestand flexibel und selbstbestimmt zu gestalten.