Die roten Radler

Rote Radler 2018

Der Fraktionsvorsitzender BayernSPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher ist heuer wieder mit den Roten Radlern im Freistaat unterwegs. Vier Wochen lang führt ihn seine Strecke durch alle sieben Regierungsbezirke.

Fotos von der Tour finden Sie auf flickr.

erste Etappe: Montag, 30. Juli, Windischeschenbach in der Oberpfalz

Oberpfalz 307
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Gute Zeiten für Radsportfans. Direkt im Anschluss an die Tour de France startet heute das nächste einschlägige Saison-Highlight: die alljährliche Bayernrundfahrt „Rote Radler“. Top-Favorit und Seriensieger Markus Rinderspacher vom Team „BayernSPD Landtagsfraktion“ beginnt die Vorbereitung im „GEO-Zentrum an der kontinentalen Tiefbohrung und Umweltbildungsstation KTB“ in Windischeschenbach, einer spektakulären Forschungseinrichtung für Geologie, die einst mit 9.101 Meter die weltweit tiefste geologische Bohrstelle war. Der Aufstieg auf den 83 Meter hohen Bohrturm ist schweißtreibend, angesichts der heutigen Hitze würde ein Abstieg in neun Kilometer Tiefe aber noch besser zur Akklimatisierung für die anstehende Etappe beitragen, denn da ist es fast 300 Grad heiß, also in etwa so warm wie auf der Fahrradstrecke. Höhentrainingslager muss aber nun einmal sein. Auf etwaige Kopfsteinplasterwegstrecken bereitet uns der Erdbebensimulator vor. Als „erschütternd“ bezeichnet Rinderspacher die Erfahrung. Trotz aller wissenschaftlichen Akkuratesse: Das Ausmaß des zu erwartenden politischen Bebens zur Landtagswahl im Oktober vermag selbst das KTB nicht gerichtsfest vorherzusagen.

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Annette Karl und Markus Rinderspacher vor dem großen Beben. Noch lachen sie...
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Markus Rinderspacher
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Angemessen vorbereitet und aufgewärmt erwartet das Peloton, dem u.a. die Landtagsabgeordnete Annette Karl sowie die Landtagsaspirantin Jutta Deiml angehören, sogleich die erste Bergwertung. Die zwölf Prozent Steigung des Neuhauser Berges verlangen den Teilnehmern einiges ab, dennoch erreichen wir geschlossen in respektabler Zeit die MicroSYST GmbH. Mehr als respektabel ist auch die Lebensleistung von Geschäftsführer Harald Kilian. Der Ingenieur, damals Mitarbeiter, übernahm 2007 kurzerhand die Firma, als diese zum Verkauf stand. Sein unternehmerischer Wagemut zahlte sich aus. Heute beschäftigt MicroSYST rund 60 Mitarbeiter, die Anzeigesysteme für Messen, Außenwerbung vor allem aber für die Autoindustrie herstellen. Alles in Handarbeit, die Endmontage erfolgt gänzlich in Windischeschenbach, weshalb Kilian nicht von einer „Produktionsstätte“, sondern lieber von „Manufaktur“ spricht. Als erfolgversprechendstes Zukunftsprodukt sieht er Verkehrsleitsysteme, die mit ziemlicher Sicherheit – genau wie heute – überwiegend von Mitarbeitern aus der Region entwickelt werden. Mit der Fachhochschule Weiden verbindet die Firma eine erfolgreiche Partnerschaft, wodurch einerseits junge Talente im Landkreis gehalten werden und dadurch zudem der Fachkräftemangel weniger stark zuschlägt als andernorts, auch wenn laut Kilian die Bewerbungen merklich zurückgehen.

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Annette Karl lässt sich von Geschäftsführer Harald Kilian die Fertigug erklären.
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Auch wir gehen zurück. Zu den Fahrrädern. Um die nächste Station anzusteuern: den teichwirtschaftlichen Beispielbetrieb Wöllershof Teiche. Besonderer Schwerpunkt hier ist die Aufzucht und die Vermehrung von Stören. Die Teichwirtschaft ist ein einzigartiger Schatz bayerischer Kulturlandschaft. Sie blickt in der Oberpfalz auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück - das älteste Fischzuchtgebiet Europas. Auf etwa 10.000 Hektar findet man hier rund 14.000 Fischteiche.

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Fischereifachberater Dr. Thomas Ring und Teichmeister Hans Bergler unterrichten uns über die Herausforderungen der Fischzucht, von denen der Fischotter mit die größte darstellt. Ohne natürliche Feinde wähnt sich das putzige Tier inmitten der Teichlandschaft im Paradies mit allzeit gedecktem Tisch. Bei einem einzigen Raubzug vermag der Otter bis zu 100 (!) Kilogramm Fisch zu vernichten, nicht alleine zur Sättigung, sondern vor allem aus Jagdlust. Präventionsmaßnahmen wie etwa elektrische Zäune sind bei Teichgrößen von durchschnittlich einem Hektar nicht praktikabel, der Fang ist verboten. „Wir wollen den nicht weghaben“, beteuern Ring und Bergler unisono, „natürlich hat der Otter seine Lebensberechtigung genau wie wir Menschen.“ Für viele Teichbetreiber seien die Otter aber existenzbedrohend oder gar –vernichtend und ist ein Teich erst einmal aufgegeben, trocknet er aus, es macht sich Wildwuchs breit und die gewohnte Kulturlandschaft verschwindet. Ein kaum zu lösendes Dilemma zwischen berechtigtem Artenschutz und wirtschaftlicher Notwendigkeit.

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Auch macht sich der Klimawandel bemerkbar, nämlich dergestalt, dass sich die Laichperioden zunehmend verschieben. Auch wir würden angesichts der brütenden Hitze die Räder lieber schieben, noch lieber aber den Fischen Gesellschaft leisten, die sich im Falle des imposanten Störs bis zu 130 (!) Jahre im kühlen Nass aufhalten können.

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Mit dem kühlen Nass wurde es für uns nichts, dafür aber wenigstens mit einer kühlen Mass. Zum Tagesausklang besuchen wir den Stammtisch der SPD Hof, der Jusos Hof Stadt und des Landtagskollegen Klaus Adelt auf dem Volksfest Hof. Dem allerorts zu lesenden Ratschlag, man müsse bei dieser Hitze viel trinken, folgen wir angesichts der anstehenden Strapazen der kommenden Etappen nicht, nutzen die Gelegenheit aber, um die Kohlenhydratspeicher durch den Genuss von gebrannten Mandeln und weiteren Leckereien wieder aufzufüllen.

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Klaus Adelt (links) und Markus Rinderspacher
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Markus Rinderspacher und Klaus Adelt im praktischen Hosentaschenformat zum mitnehmen
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Einen Fernsehbeitrag über die erste Etappe der „Rote Radler“-Tour gibt es bei Oberfranken TV zu sehen.

Weitere Fotos von der Tour finden Sie auf flickr.

Zweite Etappe: 30. Juli, Amberg.

Amberg
Amberg
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Landtagskandidat Uwe Bergmann und Bezirkstagskandidat Richard Gaßner empfangen uns frühmorgens zum Start durch den Landkreis Amberg-Sulzbach. Zu Beginn steht allerdings erst einmal Durchschnaufen auf dem Programm. Im Luftmuseum Amberg. Auf 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche präsentiert die Einrichtung sehenswerte Installationen rund um das Thema Luft. Mal skurril (Knutschfleckvakuumpumpe), mal hintersinnig (Rücken- und Gegenwindgenerator), mal technisch beeindruckend (Exponate der ortsansässigen Unternehmen Kaeser, Siemens, Herding, Grammer, Lüdeke). Kunst zum Anfassen und Staunen, auch wenn man den Hauptdarsteller, Luft eben, ja gar nicht sieht. Wir nehmen tolle Eindrücke mit und hoffen, dass uns im Tagesverlauf nicht die Puste ausgeht. Sonst müssen wir wieder retour um Luft zu tanken.

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Uwe Bergmann (links) und Markus Rinderspacher
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Der nächste Stop ist beim Berg- und Industriemuseum, das im sagenhaften Schloss Theuern aus dem Jahre 1781 untergebracht ist. Bzw. sein wird, denn noch wird an den drei Gebäuden fleißig gearbeitet. Dennoch verzeichnet das Museum bereits rund 20.000 Besucher pro Jahr, die sich Sonderausstellungen ansehen, Konzerte besuchen oder auf Hochzeiten tanzen, für die der prächtige Ballsaal ein überaus angemessenes Ambiente darstellt. Museumsdirektor Michael Ritz hebt hervor, dass das Museum neben der historischen Darstellung des „Ruhrgebiets des Mittelalters“ auch die Gegenwart und Zukunft im Blick hat. So enstanden in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule bereits fünf Bachelorarbeiten, ein von Studierenden entwickelter Elektro-Rennwagen ziert die Eingangshalle. „Ich hoffe, dass sich junge Menschen von der Historie und den aktuellen industriellen Leistungen der Region begeistern lassen und dann den Wunsch verspüren, die Tradition fortzuführen“, so Ritz.

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Michael Ritz (links) und Markus Rinderspacher
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Nach etlichen Kilometern Radstrecke sind wir dann weit entfernt von jeglicher Industrie. Wir sind mitten in der Natur, namentlich in der Umweltstation des Klosters Ensdorf. Trotz der Abgeschiedenheit dröhnt ein beständiges Brummen und Summen. Wir befinden uns nämlich inmitten zahlreicher Bienenvölker des Imkervereins. Gestochen werden wir nicht, denn „wie man die Biene behandelt, so behandelt sie den Menschen“, wird uns beigebracht. Für ruckartige Bewegungen sind wir ohnehin viel zu erschöpft, es droht also keinerlei Gefahr. Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier in Deutschland, die landwirtschaftliche Nutzleistung beträgt sagenhafte 4.000 Euro pro Volk pro Jahr. Das „erwirtschaftet“ die Biene nicht „nur“ durch ihren Honig, sondern vor allem durch ihre Bestäubungsleistung. Im Klartext: Ein Apfelbaum, der dank Bienenbestäubung 100 Früchte trägt, brächte es ohne Bienen auf gerade einmal 35. Bei Birnen würde die Ernte ohne Bienen noch magerer aussehen: anstatt 100 lediglich zehn Stück.

Was wir von den Experten mitnehmen: Wichtiger als finanzielle Subventionen wäre ein Systemwechsel in der Landwirtschaft, aber auch ein Umdenken bei den Verbrauchern. Weniger Pestizide, mehr Flächen, auf denen die Natur sich selbst überlassen bleibt auf der einen Seite. Eine Abkehr von der „Geiz ist geil“-Mentalität bei Lebensmitteln auf Seiten der Konsumenten.

Vorbildlich umgesetzt werden beide Forderungen von der Umweltstation des Klosters, wie die Leiterin Melanie Hahn darstellt. Sie betreibt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Für Erwachsene, besonders aber für Jugendliche, die mit ihren Klassen mehrere Tage im Kloster verbringen und dabei Ökoerlebnistage, die Tümpelanlage, den Barfußpfad, Kräuterkunde oder eben die „Bienen Wellnes-Area“ erleben können. Das Essen stammt überwiegend aus der Region, die Heizungsanlage arbeitet klimaneutral. Beeindruckend und nachahmenswert!

Von den regionalen Spezialitäten dürfen wir uns dann auch selbst überzeugen, während Direktor Christian Liebenstein und Pater Hermann Sturm uns die Geschichte des Klosters nahebringen. Vor allem die barocke Pfarrkirche St. Jakobus weckt unser Interesse, waren wir hier doch bereits 2015 im Rahmen unserer „Denkmal-Tour“ zu Gast, um uns die Restaurierungsarbeiten an diesem „Gesellenstück“ von Cosmas Damian Asam anzusehen. Das Ergebnis ist überwältigend. Hier war jemand offensichtlich ebenso fleißig wie die benachbarten Bienen, denn das Gotteshaus erstrahlt in sagenhaftem Glanz, ganz anders als bei unserem letzten Besuch:

Youtube-Startbild Ensdorf
Video von der Restaurierung der Pfarrkirche St. Jakobus

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Himmel hilf und lass es regnen! Pfarrer Hermann Sturm (rechts) und Markus Rinderspacher
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Doch kein Regen. Dafür Fresken von Cosmas Damian Asam
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Beim letzten Stop des Tages, beim Schwimmbad Rieden, geht es um den gewaltigen Sanierungsbedarf der Familien- und Freizeitanlage. Als wir ankommen, ist das Schwimmbad proppevoll. Kein Wunder bei der Hitze. Während ein Teil von uns am liebsten reinspringen würde, sind die anderen dermaßen dehydriert, dass sie drauf und dran sind, die Becken auszutrinken. Wenn aber nicht bald Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden, ist das Freibad demnächst womöglich tatsächlich leer. Weil geschlossen. Ein Szenario, wie es vielen kommunalen Bädern droht. 61 von 91 oberpfälzischen Schwimmbäder sind sanierungsbedürftig, in ganz Bayern jedes zweite. Eine dringend benötigte Förderung vom Freistaat, die wir seit Jahren vehement fordern, gibt es nicht.

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v.l.n.r.: Richard Gaßner, Markus Rinderspacher, Uwe Bergmann
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Weitere Fotos von der Tour finden Sie auf flickr.

dritte Etappe, 1. August, Landshut

Landshut Rote Radler 2018
Landshut Rote Radler 2018
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Was gibt es Gemütlicheres als die gute Stube des Bayerischen Trachtenverbandes, um sich zusammenzusetzen?

Trachtler

Auf ihrer Tour durch die Region Landshut machen die Roten Radler um Fraktionschef Markus Rinderspacher Station in Holzhausen, im dortigen Trachtenkulturzentrum. Zusammen mit der örtlichen Abgeordneten Ruth Müller geht es im Gespräch mit der Vorstandschaft des Trachtenverbandes um Themen wie den Schutz von Sonn- und Feiertagen, die Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten sowie den Erhalt bayerischer Feste und des Brauchtums.

Trachtler 2

Das Trachtenkulturzentrum dient den über 265.000 Mitgliedern des Verbands als Tagungsstätte für Weiterbildungen und Seminare. Die Räume sind stilecht eingerichtet nach den unterschiedlichen bayerischen Regionen - inklusive Details wie diesem handgeschnitzten Schuhlöffel, den Ruth Müller gerade bewundert.

Trachtler 3

Inhaltlich werden große politische Übereinstimmungen zwischen der SPD und den Trachtlern um ihren Vorsitzenden Max Bertl deutlich. Ob es die Forderung nach einem Bildungsfreistellungsgesetz für Arbeitnehmer geht, ob um ein Ehrenamtsgesetz für Bayern oder auch den Erhalt des freien Sonntags, liegen Trachtler und Sozialdemokraten auf einer Linie. Ruth Müller sagt hoch erfreut: „Schön, dass wir Sie an unserer Seite wissen.“ Und Markus Rinderspacher versichert: „Wenn es um den Erhalt des Ladenschlusses geht, sind wir die konservativste Partei in Bayern!“

Nächste Station ist die Stadt Landshut. Nach einem kühlen Getränk am Marktplatz ...

Landshut 2

... und einem spontanen Gespräch mit Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) ...

Landshut

... tritt die Truppe entlang der Isar kräftig in die Pedale. Nächstes Ziel: Der Selbstvermarkter-Hof der Familie Heckinger in Essenbach.

Isar

Der Empfang mit eisgekühlter Apfelschorle und einem schattigen Plätzchen im Obstgarten ist genau das Richtige für die schwitzenden Radler.

Hof

Nach einem Austausch über die aktuellen Herausforderungen für Landwirte steht die heutige Schlussetappe an.

Feld

37 Grad im Schatten - aber leider kein Schatten weit und breit. Da hilft nur flottes Tempo, damit wenigstens der Fahrtwind ein wenig kühlt. Ab der Grenze zum Landkreis Dingolfing-Landau bekommen die Roten Radler Verstärkung: Landrat Heinrich Trapp wartet schon und schwingt sich auf sein Dienst-E-Bike. Gemeinsam geht es weiter nach Rimbach, zum dortigen Zentrum der niederbayerischen Kaminkehrerinnung.

Heiner Trapp

Obermeister Holger Frischhut berichtet von den Schwierigkeiten der Zunft, Nachwuchs zu gewinnen. Die Konkurrenz durch Industriebetriebe wie BMW sei enorm. Deshalb haben sich alle niederbayerischen Kaminkehrer zusammengetan und finanzieren gemeinsam aus einer Kasse die Ausbildung von Lehrlingen, damit die einzelnen Ausbildungsbetriebe nicht überfordert werden. Und die Lehrlinge selbst erhalten großzügige Bedingungen. Sämtliche Fahrtkosten, die notwendigen Übernachtungen an der Berufsschule, Kleidung, ja so gar ein Tablet-Computer für jeden werden von der Innung übernommen.

Kaminkehrer

Markus Rinderspacher lobt dieses bundesweit einzigartige Engagement der niederbayerischen Kaminkehrer: „Wir von der SPD machen uns schon lange für solche Ausbildungsumlagen stark, damit Betriebe, die sich dazu bereit erklären, keine Kostennachteile haben. Das traditionsreiche Kaminkehrerhandwerk liegt hier ganz vorne, was die Zukunftsfähigkeit betrifft.“

Glück

Holger Frischhut bedankt sich mit der zweiten Kernkompetenz des Kaminkehrerhandwerks, dem Glück.

Ein Video dieser Etappe findet sich auf der Facebook-Seite unserer Abgeordneten Ruth Müller

vierte Etappe: 2. August, Deggendorf

Deggendorf Rote Radler 2018
Deggendorf Rote Radler 2018
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Ab in den Bayerischen Wald! Die erste echte Bergetappe erwartet die Roten Radler im Kreis Deggendorf. Von Schaufling führt der Weg nach einem Gespräch mit Bürgermeister Robert Bauer ...

Schaufling

... durch idyllische Landschaften ...

Landschaft

... nach Lalling, wo sich der Landtagsfraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher zusammen mit seinem künftigen Landtagskollegen Dr. Bernd Vilsmeier mit zahlreichen SPD-Bürgermeistern aus der Gegend über die Herausforderungen für die Komunalpolitik unterhalten.

Feng Shui

Ein Thema beherrscht das Treffen im Feng Shui Park zu Lalling: Die Finanznot der Kommunen und damit verbunden die überbordende Bürokratie bei der Beantragung von staatlichen Fördergeldern. Bei Markus Rinderspacher stoßen die örtlichen Berantwortlichen auf offene Ohren: „Ich bin sehr dafür, dass mehr vor Ort entschieden wird. Warum sollte ein Finanzministerium in München besser wissen, was hier im Raum Deggendorf benötigt wird? Das sollten die Menschen hier selbst bestimmen.“

Am See

Dr. Bernd Vilsmeier rechnet vor, wie sehr die bayerischen Gemeinden am Gängelband der Ministerien hängen: „In Bayern bekommen die Kommunen nur 12,75 Prozent des allgemeinen Steueraufkommens im Land. In Baden-Württemberg sind es 23 Prozent! Da geht es um rund 800 Millionen Euro pro Jahr, die den Städten und Gemeinden bei uns fehlen.“

Markus Rinderspacher betont: „Es grenzt schon an eine neue Form der Monarchie, wenn die Bürgermeister beim Finanzminister bitteln und betteln müssen für Gelder, die ihnen von Rechts wegen zustehen. Allein um die Förderanträge auszufüllen, brauchen die Kommunen viele Monate. Das nenne ich staatliche Geldverschwendung auf höchstem Niveau.“

Baugrube

Den Abschluss des vierten Tages der Roten Radler auf Tour bildet die Gemeinde Grattersdorf. Bürgermeister Alfons Gramalla zeigt den Gästen ein neues Baugebiet für Wohnhäuser, das gerade erschlossen wird. Mit viel Engagement und Phantasie, aber knappen finanziellen Möglichkeiten stemmt sich die Kommune gegen den Bevölkerungsrückgang. Markus Rinderspacher und Dr. Berns Vilsmeier versichern: Die SPD wird im Landtag weiterkämpfen für mehr Geld in den Regionen.

fünfte Etappe: 3. August, Landkreis und Stadt Passau

Die fünfte Etappe führt die roten Radler in den Landkreis Passau in Niederbayern. Startpunkt ist das Rathaus in Hofkirchen, wo Markus Rinderspacher vom Landtagskandidaten Christian Flisek und SPD-Bürgermeister Willi Wagenpfeil empfangen wird.

Passau 1
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Der erste Programmpunkt des Tages stellt die roten Radler auf eine harte Probe. Bei wieder einmal brüllender Hitze besucht der Tross das Freibad. Allerdings heißt die Devise: Nur gucken, nicht reinspringen! Statt im kühlen Nass zu plantschen, muss nämlich das Problem der kommunalen Freibäder in Bayern erörtert werden. Schließlich ist jedes zweite Schwimmbad in Bayern sanierungsbedürftig, mehr als 80 Bäder wurden in den letzten 15 Jahren geschlossen. „Bevor es ein bayerisches Raumfahrtprogramm gibt, sollte es lieber mal ein Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder geben“, fasst Flisek treffend zusammen und Rinderspacher ergänzt: „Ohne die kommunalen Schwimmbäder lernen die Kinder heutzutage nicht mehr richtig schwimmen. Jedes zweite Kind, das die Grundschule verlässt, ist kein sicherer Schwimmer mehr.“ Das ist in Hofkirchen anders. Das Schwimmbad ist direkt neben der Grundschule. Alle 74 Kinder der vier Klassen können schwimmen.

Passau 2
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Für wenigstens ein bisschen Abkühlung sorgt das anschließende kalte Getränk beim Pressegespräch mit den Passauer Neuen Presse (hier geht’s zum Artikel). Themen neben den Schwimmbädern unter anderem: faire Löhne, kostenfreie Kitas, der Ausbau des ÖPNV, die Zukunft der Pflege und das Erstarken der AfD.

Passau 3
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Frisch gestärkt wird aufgesattelt und das rote Peloton fährt an der Donau entlang nach Vilshofen. Ziel: der dortige Bahnhof.

Passau 4
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Der Bahnhof Vilshofen wird seit 2002 saniert. Ein Radlparkhaus wird ebenso gebaut wie ein neuer Busbahnhof. Der barrierefreie Ausbau ist bereits fertig. Eigentlich sollte die Barrierefreiheit ja eine Selbstverständlichkeit sein. Ist sie aber leider nicht und noch immer ist jeder zweite Bahnhof in Bayern nicht umgebaut. „Ein Unding“, findet Rinderspacher. „Zumal Seehofer 2013 in seiner Regierungserklärung die Barrierefreiheit bis 2022 versprochen hatte. Davon sind wir noch weit entfernt.“

Passau 5
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Nächste Station: Der Kurort Bad Füssing. Bei mittlerweile über 30 Grad sind die Radler froh, dass für die immerhin knapp 40 Kilometer lange Strecke das Auto genommen wird. So geht es dank Klimaanlage mit kühlem Kopf in das Gespräch mit Kurdirektor Rudolf Weinberger und Bürgermeister Alois Brunndobler. In dem intensiven Gespräch tritt der Frust über die Staatsregierung mehr als einmal deutlich zu Tage. Bürgermeister und Kurdirektor fühlen sich von der CSU-Regierung nämlich vernachlässigt, dringend notwendige Investitionsförderungen bleiben aus. Hinzu kommt der eklatante Fachkräftemangel. „Gesundheit ist unser wichtigstes Gut!“, unterstreicht Rinderspacher. „Zudem sind die Kurorte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In den Kurorten im Freistaat arbeiten insgesamt über 100.000 Menschen.“

Passau 6
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Letzter Programmpunkt der heutigen Etappe ist das Gründerzentrum Digitalisierung in Passau mit OB Jürgen Dubber. Zwei Jungunternehmer präsentieren ihr Startup „Regiothek“, eine Plattform für nachhaltig hergestellte Lebensmittel aus der eigenen Umgebung. Hier können perspektivisch regionale Lebensmittel angeboten und gefunden werden.

Passau 7
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sechste Etappe: 8. August, Bad Tölz

Bad Tölz Radltour
Bad Tölz Radltour
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Ganz im Zeichen des Naturschutzes steht die heutige Etappe von Markus Rinderspacher mit Florian von Brunn entlang der Isar. Der beliebte oberbayerische Fluss und seine tierischen Bewohner müssen einiges aushalten, die Freizeitnutzung hat in den letzten Jahren immens zugenommen. Dabei ist die Isar einer der letzten echten Wildflüsse in Deutschland. Startpunkt der Etappe ist der Bahnhof in Bad Tölz. Bei leichter Bewölkung und damit bestem Radlwetter geht es Richtung Norden.

Florian von Brunn (rechts) und Markus Rinderspacher
Florian von Brunn (rechts) und Markus Rinderspacher
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Nach einer knappen Stunde erreichen die Roten Radler die Jugend-Siedlung Hochland, eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche inmitten der schönsten Natur, mit über 450 Bildungsangeboten im Jahr. Der Leiter Roland Herzog und Vorstand Klaus Schulz bieten einen interessanten Einblick in den Verein. „Wir wollen ein ganzheitliches Bewusstsein für das menschliche Zusammenleben und die Natur schaffen“, erklärt Schulz. Kanufahrten auf der Isar gehören auch zum Angebot und hier kommt das erste Mal das Problem der Schlauchbootfahrer zur Sprache. Die Hobbykapitäne haben den sensiblen Fluss nämlich mittlerweile fest in ihrer Hand. An schönen Tagen kann man um die 100 Boote in einer Stunde zählen. Mit den Billigbooten vom Discounter werden Bierkästen im Rettungsring hinterhergezogen, es ertönt laute Musik aus portablem Boxen, die Bootsfahrer betreten Vogelschutzinseln und hinterlassen Berge von Müll. Ein generelles Fahrverbot sei aber schwierig umzusetzen, erklärt SPD-Umweltpolitiker von Brunn: „Das würde auch die Kanusportvereine treffen. Die Mitglieder gehen sehr sorgsam mit dem Fluss und der Natur um.“ Auch die Jugendbildungsstätte wäre betroffen. „Den Jugendlichen den Fluss und die Natur hautnah näher zu bringen, ist immens wichtig, um überhaupt ein Bewusstsein für Umweltschutz zu schaffen“, erklärt Schulz.

Rinderspacher und von Brunn im Gespräch mit Roland Herzog (zweiter von links) und Roland Herzog (ganz links)
Rinderspacher und von Brunn im Gespräch mit Roland Herzog (zweiter von links) und Roland Herzog (ganz links)
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Nach einer kleinen Stärkung setzt sich der Tross wieder in Bewegung Richtung Geretsried…

zwischen Königsdorf und Geretsried
zwischen Königsdorf und Geretsried
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… mit kurzem Zwischenstopp am Aussichtspunkt Malerwinkel. Die Gegend auf dem Steilufer über dem Zusammenfluss von Rottach und Isar heißt so, weil sie ein beliebtes Motiv für Maler war und immer noch ist.

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Nach insgesamt sieben Kilometern erreichen die Roten Radler Einöd, ein kleiner Ort bei Geretsried und eine beliebte Einstiegsstelle für private Schlauchbootfahrer. Dort werden sie von Fabian Unger vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern begrüßt. „An den Wochenenden bilden sich regelmäßig lange Schlangen an der Einstiegsstelle“, berichtet Unger. „Wir haben hier stark alkoholisierte Junggesellenabschiede, die keinerlei Erfahrung mit einem Boot haben und überhaupt kein Bewusstsein für diese einzigartige Naturlandschaft. Für die sensible Tier- und Pflanzenwelt sind die Schlauchbootfahrer ein riesiges Problem.“ Unger stellt sich an heißen Tagen an die Einstiegsstelle und sucht gezielt das Gespräch mit den Freizeitlern. „Ein Infostand oder Hinweisschilder vor der Anlege- und Abfahrtsstelle reichen da leider nicht aus“. Deshalb verleiht Unger kostenlos leistungsfähige Pumpen. „So komme ich leichter an die Leute ran“. Etwa fünf bis zehn Prozent der Leute seien allerdings völlig uneinsichtig und überhaupt nicht empfänglich für seine Botschaft. „Die interessiert nur ihr eigener Spaß.“

Fabian Unger (rechts) im Gespräch mit den Roten Radlern
Fabian Unger (rechts) im Gespräch mit den Roten Radlern
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Auf dem letzten Teilabschnitt des Tages über 15 Kilometer kommen Markus Rinderspacher und seine Mitstrampler noch mal richtig ins Schwitzen, herrschen mittlerweile doch wieder hochsommerliche Temperaturen. Ziel ist die Pupplinger Au bei Wolfratshausen, wo es eine echte Rarität gibt. Inmitten dieses Natur-Idylls im Wald grasen nämlich Rinder. Genauer gesagt das Murnau-Werdenfelser-Rind. Die Rasse stammt aus dem benachbarten Werdenfelser Land und war dort einst weit verbreitet, ehe sie im vergangenen Jahrhundert nach und nach durch leistungsstärkere Züchtungen ersetzt wurde. Die 35 Tiere leben auf einer Fläche von rund 60 Fußballfeldern. Sie fressen nur Gras und brauchen deshalb natürlich wesentlicher Länger zum Wachsen. Die Rasse ist sehr ruhig, weshalb sich Markus Rinderspacher und Florian von Brunn durchaus nah ran trauen.

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siebte Etappe: Memmingen

Rote Radler Memmingen
Rote Radler Memmingen
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Memmingen, diese von sozialdemokratischen Bürgermeistern geprägte schwäbische Stadt am westlichsten Rand des Freistaats, ist der Startpunkt für die siebte Etappe der Roten Radler. Der örtliche Kandidat David Yeow ist bereits eifrig damit beschäftigt, den örtlichen Medien Rede und Antwort zu stehen ...

Yeow

... als der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher eintrifft. Gemeinsam mit einem guten Dutzend Roter Radler geht es los durch die Innenstadt ...

Radler

... zum Bahnübergang an der Bodenseestraße. Hier fährt momentan kein Zug - und das ist gut so. Denn die Strecke wird gerade elektrifiziert. David Yeow freut sich: „Endlich ist die Zeit der stinkenden Dieselloks hier zu Ende.“ Und schneller wird der Zugverkehr auch noch: Binnen 45 Minuten können die Memminger künftig nach München pendeln.

Bahn

Der frühere Memminger Oberbürgermeister Ivo Holzinger, der die Tour auf seinem roten E-Bike begleitet, hat selbst viele Jahre für diesen Ausbau gekämpft. Er ist froh darüber, dass es endlich so weit ist. Aber er ist immer noch wütend, dass es so lange gedauert hat: „Die CSU-Staatsregierung hat das Thema Bahn 30 Jahre lang total verschlafen.“

Ivo

Das kann Markus Rinderspacher mit Zahlen unterfüttern: „In Bayern sind nur 48 Prozent der Bahnstrecken elektrifiziert - im Bund sind es 60 Prozent und in der Schweiz nahezu 100 Prozent. Wir sind hier ein Entwicklungsland!“

Memmingen

Weiter geht es zur Illerbrücke in Illerbeuren. Der Fluss prägt diese wunderbare Landschaft. Am linken Ufer Baden-Württemberg, am rechten der Freistaat Bayern.

Brücke

Ganz in der Nähe befindet sich ein kulturelles Kleinod: das Schwäbische Bauernhofmuseum.

Museum

Alltagsgegenstände, Werkzeuge, ja komplette Höfe und Gebäude aus ganz Schwaben werden hier zusammengetragen. Ziel ist es, das bäuerliche Leben der vergangenen Jahrhunderte für die Nachwelt zu erhalten.

Webstock

Auch Daniel Fürst, (2.v.r.) SPD-Landtagskandidat für Neu-Ulm, schließt sich hier den Roten Radlern an. Zusammen mit Bezirksrätin Petra Beer, Daniel Yeow und Markus Rinderspacher besichtigt er die Ausstellung.

Rundgang

Von der Museumsmitarbeiterin Sandra Czaja (Mitte) lassen sich die Sozialdemokraten durch das Gelände führen. Mit vielen neuen Eindrücken und viel Erinnerungen im Gepäck geht es auf die letzte Teilstrecke für heute nach Woringen.

Überland

Dort sind die Roten Radler mit Bürgermeister Volker Müller verabredet. Er kämpft mit den Tücken der ministeriellen Bürokratie. Konkret geht es um die Nutzung von Wärme aus kleineren örtlichen Biogas-Kraftwerken. Der Förder-Dschungel und die Genehmigungen kosten Müller den letzten Nerv.

Müller

Bei Markus Rinderspacher trifft er da auf offene Ohren: „Die Kommunen müssen viel mehr selbst entscheiden dürfen. Derzeit hängen sie am Gängelband der Ministerien und müssen brav um Geld betteln. Unser Ansatz ist ein komplett anderer: Wir wollen, dass die Städte und Gemeinden direkt einen größeren Anteil am Steueraufkommen erhalten.“

achte Etappe: Augsburg-Land

Rote Radler Herbert Woerlein
Rote Radler Herbert Woerlein
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Nach all den vielen Hügeln endlich mal eine Flachetappe für die tapferen Roten Radler. Im brettelebenen Lechfeld südlich von Augsburg treffen sich die Mitradler von Fraktionschef Markus Rinderspacher im Marienwallfahrtsort Klosterlechfeld.

Auftakt

Nach einem kleinen Frühstück im Garten des Rathauses geht es los. Neben den örtlichen SPD-Abgeordneten Dr. Simone Strohmayr und Herbert Woerlein haben sich zwei Dutzend weitere Radler eingefunden.

Radeln

Erste Station ist der örtliche Bahnhof. Die Gemeine renoviert gerade das alte Bahnhofsgebäude für 1,5 Millionen Euro. Doch den Bahnsteig lässt die Deutsche Bahn verlottern. Und noch viel ärgerlicher: Der Bahnsteig ist 43 cm zu niedrig für die Züge. Für Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollator und Damilien mit Kinderwagen ist deshalb hier Schluss.

Bahnsteig

Der 2. Bürgermeister Erwin Mayer und die SPD-Abgeordneten demonstrieren den Höhenunterschied. Markus Rinderspacher erinnert an das vor fünf Jahren gegebene Versprechen des damaligen Ministerpräsidenten Seehofer, Bayern endlich barrierefrei zu machen. Doch passiert ist nichts. Herbert Woerlein will nun noch einmal Druck auf die Bahn machen.

Kirche außen

Natürlich kann man Klosterlechfeld nicht besuchen, ohne bei der prächtigen Wallfahrtskirche “Maria Hilf“ Station zu machen. Pfarrer Thomas Demel erläutert den beeindruckten Genossen die Historie und die Bedeutung der Barockkirche.

Pfarrer

Das Innere des Gotteshauses quillt geradezu über von Gold und Gemälden, Wandmalereien und Statuen.

Pracht

Geistlich gestärkt begeben sich die Roten Radler auf den Weg nach Lagerringen. Dort gibt es das neue Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr zu bestaunen. Feuerwehr-Vorstandsmitglied Wolfgang König ist stolz auf die mit viel ehrenamtlichem Engagement errichtete Wache.

Feuerwehr

Und die drei Abgeordneten (v.l. Markus Rinderspacher, Dr. Simone Strohmayr, Herbert Woerlein) demonstrieren ihre Unterstützung für den großartigen Dienst der Feuerwehrler für unsere Gesellschaft. Besonders freut es sie, dass ist Lagerringen kein Nachwuchsmangel herrscht. 24 Jugendliche sind dort derzeit bei der Feuerwehr dabei. Ein ermutigendes Zeichen.

Feuerwehrauto

Nach einer kleinen Stärkung im Gasthof zur Wertachau steuern die Radler das Flussufer der Wertach und die dort gelegene Station der Wasserwacht an. Die Ehrenamtlichen haben ein ganz besonderes Highlight vorbereitet: eine Rettungsübung.

Wasserwacht

Eine junge Wasserwachtlerin mimt die Ertrinkende und wird von ihren Kollegen rasch aus der vermeintlichen Gefahr gerettet.

Boot

Und auch die Abgeordneten dürfen eine Runde mitfahren im speziell auf Fluthilfe ausgelegten Rettungsboot, das sogar Rollstuhlfahrer transportieren kann.

Radeln

Zum Abschluss der wunderbaren Etappe im Landkreis Augsburg ist Schwabmünchen das Ziel. Enzo Hirsch vom örtlichen Jugendbeirat hofft auf die Hilfe der Landtagspolitiker im Kampf für ein neues Jugendzentrum. Der bisherige Treffpunkt ist dringend sanierungsbefürftig - wie sich bei einer Besichtigung der Räumlichkeiten sofort zeigt - und leider gar nicht barrierefrei zugänglich. “Doch die Stadt lässt uns hängen“, klagt Hirsch.

Jugendheim

Herbert Woerlein will helfen. Er wird der Stadt einen offiziellen Brief schreiben und damit Druck aufbauen, dass sich der Stadtrat und die Stadtverwaltung endlich ernsthaft mit dem Thema befassen. „Der aktuelle Zustand ist der aktiven Jugendszene in Schwabmünchen unwürdig!“

neunte Etappe: Kempten

Schwaben Ilona Deckwerth
Schwaben Ilona Deckwerth
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Was liegt näher, als bei 30 Grad eine Firma mit dem sympathischen Namen „Sonnen“ zu besuchen. In Wilpoldsried im Allgäu stellt das Unternehmen Batterien her, die den Strom aus Solarzellen auf Hausdächern zwischenspeichern. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher und seine Abgeordneten-Kollegen Ilona Deckwerth und Dr. Paul Wengert sowie ein gutes Dutzend weiterer „Roter Radler“ informieren sich über diese neue Technologie und besichtigen die Produktion.

Sonnen

Der französische Unternehmenschef Jean-Baptiste Cornefert (ganz rechts in Lederhosen, daneben der SPD-Landtagskandidat Markus Kubatschka, Markus Rinderspacher, Dr. Paul Wengert und Ilona Deckwerth) und seine Leute haben gut zu tun. Immer mehr Hausbesitzer lassen sich die schaltschrankgroßen Batterien installieren. „Die Zukunft sind nicht Großkraftwerke, sondern dezentrale Energieerzeugung und dafür braucht es Zwischenspeicher“, betont der Geschäftsführer.

Produktion

Die „Roten Radler“ machen sich auf den Weg nach Dietmannsried. Im Hintergrund drehen sich die Windräder und erzeugen sauberen Strom. Doch die CSU-Staatsregierung hat leider weiteren dieser vorbildlichen Projekte mit der 10H-Abstandsvorschrift einen Riegel vorgeschoben.

Windräder

Das Allgäu zeigt sich unterdessen von seiner idyllischen, aber für Radler auch anstrengenden Seite. Doch Kraft und Ausdauer sind bei den Sozis mehr als genug vorhanden.

Seitlich

Immer wieder halten die fleißigen Radler kurz an, um historische Gebäude und Kirchen zu bestaunen.

Kirche

Fast pünktlich erreichen sie das Seniorenzentrum im Zentrum von Dietmannsried. Hier werden betreutes Wohnen, Tagespflege und auch Kurzzeitpflegeplätze angeboten. Die Bewohnerinnen und Bewohner stammen fast alle aus der unmittelbaren Umgebung und können so in ihrer vertrauten Heimat den Lebensabend verbringen.

Seniorenheim

Mit guten Wünschen im Gepäck geht es weiter. Den Weg weist den Radlern die rauschende Iller.

Fluss

Immer am Fluss entlang führt die Tour nach Kempten.

Iller

Hier steht die integrative Wohnanlage der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft „Sozialbau“ auf dem Besuchsprogramm. Menschen mit Behinderungen leben hier zusammmen mit Studenten unter einem Dach, direkt am Ufer der Iller und mitten in der Stadt.

Wohnanlage

Markus Rinderspacher zeigt sich begeistert von diesem Konzept der Inklusion: „Das hat Vorbildcharakter über Kempten und das Allgäu hinaus für ganz Bayern. Ich hoffe, dass diese Form des Zusammenlebens Schule macht.“

OB

Kempten hat zur Zeit noch eine ganz besondere Attraktion zu bieten: die Allgäuer Festwoche. Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) begrüßt die sozialdemokratischen Radler dort und lässt es sich nicht nehmen, den Münchner SPD-Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher über das Gelände zu führen.

Biertisch

Mit Thomas Kiechle, Ilona Deckwerth und Dr. Paul Wengert diskutiert Markus Rinderspacher im Bierzelt über aktuelle politische Themen und freut sich über die Dialogfähigkeit unter Demokraten über Parteigrenzen hinweg.

Radio

Danach noch ein schneller Besuch im „Gläsernen Studio“ des Lokalradios RSA und perfekt in die Etappe durchs Allgäu!

zehnte Etappe: Landsberg am Lech

Landsberg am Lech Winkelmeier 17.8.
Landsberg am Lech Winkelmeier 17.8.
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Christian Winklmeier ist ein Roter Radler wie aus dem Bilderbuch. Der SPD-Landtagskandidat aus Landsberg am Lech hat seinen Drahtesel in der richtigen Farbe sogar noch mit Fahne und Werbeschild ausgestattet. So ist er täglich unterwegs im Wahlkreis und spricht mit den Menschen. Am Freitag bekommt er dabei prominente Unterstützung durch den Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher.

Winklmeier

Los geht es am historischen Marktplatz von Landsberg direkt vor dem Rathaus.

Marktplatz

Die Roten Radler sind auf dem Weg durch Felder, Wälde und Wiesen zum Bio-Bauernhof der Familie Gall in Finning.

Wiesen

Der Milchviehbetrieb hat 50 Kühe im Stall und auf den Weiden sowie einige Jungtiere, die den Sommer auf einer Alp im Allgäu verbringen.

Kuh

Johann Gall setzt bewusst auf Bio. Zum einen geht es ihm um das Wohl seiner Tiere, zum anderen aber auch um die Wirtschaftlichkeit. Und mit Biomilch lassen sich stabilere Preise erzielen, als mit konventionell produzierter Milch. Derzeit erzielt er 50 Cent pro Liter, wie er den interessierten Politikern erläutert.

Milch

Nach einer köstlichen Stärkung auf der Terrasse des Hofs schwingen sich die Roten Radler wieder in den Sattel.

Terrasse

Das nächste Etappenziel ist die Gemeinde Windach. Dort hat sich die Zimmerei Fichtl auf den Bau von Holzhäusern spezialisiert. Der Familienbetrieb ist stark ausgelastet, leidet aber unter Fachkräftemangel. Wie gut, dass sie Samuel gefunden haben. Der Flüchtling aus Eritrea gehört inzwischen fest zum Team. Und Seniorchef Erwin Fichtl ist ganz begeistert von dem fleißigen jungen Mann: „Der muss bleiben! Ich lasse ihn nicht mehr weg!“

Halle

Markus Rinderspacher und Juniorchef Stefan Fichtl besichtigen zusammen mit der Dießener Marktgemeinderätin Hannelore Baur (v.l.) die Fertigungshalle. Hier ist heimisches Fichtenholz das Material der Wahl.

Radeln

Ebenfalls um Pflanzen dreht es sich in Utting bei der Gärtnerei Streicher, der letzten Station der Tagesetappe. Josef Streicher senior arbeitet noch kräftig mit, auch wenn er den seit 1875 existierenden Familienbetrieb bereits an seinen Sohn übergeben hat. Und auch hier hilft ein anerkannter Flüchtling aus Eritrea bei der Arbeit. Neben Blumenzucht und Grabpflege ist der Verkauf von Gemüse das Hauptstandbein des Betriebs.

Gemüse

Der Seniorchef nutzt die Gelegenheit und gibt den Roten Radlern Aufgaben mit: Es könne doch nicht sein, dass der Mittelstand die Hauptlast der Steuern tragen müsse, während Großkonzerne sich rausmogeln. Da trifft der Gärtnermeister bei Markus Rinderspacher auf volles Verständnis: „Das geht einfach nicht. Die braven, fleißigen mittelständischen Betriebe dürfen nicht länger die Dummen sein. Auch Amazon, Apple und Starbucks müssen endlich bei uns ihre Steuern zahlen, wo sie ihr Geld verdienen.“

elfte Etappe: Coburg

Coburg 22 8 Rote Radler
Coburg 22 8 Rote Radler
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RR Empfang
Markus Rinderspacher wird in Itzgrund von Bürgermeister Werner Thomas und Landrat Michael Busch und der örtlichen Abgeordneten Susann Biedefeld empfangen.
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Bürgermeister Werner Thomas begrüßt Fraktionschef Markus Rinderspacher am Rathaus in Itzgrund-Kaltenbrunn zum Start der Tour durch das wunderbare Coburger Land. Landrat und Landtagskandidat Michael Busch radelt als profunder Kenner der Region und ihrer Vorzüge und Probleme mit. Ein großes Thema ist in Itzgrund die Nahversorgung mit Lebensmitteln. Zwei Jahre gab es in Kaltenbrunn keinen Laden mehr. Seit kurzem bietet ein Geschäft wieder viele Waren des täglichen Bedarfs an. Andrea Khayat-Salameh, die auch die örtliche Apotheke führt, ist kommissarische Geschäftsführerin. Sie wirbt intensiv um Kunden, die mehr einkaufen sollen. Nur wenn der Laden auf Dauer läuft, kann das bürgerschaftlich getragene Konzept weiter bestehen.

RR Busch
Wohlschmeckendes aus dem Dorfladen probieren Michael Busch und Markus Rinderspacher (rechts) Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

RR in voller Fahrt
Die Radler in voller Fahrt zum nächsten Ziel. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Dass Geschichte und die Erinnerung an jüdisches Leben in Oberfranken gepflegt wird, macht die ehemalige Synagoge in Untermerzbach deutlich. Hanfried Nickel ist der Gründer und langjährige Vorsitzende des Synagogenvereins. Die Synagoge wurde 1728 erbaut, 1812 war die Hälfte der Bevölkerung jüdischen Glaubens. 1925 lebten nur noch 25 Juden in Untermerzbach. Viele von ihnen waren bereits nach Amerika ausgewandert. Der Synagogenverein zeichnet auch mit Schulklassen aus der Region ihre Geschichte auf.

RR Synagoge
Der frühere Gynmasiallehrer Manfred Nickel erklärt die Synagoge. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Manfred Michel, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende der, wie er sagt, "rötesten Gemeinde Bayerns", will den Ausbau der Radwege voranbringen. Die Verbindung zwischen Itzgrund und Seßlach sei schlicht nicht alltagstauglich.

RR Versailles
Das wunderbare Schloss in Heiligersdorf soll dauerhaft erhalten bleiben. Dazu braucht es einen finanzstarken neuen Besitzer. Pfarrer Knötig (Mitte) setzt sich dafür ein.
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Der evangelische Pfarrer Tobias Knötig empfängt die Roten Radler nicht in der Kirche in Seßlach-Heiligersdorf, sondern am Schloss. Markus Rinderspacher und die Radler stärken sich erst einmal mit einem frisch gezapften Bier der Brauerei Scharpf. Das oberfränkische Schloss hat ein berühmtes Vorbild in Versailles - allerdings ist es viel kleiner und auch innen nicht ausgebaut. Es war nie bewohnt. Seit Jahrzehnten bemüht man sich um eine sinnvolle Nutzung. Pfarrer Knötig wirkt hier segensreich. Derzeit nutzen der Gesangsverein und andere das Haus. Auch das Wahllokal befindet sich dort. Aber es braucht einen neuen Besitzer, der die wertvolle Bausubstanz erhalten kann.

Weiter geht es nach Seßlach, das viele kennen, es aber nicht wissen: Das historische Städtchen diente als Kulisse für den großen Luther-Film zum Reformationsfest. Die Stadtführerin Bettina Knauth wartet bereits am Kommunalbrauhaus. Dort kann man sich das Bier noch bestellen und persönlich abholen. Markus Rinderspacher und die Roten Radler trinken aus einem riesigen Humpen.

RR Kommunalbrauhaus
Stadtführerin Bettina Knauth reicht Markus Rinderspacher den historischen, mit frisch gezapftem Bier gefüllten Humpen. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Zum Mittagessen stoppen die Roten Radler in Seßlach-Gemünda, wunderschöner ein Ort, der in den letzten Jahren aber arg gebeutelt wurde: Der einzige Arzt ist nach München gezogen, die Sparkasse hat ihre Filiale geschlossen und der größte Arbeitgeber ist vor einiger Zeit verstorben. Kurz: Der Strukturwandel führt hier nicht zum Besseren. Allerdings ist das Schnitzel, das im Gasthof serviert wird, köstlich. Allein dafür würde es sich schon lohnen, das malerische Gemünda zu besuchen. Der einst jüngste Bürgermeister Bayerns, Stefan Rottmann aus Bad Rodach, nimmt sich die Zeit, mit den Gästen politische Fragen zu diskutieren.

RR Schwimmbad
92.000 Euro fehlen für die Sanierung des Freibades in Autenhausen. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

850 Schwimmbäder gibt es in Bayern. Die Hälfte davon ist sanierungsbedürftig. Dazu zählt das idyllische Freibad in Autenhausen. Markus Rinderspacher will, dass jedes Kind in Bayern schwimmen kann. Der Freistaat verzeichnet bundesweit die meisten Badetoten, stellt er fest. Das dürfe auf keinen Fall so bleiben. Deshalb fordert er, dass die Staatsregierung den Kommunen bei der Sanierung ihrer Bäder mehr als bisher hilft. In Autenhausen gibt es ein vollkommen fertiges Sanierungskonzept, nur fehlen 92.000 Euro. Und so ist das Schwimmbecken mit Wasser gefüllt, der Rasen ist gemäht und der Kiosk voll in Schuss. Offiziell geöffnet werden kann des Bad aber nicht. Die Wasserqualität stimmt nicht.

Unterwegs auf einer anspruchsvollen Steigung nach Ummerstadt blicken die Radler noch über die ehemalige Grenze zur früheren DDR. Bald 30 Jahre ist der Fall der Mauer her, doch einige der örtlichen Radler erinnern sich mit Grauen an die Zeit, in der sie durch einen riesigen Grenzzaun von ihren Verwandten getrennt waren.

RR Ummerstadt
Großer Empfang in Ummerstadt mit Bürgermeisterin Christine Bardin.
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Nach Ummerstadt läuft es wieder nach unten. Freie Fahrt für die Radler. Die Initiative Rodachtal e.V. in Ummerstadt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Region attraktiv und zukunftsfest zu machen. Bürgermeisterin Christine Bardin ist genau die die Richtige dafür! Mit Verve kämpft sie dafür, kleine Orte in der Grenzregion stark zu halten. Dafür sollen Leerstände von Häusern vermieden und Baulücken geschlossen werden. Wohnraum ist hier nicht das Problem, stellt Landrat Michael Busch fest. Hier kämpfen sie um Mobilität, mehr öffentlichen Nahverkehr und auch bessere Radwege.

zwölfte Etappe: Ansbach

Rote Radler Ansbach
Rote Radler Ansbach
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Ansbach 1
Markus Rinderspacher unterwegs im Raum Ansbach, unter anderem mit Bezirkstagskandidatin Petra Hinkl und Landtagskandidat Norbert Ringler. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Die Sommerhitze macht Pause, und die Roten Radler starten am Festplatz in Lichtenau in die zwölfte Etappe. Bürgermeister Uwe Reismann und örtliche Genossen begrüßen SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher am Festplatz. Das erste Ziel ist die Firma Eberhardt, die seit über 50 Jahren hochwertige Edelstahlprodukte fertigt und sie international verkauft. Besonders gefragt sind die Eberhardt-Schinkenformanlagen, die in alle Welt verkauft werden. Aber auch ganz bodenständige Tore, Zäune und Geländer fertigt Firmenchef Klaus Eberhardt mit seinen 70 Mitarbeitern. Sein Geschäft boomt, er ist stolz, dass die Firma in 50 Jahren noch niemanden entlassen musste. Eher hat er ein anderes Problem: Ihm fehlen die Fachkräfte und er erhofft sich, dass auch Arbeiter, die aus anderen europäischen Ländern zu ihm kommen, in Lichtenau Wohnungen finden.

Ansbach2
Firmenchef Klaus Eberhardt (rechts) nimmt sich fast eine Stunde Zeit, um Markus Rinderspacher und die Roten Radler in die Geheimnisse der Edelstahlverarbeitung einzuweihen. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Ansbach2a
Da kann Markus Rinderspacher ganz genau hinsehen: Alles top verarbeitet! Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Weiter geht es über den Berg nach Petersaurach. Wenn es schwer wird, setzt sich Markus Rinderspacher an die Spitze der Genossen und Gäste. In Petersaurach trifft das Pelodron unter anderem Bürgermeister Lutz Egerer. Beim Gespräch in seinem Amtszimmer wünscht sich Egerer mehr finanzielle Unterstützung des Freistaats für die Kommunen. Konkret will er, dass der Freistaat die Elternbeiträge ausgleicht, wenn der Kindergarten kostenlos wird. Eine Forderung, die Fraktionschef Rinderspacher nur unterstreichen kann.

Das nächste Ziel ist die Mittelschule Petersaurach. Sie hat in den letzten Jahren mehr Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund bekommen - und geht erfolgreich damit um. "Wenn man die richtigen Leute beieinander hat, dann funktioniert es", stellt Egerer seinen Lehrern ein gutes Zeugnis aus. An der Wand im Gang steht auf einem Wandgemälde: Stark ist, dem Schwächeren zu helfen! Das Schulgebäude wird gerade Stück für Stück saniert. Ein Teil muss sogar abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Arbeitsreiche Zeiten kommen da auch auf den Bürgermeister zu!

Petersaurach
Bürgermeister Lutz Egerer tritt für intensive Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund ein. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Der Weg nach Neuendettelsau führt durch schöne mittelfränkische Landschaft. Die Ernte ist bereits eingebracht. Die Radler machen Station im Café Hammon in Neuendettelsau. Der Ort ist geprägt von der Diakonie und der Evangelischen Kirche. Bezirkstagskandidatin Petra Hinkl arbeitet hier und kennt sich sehr gut aus. Die Roten Radler besuchen zunächst die "Clinic Neuendettelsau" und werden von Klinikvorstand Rainer Pfrommer und Klinikchef Lars Bergmann empfangen.

Die Clinic Neuendettelsau sieht sich als Haus der Diakonie der Basisversorgung verpflichtet. Dort spürt man intensiv die Folgen des Landarztmangels. Immer mehr Menschen kommen mit Leiden in die Klinik, mit denen sie normalerweise zum Hausarzt gehen würden. Leider gibt es ihn in vielen ländlichen Gebieten immer weniger. Daher gehen viele Patienten gleich in die Notaufnahme - eine wirtschaftliche Herausforderung für die Clinic Die Klinikchefs wünschen sich daher von der Politik eine bessere Finanzierung der Notaufnahmen, um kostendeckend arbeiten zu können.

Gäste und Mediziner diskutieren in den Räumen der Notaufnahme darüber, welche Möglichkeiten es gibt, wieder mehr Studierende für den Hausarztpraxis auf dem Land gewinnen zu können. Markus Rinderspacher ermutigt die Klinikleitung und verweist Anreizprogramme.

Krankenhaus
Einblicke in die Arbeit einer Notaufnahme.
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Unter dunklen Wolken, aber ohne Regen geht es weiter zum Seniorenwohnstift in Heilsbronn. Dort überzeugen sich die Roten Radler von der wertvollen Arbeit der Pflegekräfte. Auch hier ist es nicht leicht, gut ausgebildetes Personal zu gewinnen, wenn man auf gute Qualifikation Wert legt.

dreizehnte Etappe: Landkreise Würzburg und Kitzingen

Rote Radler Ochsenfurt 27 8
Rote Radler Ochsenfurt 27 8
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UF Iphofen
Start der Unterfranken-Tour in Iphofen mit Gastgeber Volkmar Halbleib im roten Trikot. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Der parlamentarische Geschäftsführer und unterfränkischer Spitzenkandidat Volkmar Halbleib begrüßt die Roten Radler in seiner Heimat, im kleinen Städtchen Iphofen. Der Ort ist bekannt für einen wohlschmeckenden Silvaner und für seinen schönen mittelalterlichen Stadtkern, den Gäste aus aller Welt bewundern. Bürgermeister Ludwig Weigand empfängt die Roten Radler am Stadtplatz. Dort wirbt ein trojanisches Pferd für die große Sonderausstellung „Troja“, die anlässlich des 35jährigem Bestens des Knauf-Museums gezeigt wird. Mit der Gruppe radelt auch der SPD-Landtagskandidat für Kitzingen, Jürgen Kößler, Arzt an der Uniklinik Würzburg. Und los geht es auf ebener Strecke bis zum ersten Stopp in Mainbernheim.

UF Stadtmauer
Die Roten Radler vor der Stadtmauer von Mainbernheim.
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Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Armin Grötsch führt die Radler unter Leitung von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher zu den sogenannten Grabengärten. Die kostenlosen städtischen Gemüsegärten zwischen Stadtmauer und B 8 dienen seit den 1960er Jahren der günstigen Selbstversorgung der Bevölkerung mit Gemüse. Zeitweise waren sie aus der Mode gekommen, doch jetzt erblühen sie wieder. Markus Rinderspacher lobt die optimale Nutzung des Geländes. In Mainbernheim kann man auch sehen, wie sich die von der SPD im Bund erhöhte Städtebauförderung segensreich auswirkt – zum Beispiel beim Erhalt prägender historischer Gebäude.

Von Mainbernheim führt die Strecke sechs Kilometer nach Kitzingen. Das Tierheim dort ist so marode, dass es neu gebaut werden soll – und zwar in Iphofen. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Dr. Gerhard Menche, erläutert der Gruppe die Pläne für das geplante Haus. Volkmar Halbleib plädiert dafür, dass sich der Freistaat an den Baukosten beteiligt. Bisher müssen die Städte und Gemeinden ihre Tierheime selbst und mit Spenden finanzieren.

Auch in Unterfranken will man die Mobilität mit dem Rad fördern und sichere Radwege bauen. So zum Beispiel in Sulzfeld-Segnitz, der nächsten Station der Roten Radler. An der Staatsstraße 2270 hört der Radweg einfach auf, und das an einer ziemlich gefährlichen Stelle. Das darf nicht so bleiben, sagt Bürgermeister Norbert Bischoff. Der Bau des Radwegs wird in zwei Jahren beginnen, die Staatsstraße soll folgen. Bürgermeisterin Marlene Bauer zeigt stolz den Rohbau für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Segnitz. Erst im Juli haben die Bürger und Bürgerinnen Richtfest gefeiert, und der künftige Bürgersaal nimmt schon Gestalt an.

UF Gemeindebürgerhaus Rohbau
Richtfest war erst im Juli: Jetzt freuen sich alle auf das neue Gemeindebürgerhaus in Sulzfeld-Segnitz.
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Gemeindebürgerhaus
Bürgermeisterin Marlene Bauer erklärt das neue Gemeindebürgerhaus. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

UF Marktbreit Plakat
Die Roten Radler werden in Marktbreit begrüßt.
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Die kaum drei Kilometer nach Marktbreit sind schnell zurückgelegt. Die Radler fahren über die Mainbrücke und genießen das eindrucksvolle Panorama der Stadt. Der Hafen von Marktbreit war im 17. Jahrhundert ein wichtiger Umschlagplatz für Kaffee. Den früheren Reichtum spürt man noch heute im Rathaus, wo schon Bürgermeister Erich Hegwein wartet und stolz einen Rotling ausschenkt. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein, wo sein Name schon steht - er hat den Ort bereits besucht.

UF Eintrag in Goldene Buch
Markus Rinderspacher trägt sich in das Goldene Buch ein. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

UF Marktbreit
Bürgermeister Erich Hegwein schenkt im Rathaus Rotling an die Gäste aus. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Heinz Galuschka, Kreisrat und Kreisvorsitzender der SPD in Kitzingen, will das unterfränkische Kleinod noch schöner machen und unterstützt die Schaffung eines Naherholungsgebietes am Mainufer. Auch dafür gibt es Geld von der Städtebauförderung des Bundes.

Nach der Mittagspause im Café Schloss geht es weiter nach Frickenhausen. Dort sind sie stolz auf ihr 1480 errichtetes historisches Rathaus. Dieses hat viele Hochwasser überdauert, was man von den normalen Wohnhäusern nicht sagen kann. Bürgermeister Reiner Laudenbach schildert eindrucksvoll, wie sich die Frickenhäuser regelmäßig vor schnell auflaufendem Hochwasser schützen müssen. Da werden schon mal die Küche ausgebaut und die Möbel in den ersten Stock gebracht. Der Hochwasserschutz drängt angesichts des Klimawandels und macht dem Bürgermeister große Sorgen. Er braucht dringend die Hilfe der Staatsregierung.

UF Frickenhausen
Der Bürgermeister von Frickenhausen Reiner Laudenbach mit Markus Rinderspacher und Volkmar Halbleib. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Markus Rinderspacher fordert, die überübersichtliche kommunale Finanzausstattung in Bayern mit über 400 Fördertöpfen zu ändern. Diese müssten zugunsten von größerer finanzieller Freiheit muss geändert werden.

Auf ebener Strecke radeln die Genossinnen und Genossen dem Höhepunkt der Reise entgegen: Vor dem malerischen Rathaus in Ochsenfurt lädt Volkmar Halbleib zu Kaffee und Kuchen. Bürgermeister Joachim Eck hat wie so viele Stadtoberhäupter zu wenig Wohnraum für die Stadtbewohner. Eine städtische Wohnbaugesellschaft soll helfen, preiswerte Wohnungen zu bauen. Auch Baugrund wird in kleinen Einheiten ausgewiesen.

Sechs Kilometer geht es weiter nach Sommerhausen, am Main entlang, der von den hoch aufragenden Weinbergen wie gesäumt aussieht. Der liebenswürdige Präsident des fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann empfängt zum Schoppen im historischen Pastoriushaus. Dort wurde der Schriftsteller Franz Daniel Pastorius geboren, der die deutsche Auswanderung nach Amerika begründete. Die Roten Radler hingegen wollen gerne verweilen und die Anliegen des mainfränkischen Weinbaus anhören.

UF Steinmann
Artur Steinmann kämpft für eine bessere Bewässerung der Weinberge. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Der Weinbau prägt hier eine ganze Region, aber er ist angesichts des Klimawandels in einer Krise. Es regnet zu wenig, und die meisten der angebauten Sorten brauchen viel Wasser. Also sucht man nach der besten Methode der Bewässerung. Die könnte so aussehen: Im Winter wird Wasser in einem Rückhaltebecken gesammelt, das im Sommer mit Tröpfchenberegnung wieder ausgebracht wird. Das kostet Geld, nämlich 30.000 Euro pro Hektar. Ohne Mittel des Freistaats ist das auch hier nicht zu schaffen. Aber die Finanzspritze hilft nicht nur den Weinbauern, sondern dem ganzen Land: Der Weinanbau verhindert die Erosion der Steillagen.

Aber am 27. August 2018 ist alles noch nicht so schlimm. Die Weinlese hat an diesem Tag begonnen. Und fragt man Artur Steinmann, was für einen Jahrgang er erwartet, leuchten seine Augen: Einen ganz großen, besser noch als im Jahrhundert-Weinjahr 2003!

vierzehnte Etappe: Hof

Rote Radler Hof
Rote Radler Hof
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Am frühen Dienstagmorgen geht es für uns von Unter- nach Oberfranken. Im Tourbus ist gute Laune angesagt. Denn uns erwartet ein toller Tag mit dem Abgeordneten Klaus Adelt und anderen Genossinnen und Genossen aus dem Landkreis Hof. Und es beginnt schon gut: In Konradsreuth starten wir mit dem Besuch eines echten Global Players: der Firma Rohleder. Ein Überbleibsel der traditionsreichen Geschichte von Hof und Umgebung als Hochburg des Textilhandwerks, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Hier werden seit 72 Jahren hochwertige Bezüge für Möbel und neuerdings auch eine eigene Produktlinie von Heimtextilien produziert. Heutzutage kommt der Großteil der Textilien jedoch aus der Türkei und aus China. Quantität statt Qualität sei seit Jahrzehnten der Trend, erklärt uns Rohleder-CEO Hans Schüssel. Rohleder habe es aber geschafft, sich einen Namen zu machen, der für Qualität und Nachhaltigkeit stehe. Und das in der ganzen Welt. Fast die Hälfte der Produktion geht ins Ausland, vor allem in die USA und nach Japan. In diesem Jahr eröffnet Rohleder einen neuen Standort in Indien. Hier hatte Klaus Adelt einen Tipp parat: Die Fachhochschule Hof habe hervorragende Kontakte nach Indien. Vielleicht wäre da eine Kooperation sinnvoll?

*Rohleder-CEO Hans Schüssel (Mitte) zeigt Markus Rinderspacher und Klaus Adelt die Teile der "Home Collection".
Rohleder-CEO Hans Schüssel (Mitte) zeigt Markus Rinderspacher und Klaus Adelt die Teile der "Home Collection".
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Vor große Probleme stellt die Firma Rohleder wie andere Unternehmen auch der Fachkräftemangel. Es werde immer schwieriger neue Mitarbeiter und Azubis zu finden, sowohl für Produktion als auch für den Vertrieb. Aktuell arbeiten 190 Leute und zwölf Azubis in Konradsreuth. Markus Rinderspacher erklärt, dass die SPD dieses Problem auf dem Schirm habe. Eine Lösung sei das Zuwanderungsgesetz. Auch die duale Ausbildung müsse gestärkt werden und wieder mehr Ansehen erhalten. Schließlich sei eine Strategie der Deindustrialisierung der falsche Weg.

Klaus Adelt war fasziniert von der Webmaschine bei Rohleder.
Klaus Adelt war fasziniert von der Webmaschine bei Rohleder.
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Nach dem Gespräch mit Hans Schüssel führen uns Entwicklungsleiter Peter Raich und Ausrüstungsleiter Peter Haag durch die Produktion. 5.000 bis 6.000 Meter Stoff werden pro Schicht hergestellt. 80.000 Fäden durchlaufen täglich eine Webmaschine. Die Kreativität ist enorm: Pro Tag werden bis zu drei neue Designs entworfen. Mittlerweile sind es so viele verschiedene Designs, dass sie nicht mehr zählbar sind. Der Einblick in die Produktion ist so eindrucksvoll und spannend, dass wir eine halbe Stunde länger in Konradsreuth blieben als geplant.

Von Konradsreuth aus geht es weiter zum Untreusee. Böse Zungen behaupten, der Name käme daher, dass untreue Frauen in dem See versenkt worden seien. Aber warum eigentlich nur Frauen? Plausibler ist wohl die Erklärung, dass der See aus einem Bächlein namens Untreu gespeist wird. Woher die Bezeichnung wiederum kommt, können wir leider nicht herausfinden. Der See ist ein tolles Naherholungsgebiet für das ganze Umland. Schwimmen, Wandern, Kletterpark - kein Wunsch bleibt offen. Wir freuten uns über regionale Spezialitäten im Gasthaus direkt am See: Currywurst mit Pommes.

Stelldichein am Untreusee
Stelldichein am Untreusee
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Mit vollen Mägen strampeln wir weiter zum Bauernhof der Familie Rödel in Oberkotzau. Und wir bekommen zu spüren, warum Hochfranken Hochfranken heißt. Der Aufstieg zum Hof war nicht nur steil, sondern zieht sich ewig lang. Gefühlte zehn Kilometer geht es stetig bergauf. Aber schwächeln ist nicht. Schließlich kommen alle wohlbehalten oben an, ohne den Sattel verlassen zu haben.

Bauernhof 2
Markus Rinderspacher und Klaus Adelt mit Rödel Senior und dem Jungbauern. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Bauer Rödel Senior zeigt uns gemeinsam mit seinem Junior den Hof. Frau Rödel stellt derweil Kaltgetränke bereit. Der Familienbetrieb hat sich dem Ökolandbau verschrieben. Die Milchkühe hatten unter der langen Hitzeperiode zu leiden. Wie uns Bauer Rödel Senior berichtet, waren sie in den vergangenen Woche häufiger im schattigen Stall als bei minus 15 Grad. Und auch zu Futterengpässen kam es. Wegen der Dürre gibt es wesentlich weniger Stroh in diesem Jahr. Immer mehr Viehhalter sind zum Verkauf gezwungen, so dass der Preis beispielsweise für Kalbfleisch dramatisch eingebrochen sei.

Bauer Rödels Rinder mussten wegen der Hitze im Sommer länger im Stall bleiben.
Bauer Rödels Rinder mussten wegen der Hitze im Sommer länger im Stall bleiben.
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Adelt am Radl
Das Beste an Bergetappen ist, dass es irgendwann auch wieder runter geht. Nach der Abfahrt radelten wir zunächst gemütlich auf dem Saaleradweg nach Hof. Fränkische Idylle pur. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Die letzten Kilometer bis zur Hochschule Hof waren hart. Erste Ermüdungserscheinungen machten sich breit. Einzelne mussten gar absteigen und schieben.

Oben erwartete uns schon Hermann Hohenberger, der Geschäftsführer des Digitalen Gründerzentrums Einstein 1. Das Zentrum berät Leute, die Ideen für ein Start-Up haben. Erfolgreiche Gründungen waren beispielsweise Softwarezubehör für Computerspiele oder E-Buggies. 77 Gründer hatten bisher Kontakt zum Zentrum. Pro Woche kommt ungefähr eine neue Initiative hinzu.

Digitales Gründerzentrum
Der Geschäftsführer des digitalen Gründerzentrums Hermann Hohenberger zeigt sein Erfolgsprojekt. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Die Hochschule sei der ideale Standort für ein solches Gründerzentrum. Denn acht bis zehn Prozent der Absolventen wollten direkt nach dem Studium gründen. Rund 40 Prozent dann nach weiteren fünf Jahren, wenn sie merken, dass das Angestelltendasein nicht ihres ist. Gründerzentren sind ein echtes Erfolgsmodell. Im Herbst 2019 eröffnet das topmoderne, neue Gebäude von Einstein 1Und eins ist klar: Spätestens dann kommen wir wieder.

fünfzehnte Etappe: Aschaffenburg

Rote Radler Aschaffenburg 28.8.
Rote Radler Aschaffenburg
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Von Oberfranken aus geht es hoch in den Norden: nach Aschaffenburg. Auf dem Schlossplatz bietet sich uns ein überwältigendes Bild. Bei strahlend blauem Himmel warteten über 60 Radlerinnen und Radler auf uns. Und sie bekennen deutlich Farbe: leuchtendes Rot. „Wir für Martina“ war auf den Rücken zu lesen. Eine für alle und alle für eine - das ist in Aschaffenburg die eindeutige Devise.

Markus Rinderspacher war begeistert von der gut gelaunten und hochmotivierten Truppe rund um Martina Fehlner: „Von Aschaffenburg lernen, heißt Siegen lernen. Martina kämpft mit Herz und Leidenschaft für die eigene Stadt und Region.“
Markus Rinderspacher war begeistert von der gut gelaunten und hochmotivierten Truppe rund um Martina Fehlner: „Von Aschaffenburg lernen, heißt Siegen lernen. Martina kämpft mit Herz und Leidenschaft für die eigene Stadt und Region.“
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Oberbürgermeister Klaus Herzog gibt uns - zumindest verbal - Rückenwind aus Aschaffenburg mit. Aber auch einen Wunsch: „Um unseren Kindern den Umgang mit Computern näher zu bringen, genügt nicht die technische Ausstattung. Wir brauchen Systembetreuer an unseren Schulen, die den Kindern und Lehrerinnen und Lehrern zur Seite stehen.“

Bürgermeister Klaus Herzog, Martina Fehlner und Markus Rinderspacher (v.l.)
Bürgermeister Klaus Herzog, Martina Fehlner und Markus Rinderspacher (v.l.)
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Martina Fehlner stellt das Tagesprogramm vor: Hafen Aschaffenburg, Mittagspause im Landschaftspark Schönbusch, Schwimmbad in Stockhausen und zum Abschluss die Eder-Brauerei in Großostheim.

Damit alle Mitradlerinnen und Mitradler alles verstehen können, ist sogar ein Megafon nötig.
Damit alle Mitradlerinnen und Mitradler alles verstehen können, ist sogar ein Megafon nötig.
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Bevor es auf die Räder geht, steht noch ein Rundgang über den Markt vor dem Aschaffenburger Schloss auf dem Programm.

Die Bürgerinnen und Bürger und Marktleute freuen sich über den Besuch und suchen das Gespräch.
Die Bürgerinnen und Bürger und Marktleute freuen sich über den Besuch und suchen das Gespräch.
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Nun geht es endlich auf die Räder. Die Kolonne fährt am Schloss vorbei aus der Altstadt heraus in Richtung Hafen.
Nun geht es endlich auf die Räder. Die Kolonne fährt am Schloss vorbei aus der Altstadt heraus in Richtung Hafen.
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Nach einer kurzen Einführung geht es mit dem Rad zu einer Rundfahrt über das Hafengelände, das so groß wie 22 Fußballfelder ist.

Am Hafen empfängt uns __Stefan Grünewald__ von Bayernhafen, der Gruppe der sechs bayerischen Häfen.
Am Hafen empfängt uns Stefan Grünewald von Bayernhafen, der Gruppe der sechs bayerischen Häfen.
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Martina Fehlner und Markus Rinderspacher mit den Aschaffenburger Radlern
Martina Fehlner und Markus Rinderspacher mit den Aschaffenburger Radlern
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Nach der Schließung des Kohlekraftwerks hat der Hafen erfolgreich einen neuen Weg eingeschlagen. Eine Marktanalyse hat ergeben, dass sich angesichts der Nähe zum Spessart insbesondere der Rohstoff Holz als Transportgut anbietet. So hat sich vor mehreren Jahren die Firma Pollmeier, Europas größter Laubholzsäger, niedergelassen. Der Schiffsverkehr spielt eine große Rolle bei der Realisierung des Ziels, den Güterverkehr von der Straße zu holen. Durch die Verlagerung auf Schiene und Wasser müssen pro Tag etwa 125 LKW weniger auf der Straße fahren.

Fehlner Hafen
Blick in die Hafenanlagen. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die maximale Folter während der Radltour: ein Besuch im Freibad bei schönstem Sommerwetter, ohne dass ein Sprung ins kühle Nass möglich wäre. Die Radlerinnen und Radler tragen es mit Fassung, gab es doch zumindest eine Erfrischung in Form von Getränken.

Fehlner Freibad Stockstadt 2
Rote Radler im Freibad Stockstadt Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Fehlner Freibad Stockstadt
Gemeinsamer Einsatz für die Sanierung des Freibads in Stockstadt: Markus Rinderspacher und Bürgermeister Dieter Trageser.
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Dieter Trageser, zweiter Bürgermeister von Stockstadt am Main, berichtet von der geplanten Sanierung des Freibads, die zehn bis zwölf Millionen Euro kosten wird.

Fehlner
*Die letzte Station der Radltour war Großostheim. Bei einer Kundgebung am Marktplatz sprach Markus Rinderspacher über die aktuellen Herausforderungen für die Kommunen, besonders im Wohnungsbau.

Fehlner Eder Brauerei
Besuch in der Eder-Brauerei in Großostheim. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

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Fehlner
Es war ein toller Tag mit viel Sonne, guter Laune und großartigem Kampfgeist. Wir nehmen aus Aschaffenburg tatsächlich viel Rückenwind mit. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

sechzehnte Etappe: Eichstätt

Rote Radler Eichstätt
Rote Radler Eichstätt
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Endlich schlechtes Wetter! Sagt man ja auch nicht oft. Nach den stellenweise brutal heißen Etappen der vergangenen Wochen, sind wir heilfroh über den wolkenverhangenen Himmel hier in Gaimersheim, der uns ideale Radltemperaturen von um die 20 Grad beschert. Trotz der Wolken lacht über der Gemeinde im Einzugsgebiet von Ingolstadt die Sonne, wie uns Bürgermeisterin und Bezirkstagskandidatin Andrea Mickel sowie der Landtagskandidat für den Landkreis Eichstätt Christian De Lapuente erläutern. Zumindest in finanzieller Hinsicht. Die sehr gute Beschäftigungslage, natürlich nicht unwesentlich durch die Automobilindustrie bedingt, füllt die Gemeindekassen, was wiederum direkt den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt. Während in anderen Kommunen Bäder schließen müssen, plantscht man hier in einem nahezu neuen, die Bücherei ist kostenfrei, der Gemeindeplatz ist barrierefrei gepflastert. Und am heutigen Tag sogar (Wochen-) Marktplatz, wodurch wir uns gleich mit Proviant für die Tour eindecken können.

Rathaus Gaimersheim
Rathaus Gaimersheim
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Wir genehmigen uns noch einen kurzen Blick ins Rathaus und sind schwer beeindruckt vom historischen Arbeitszimmer der Bürgermeisterin, dem einzigen nicht klimatisierten Raum des Hauses übrigens (Andrea Mickel: „Ich wollte den alten Charme des Zimmers bewahren und nicht durch eine Klimaanlage beeinträchtigen.“). Absolut auf der Höhe der Zeit ist hingegen der Sitzungssaal des Gemeinderats. Angesichts seiner Technik, u.a. versenkbaren Bildschirmen für die Sitzungsleiter, wähnt man sich fast in der James Bond-Kommandozentrale. Es ist aber unstrittig, wer hier das Kommando führt. Als Andrea Mickel zum Ende ihrer Begrüßung allen einen „schönen Tag“ wünscht, reißt doch tatsächlich die Wolkendecke auf und macht der Sonne Platz. Respekt, Frau Bürgermeisterin!

Kandidaten Bezirks- und Landtag
Bürgermeisterin und Bezirkstagskandidatin Andrea Mickel und Landtagskandidat Christian De Lapuente
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Unser nächster Stopp ist die Weberkreuzung, die am stärksten befahrene Kreuzung im Norden von Ingolstadt. Wobei von „befahren“ weniger die Rede sein kann, sie wird vielmehr „bestanden“. Die Kreuzung wird nämlich unter Betrieb ausgebaut, was zwangsläufig zu langen Wartezeiten an den Ampeln führt. Auf zwei Jahre ist die Bauzeit veranschlagt, erklärt Lentings Bürgermeister Christian Tauer, nach denen eine deutliche Entlastung für die Verkehrsteilnehmer gewährleistet sein soll. Tauer sieht den Ausbau aber nur als Teil einer benötigten Gesamtstrategie, um dem stetig zunehmenden Verkehr Herr zu werden.

Weberkreuzung 2
freie Fahrt gibt es an der Weberkreuzung in Hepberg auf absehbare Zeit erst einmal nicht
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Anschließend steuern wir die Klinik Kösching an, allerdings weder zum EPO-Doping, noch, um Blessuren behandeln zu lassen. Die Klinik ist ein wesentlicher Stützpfeiler der Gesundheitsversorgung in der Region. Über 25.000 ambulante und ca. 17.000 stationäre Patientinnen und Patienten werden hier pro Jahr behandelt. Besonders erfreulich: Rund 1.000 Babys erblicken hier pro Jahr das Licht der Welt. Diese Leistungen erfordern eine gewaltige Manpower und genau hier liegt das Problem, wie Prokurist Marco Fürsich erläutert. Der Arbeitsmarkt bei Ärzten und Pflegekräften sei nahezu leergefegt, so dass die Klinik sogar Headhunter bemühen muss, um Personal zu finden. Dabei bietet die Klinik als Arbeitgeber beste Möglichkeiten, angefangen bei der Bezahlung und modernsten technischen Arbeitsplätzen bis hin zur Hilfe bei der Wohnplatzsuche oder bei der Kinderbetreuung.

Prokurist Marco Fürsich hat Probleme bei der Personalgewinnung. Bei der Nachwuchsgenerierung hingegen nicht.

Das kann der Ingolstädter Landtagskandidat Christoph Spaeth glaubhaft bezeugen, denn er arbeitet als Anästhesist in der Klinik. Was man ihm bei unserer Führung durch die Kardiologie und die Geburtsstation allerdings nicht anmerkt, denn einschläfernd ist die keineswegs.

Klinik Kösching 2
Landtagskandidat Christoph Spaeth und Bezirkstagandidatin Andrea Mickel Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Auch die Köschinger Bürgermeisterin Andrea Ernhofer hat mit Sicherheit kein Sedativum im Blut, als sie begeistert und engagiert vom gemeindeeigenen „familienfreundlichen Sport- und Schulbad mit Sauna“ berichtet. Ende 2019 soll das neue Hallenbad eröffnet werden, die Bauarbeiten laufen bereits. Bis es soweit war, war es allerdings ein harter, 20-jähriger Kampf, bis alle Beteiligten endlich an einem Strang zogen. Ab 2020 stehe dann die Sanierung des Freibades an, gibt sich die Bürgermeisterin optimistisch. Zwar sei ein Betrieb nicht kostendeckend möglich, aber „das ist es wert, für das, was uns das Bad an Lebens- und Freizeitqualität bietet.“

Kösching Schwimmbad
Köschings Bürgermeisterin Andrea Ernhofer stellt die Umbaumaßnahmen vor.
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Peloton Eichstätt
das Peloton
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Weitere Fotos von der Tour finden Sie auf flickr.

siebzehnte Etappe: Forchheim

Rote Radler Forchheim
Rote Radler Forchheim
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Zur vorletzten Etappe mit Fraktionschef Markus Rinderspacher durch die fränkische Schweiz starten die Roten Radler im malerischen Städtchen Ebermannstadt. Auf dem Marktplatz warten schon die Genossen mit Landtagskandidat Atila Karabag und Bezirkstagskandidatin Gerlinde Kraus. Doch bevor des mit dem Radeln losgeht, widmen sich die Radler einem Herzensthema für Tourismusregion: Ob die Menschen in der fränkischen Schweiz Urlaub machen, hängt davon ab, ob sie gute Gaststätten und Hotels vorfinden. Aber leider macht das Wirtshaussterben auch vor der Region nicht halt. Andrea Luger, Bezirksvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) schilderte den Radlern im Hotelgasthof „Resengörg“ die Sorgen und Nöte der Gastronomie: Viele Wirte und Hoteliers fühlen sich durch überbordende Bürokratie überlastet. Der Fachkräftemangel ist hier ein Thema, und viele Inhaber haben keine Nachfolger, zusammen trägt dies zum Wirtshaussterben in der Region bei. 500 Dörfer in Bayern haben schon kein eigenes Gasthaus mehr, wie Markus Rinderspacher feststellt. Er verspricht, das Thema im Blick zu behalten.

F 1 Gaststätte
Im "Resengörg" diskutierten die Roten Radler über die Situation der Gatronomie und über das Angebot "Bett und Bike" Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Für einen erfolgreichen Tourismus in der Region braucht es nicht nur Gasthäuser, sondern auch Radwege. Dafür will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (adfc) sorgen. Vorstandsbeauftragter Frank Wessel will vor allem das Angebot „Bett & Bike“ voranbringen.

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Markus Rinderspacher mit den Genossen auf dem Radl.
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Mit geschärftem Blick für die Situation von Tourismus und Radwegen starten die Roten Radler nach Pretzfeld. Hier trifft die Gruppe Bürgermeisterin Rose Stark in ihrem Rathaus. Pretzfeld hat ähnliche Probleme wie auch das unterfränkische Sommerhausen, das die Roten Radler Anfang der Woche besuchten. Es fehlt Wasser, hier für die Bewässerung der Kirsch- und Apfelbäume. Jetzt aber haben sie noch bestes Wasser aus eigenem Brunnen, aber man weiß nicht, wie lange noch. Nicht nur in Pretzfeld, sondern in ganz Franken wird der Wassermangel ein Thema für die Menschen und die Landwirtschaft sein, stellt Markus Rinderspacher fest. Auch die Kinderbetreuung ist ein Thema für Bürgermeisterin Stark. Auch sie ist für den für die Eltern kostenfreien Kindergarten. Nur müssen die Elternbeiträge vollständig vom Staat übernommen werden, sonst wird es für die Kommunen schwierig. Da trifft es sich gut, dass die SPD im Landtag genau dies will.

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Bürgermeisterin Rose Stark, flankiert von Markus Rinderspacher und Atila Karabag. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Weiter geht es nach Kirchenehrenbach, wo sie im Gasthaus Sponsel ein wirklich gutes Mittagessen kochen. Kein Wunder, dass die Gruppe noch größer wird. Bürgermeisterin Anja Gebhardt ist ein fröhlicher Mensch und begrüßt die Roten Radler überschwänglich. Sie ist eine von sechs Bürgermeisterinnen im Landkreis Forchheim - aber bei insgesamt 29 Städten, Märkten und Dörfern ist noch Luft nach oben! Doch die Gleichberechtigung kommt auch in der fränkischen Schweiz voran. Der Eintrag ins Goldene Buch ist Ehrensache für Markus Rinderspacher. Zum Bürgergespräch kommt auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz. Thema sind unter anderem die Sanierung der Mittelschule für 5,2 Millionen Euro und die Situation von Handwerk und mittelständischen Betrieben. Landtagskandidat Atila Karabag hatte sich schon zuvor in Ebermannstadt dafür ausgesprochen, mehr Abiturienten für eine Ausbildung zu begeistern. Ein Handwerksmeister verdiene unter Umständen mehr als ein Ingenieur, gab er zu bedenken.

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Und noch eine Bürgermeisterin: Anja Gebhardt in Kirchehrenbach begrüßt die Roten Radler. Mit dabei: Der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Die Stimmung bei den Radlern ist wirklich gut – nicht zuletzt, weil der Genosse Wilhelm Kraupner sich über die Geburt seines fünften Enkelkindes an diesem Morgen freut. Zur Feier des Tages lässt sich lässt sich Markus Rinderspacher in Kirchehrenbach mit dem frisch gebackenen Großvater ablichten.

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Enkelkind Nummer fünf von Wilhelm Kraupner kam am Tag der Radltour auf die Welt: Markus Rinderspacher gratulierte.
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Mit vollem Magen kommt die Herausforderung des Tages auf die Roten Radler zu. Radtour-Organisator Simon Berninger verspricht eine 13 Kilometer lange, aber ebene Strecke. Besorgte Blicke gehen zum bedeckten Himmel. Wochenlang gab es keinen Tropfen Regen, aber jetzt tröpfelt es. Doch niemand lässt sich davon beeindrucken. Simon Beringer behält Recht, die Strecke ist schön zu radeln, es läuft locker durch das schöne Wiesenttal. Dieses allerdings ist durch die sogenannte Ostspange bedroht. Zur Ortsumgehung von Forchheim soll die B470 zum Teil vierspurig ausgebaut werden – ein wahres Monstrum von Straße mit riesigen Zu- und Abfahrten, findet die Bürgerinitiative BIWO, deren Mitglieder an der Strecke auf die Radler warten. Heinrich Kattenbeck erklärt, dass wertvolle Natur zerstört wird und möglicherweise Existenzen von Landwirten bedroht sind.

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Keine Verschandelung des Wiesenttals: Demo gegen den Bau der B470 neu. Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Das rund 3600 Einwohner zählende Dorf Hausen ist überregional bekannt geworden durch die sogenannte Pilatus-Sage, nach der Pontius Pilatus, der berüchtigte Präfekt des römischen Kaisers Tiberius, dort geboren sein soll. Die Hausnummern 43 und 78 werden als mögliche Geburtshäuser genannt. Doch die Roten Radler fahren nicht dorthin, sondern direkt ins Rathaus, wo sie Bürgermeister Gerd Zimmer und den stellvertretenden Landrat Edgar Büttner treffen. Danach geht es noch ins neue Feuerwehrhaus, wo man sich gemeinsam über den Plan für den Hochwasserschutz beugt. Mehrfach wurde Hausen von Hochwasser der Regnitz überschwemmt. Zwei Schutzbauten sollen hier Abhilfe schaffen.
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Nachdenken über den besten Hochwasserschutz für Hausen.
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achtzehnte Etappe: Ebersberg

Radlkarte Ebersberg
Radlkarte Ebersberg
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Man kann uns wahrlich nicht vorwerfen, wir würden keine Traditionen hochhalten. So starten wir die Schlussetappe, diesmal im Landkreis Ebersberg, wie so oft in den vergangenen Jahren bei strömendem Regen. Um „Politik verständlich zu machen“ tritt unser Fraktionschef Markus Rinderspacher seit neun Jahren bei der Rote Radler-Tour in die Pedale, um Bayern hautnah zu erfahren und um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das ist gerade aber gar nicht so einfach, also das mit der Verständigung, denn erstens prasselt der Regen ohrenbetäubend laut auf uns hernieder und zweitens befinden wir uns am Bahnhof Kirchseeon, um mit Vertretern der „Bürgerinitiative gegen Bahnlärm“ gegen eben jenen Bahnlärm anzuschreien. Das Problem ist also sogleich klar, es wird uns gewissermaßen „vor Ohren geführt“, wie Markus Rinderspacher bemerkt. Rund 100 Güterzüge passieren täglich die Strecke, von denen jeder etwa drei Minuten lang zu hören ist. Geht der Brenner-Basistunnel erst einmal in Betrieb, werden es sogar bis zu 400 sein. Die Landtagsabgeordnete Doris Rauscher und die Bezirkstagskandidatin Bianka Poschenrieder bekräftigen die Notwendigkeit, den Gütertransport auf die Schiene zu verlagern, mahnen aber an, dass die Bahn dafür aber auch für einen ausreichenden Lärmschutz, etwa durch Lärmschutzwände entlang der Strecke zu sorgen habe. Dauerhafter Lärm stellt ein Gesundheitsrisiko dar, da dürfe man nicht mit Kosten/Nutzen-Rechnungen argumentieren, wie die Bahn es tut. Markus Rinderspacher ermuntert die „vorbildlich zivilgesellschaftlich engagierten“ Aktivisten, Druck auf den Bund, den Bundesverkehrsminister (von der CSU) und die Deutsche Bahn auszuüben und sagt zu, sich im Landtag ebenfalls einzusetzen.

Kirchseeon 1
Doris Rauscher und Markus Rinderspacher am Bahnhof Kirchseeon
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Kirchseeon 2
v.l.n.r.: Doris Rauscher, Markus Rinderspacher, Bianka Poschenrieder und Peter Pernsteiner (Gemeinderat in Zorneding)
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Fast flüsterleise hingegen ist es im Ebersberger Forst. Und das, obwohl wir direkt am Fuße eines Windrades stehen. Die Lärmemissionen werden von Windkraftgegnern gerne als Gegenargument angeführt, nur: Es trifft nicht zu. Sepp Mittermeier, einer der Organisatoren für den Betrieb des Windrads, referiert Beeindruckendes: Zehn Prozent des Strombedarfs werden im Landkreis über Windkraft abgedeckt, das Rad erzeugt 3,5 Mio Kilowattstunden, versorgt also rund 1.000 Drei-Personen-Haushalte. Und es wirft sogar ökonomischen Gewinn ab, wie Bianka Poschenrieder anfügt. Ein Ausbau der Windkraft ist dringend geboten, denn in Zukunft wird der Strombedarf aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Wärmepumpen und der E-Mobilität signifikant ansteigen. Markus Rinderspacher fordert eine umgehende Abschaffung der unseligen 10H-Regel, die dazu führte, dass 2013 noch 400 Genehmigungen für Windräder erfolgten, 2017 hingegen nur mehr deren vier.

Windrad 1
Doris Rauscher und Markus Rinderspacher
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Windrad 2
v.l.n.r.: Doris Rauscher, Markus Rinderspacher, Sepp Mittemeier, Bianka Poschenrieder
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Ganz auf Ökologie ausgerichtet sind auch die „Herrmannsdorfer Landwerkstätten“, in denen Karl Ludwig Schweisfurth seit 1984 biologisch erzeugte Lebensmittel herstellt und vertreibt. Dabei geht es ihm neben dem ökologischen Aspekt auch um eine soziale Komponente. Die Angestellten sind Handwerker und Landwirte, die am gesamten Produktionsprozess beteiligt sind und nicht – wie etwa in konventionellen Fleischfabriken – angelernte Kräfte, die tagein, tagaus stupide einen bestimmten Handgriff ausführen (müssen). Mittlerweile wirtschaften acht Prozent der Landwirte im Landkreis Ebersberg biologisch, etwa 100 Bauern aus der Region beliefern die Landwerkstätten, die die große Nachfrage alleine gar nicht mehr bewältigen könnten. Doris Rauscher und Markus Rinderspacher kritisieren in diesem Zusammenhang die Landwirtschaftsförderung, die überwiegend großen Agrarkonzernen zugute kommt, statt vorbildlich produzierenden (Klein-)Bauern. Schweisfurth mahnt: „Wir müssen wegkommen von der ausbeuterischen Landwirtschaft, denn wir leben nicht vom Supermarkt, sondern vom Mutterboden. Und der ist endlich auf dieser Erde.“ Mit Freude nimmt er einen Einstellungswechsel in der Bevölkerung wahr, Achtsamkeit und Verantwortung gegenüber der Natur nähmen zu. „Es geht hier um Lebensmittel, oder wie ich sage: Lebens-Mittel, also Mittel zum Leben.“ Die deutsche Sprache verdeutliche das sehr schön, denn nur hier und im Chinesischen würde Nahrung derartig bezeichnet, andere Sprachen redeten von „Food“, also „Futter“.

Herrmannsdorfer 1
viele Fragen...
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Herrmannsdorfer 2
...kompetent, eindringlich und charismatisch beantwortet von Karl Ludwig Schweisfurth (links)
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Wir machen uns in der Hofgaststätte selbst ein Bild und sind begeistert. Qualität schmeckt man, ohne jeden Zweifel. Für zuhause decken wir uns ausgiebig im Hofladen ein.

Herrmannsdorfer 3
Der Hofladen
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Herrmannsdorfer 4
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Gleich nebenan auf Schloss Zinneberg, einer Einrichtung der „Schwestern vom guten Hirten“, empfangen uns die stellvertretende Leiterin Gabi Fercher und die Bereichsleiterin Elke Pitzer. In Zinneberg wird Heilpädagogik betrieben, Jugendliche und junge Mütter, viele von ihnen „Sozialwaisen“, werden auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Ziel ist es, den jungen Menschen zu einem Schulabschluss und einer Ausbildung zu verhelfen. Die heilpädagogische Tagesstätte verfügt über neun Plätze, das Heim gar über 32. Dazu kommt der Mutter-Kind-Bereich. Man muss nicht vom Fach sein, um sich den immensen Betreuungsaufwand vorstellen zu können. Hier findet sich dann auch das größte Problem der Einrichtung: der Fachkräftemangel. Die Einrichtung wirbt über alle erdenklichen Kanäle, von Social Media bis zu Anzeigen in Stadteilanzeigern. Geeignetes Personal zu finden, ist jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit. Gründe seien die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung der höchst anspruchsvollen Pädagogikberufe, obwohl die Ausbildung länger dauert als eine gewöhnliche Regelstudienzeit an der Universität. Auch würden ausländische Abschlüsse zu selten anerkannt und „kriegt man doch einmal jemanden, dann gibt es keine Wohnungen“, beklagt Elke Pitzer. Ein Problem, das übrigens nicht „nur“ die Beschäftigten betrifft, sondern sich auch verheerend auf die Schützlinge auswirkt, die ohne eigene Wohnung oftmals gezwungen sind, in ihr problematisches Umfeld zurückzukehren, was den Therapieerfolg wieder zunichte machen könne.

Zinneberg 1
v.l.n.r.: Doris Rauscher, Markus Rinderspacher, Elke Pitzer, Gabi Fercher
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Leider keine Wohnungen, sondern ein Gewerbegebiet will man in Taglaching bauen. Auf drei Hektar, mitten ins Tal. Dem stellt sich die „Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal“ entgegen. Der CSU-Bürgermeister hat mit allerlei Tricks gearbeitet, etwa mit der Zurückhaltung eines negativen Gutachtens mit anschließendem Maulkorb für die verantwortliche Expertin. Die Ortsanbindung, die Ministerpräsident Söder zusätzlich aufweichen will, sei angeblich durch zwei Gebäude eines Betonwerks auf der anderen Straßenseite gegeben. Lachhaft! Dass es sich beim Taglachinger Tal um einen Biotopenverbund und ein Artenschutzgebiet handelt, scheint angesichts der erhofften Gewerbesteuereinnahmen nicht mehr von Belang. Der Schutz der Schöpfung, die Verhinderung von Zersiedelung, die Bewahrung der Kulturlandschaft finden nur in Bierzeltreden statt, in der Realität ist das Gegenteil der Fall. Markus Rinderspacher spricht den Aktivisten Mut zu, lobt das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement und erinnert an den Fall Riedberger Horn, bei dem es der Opposition gelang, die Pläne der Mehrheitspartei, Natur zu zerstören, um gewissen Leuten zusätzlichen Mammon zu verschaffen, zu durchkreuzen. „Dran bleiben!“, ruft er aus, „Bayern ist keine Monarchie mehr!“

Taglaching 1
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Taglaching 2
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Weitere Fotos von der Tour finden Sie auf flickr.