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02.07.2014

Über 1100 Schulen in Bayern noch ohne brauchbaren Internetanschluss

SPD-Expertin Annette Karl fordert Geld für ein Sonderprogramm

Über 1100 Schulen in Bayern sind immer noch nicht vernünftig ans Internet angeschlossen. Das hat die SPD-Sprecherin für den ländlichen Raum, Annette Karl, mit einer parlamentarischen Anfrage an das Kultusministerium herausgefunden. Von den 6.045 bayerischen Schulen hat über ein Fünftel nur einen Internetanschluss mit einer Bandbreite von höchstens 1 MBit/s zur Verfügung.

Karl kritisiert scharf: „Wir müssen heute unsere Kinder auf die digitale Welt von morgen vorbereiten. Dazu gehören das Internet und der verantwortungsvolle Umgang damit. Doch dafür brauchen die Schulen erst einmal Zugang zum Netz. Nicht einmal die Angebote der offiziellen Lernplattform des Landesmedienzentrums lassen sich an den unterversorgten Schulen komplett nutzen. Denn dafür wären mindestens 1,6 MBit/s notwendig. Das ist doch ein Irrsinn!“

Die oberpfälzische Abgeordnete Karl fordert deshalb ein Sonderprogramm, durch welches ausnahmslos alle Schulen Bayerns bis spätestens 2020 mit einem schnellen Breitbandanschluss ausgestattet werden. Außerdem müsse die Staatsregierung dafür sorgen, dass flächendeckend IT- Fachlehrkräfte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, um die Schüler zu unterrichten.

Mangelnde Internetversorgung von Schulen - Antwort der Staatsregierung auf SPD-Anfrage (PDF, 26 kB)

Aber nicht nur Schulen sind von mangelnden Internetanschlüssen betroffen. Es gibt ganze Regionen in Bayern, in denen der Breitbandanschluss, etwa per LTE-Mobilfunk nur auf dem Papier steht. Karl betont: "Die Realität ist aber ganz anders. Offiziell gelten Gemeinden bereits als erschlossen, wenn es in 50 Prozent des Gebiets Empfang gibt. Opfer dieser Zahlentricks sind die Bürger vor Ort, die ohne Verbindung zum Netz bleiben."

Um einen realistischen Überblick über die tatsächliche LTE-Versorgung zu erhalten, ruft Karl die Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Funklöcher zu melden. Sie hat dafür eine Postkartenaktion gestartet. Eine Rückmeldung per E-Mail an buergerbuero@annettekarl.de mit dem Betreff „Funkloch“ ist auch möglich, könnte aber vielerorts am beklagenswerten Internetausbau scheitern.

Kein Bock auf kein Netz JPG

Kein Bock auf kein Netz (PDF, 837 kB)

Bitte die Postkarte an folgende Adresse schicken:

Bürgerbüro Annette Karl, MdL
Bahnhofstraße 8
92660 Neustadt/WN

09602/2729

Karl wird die Angaben zu den jeweiligen Funklöchern gesammelt der Bundesnetzagentur sowie der Bayerischen Staatsregierung vorlegen. Es soll damit der massive Handlungsbedarf verdeutlicht werden. Gleichwertige Lebensbedingungen müssten auch und besonders im Bereich moderner Kommunikationstechnik hergestellt werden, betont die SPD-Abgeordnete.

Annette Karl

Wirtschaftspolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises der SPD-Landtagsfraktion für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie

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089 4126 2347