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12.06.2015

Bayern braucht mehr Fachoberschulen - große Lücken in etlichen Regierungsbezirken

SPD-Bildungspolitiker Güll: Die Fachoberschule und die Realschule müssen als zweite starke Säule neben dem Gymnasium zum Erreichen der Hochschulreife etabliert werden

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Martin Güll hat große Lücken bei der Versorgung mit Fachoberschulen im Freistaat angemahnt: "Es gibt etliche weiße Flecken in Bayern. In vielen Landkreisen fehlen Fachoberschulen. Realschulabgänger sind oftmals dazu gezwungen, weite Pendlerstrecken zurückzulegen oder umzuziehen." In 25 Landkreisen gibt es überhaupt keine Fachoberschule. Besonders kritisch ist die Situation in Unter- und Oberfranken, der Oberpfalz und Niederbayern (siehe Karte). In der Region Aschaffenburg teilen sich beispielsweise acht Realschulen eine Fachoberschule. Das gleiche Bild ergibt sich in der Region Passau in einem Verhältnis von neun Realschulen zu zwei Fachoberschulen.

Karte Verteilung Fachoberschule - Quantität und Qualität
Download: Foto in hoher Auflösung (Abdruck bei Quellennennung kostenfrei)

Auch was die Abdeckung mit den verschiedenen Fachrichtungen angeht, gebe es große Lücken, kritisiert Güll: "Insbesondere, wer die Ausbildungsrichtungen Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie sowie Gestaltung belegen will, hat ein echtes Problem, in unmittelbarer Nähe eine entsprechende Fachoberschule zu finden. Das ist eine unzumutbare Situation für die jungen Realschulabsolventen. Viele sind noch zu jung, um von daheim auszuziehen oder die Eltern haben nicht genug Geld, um dem Kind eine eigene Wohnung zu finanzieren."

Insgesamt müsse die Fachoberschule im Anschluss an die Realschulen als zweite starke Säule neben dem Gymnasium zum Erlangen der Hochschulreife etabliert werden, ist sich der SPD-Politiker sicher. "Weit mehr Realschüler suchen nach der mittleren Reife den Anschluss an eine Fachoberschule statt an ein Gymnasium. Unter anderem weil es trotz Übergangsjahr oft an mathematischen oder sprachlichen Voraussetzungen mangelt. Auch das unbeliebte G8 schreckt viele ab." Laut einer schriftlichen Anfrage von 2014 erreichten 51,8 Prozent der Realschüler in Bayern die Eignung fürs Gymnasium, aber nur 39,3 Prozent wechselten tatsächlich auf diese Schulform.

Gegenüberstellung: Fachoberschulen zu Realschulen in Bayern 2013/2014 (PDF, 541 kB)

Übersicht: Fachrichtungen Fachoberschulen in Bayern (PDF, 163 kB)

Karte: Standorte der Fachoberschulen in Bayern (PDF, 47 kB)

Martin Güll

Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag und bildungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion

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