Positionen

04.05.2017

Bildung muss kostenfrei sein – Familien tatsächlich entlasten!

Familien wollen frei entscheiden können, wie sie ihr Leben organisieren. Dabei möchten wir sie konsequent und zielgerichtet unterstützen. Wir sind deshalb überzeugt davon, dass Bildung kostenfrei sein muss – und zwar umfassend und von Anfang an. Gerade die oft versteckten Kosten für die Busfahrten zur Schule oder zum Ausbildungsplatz, für die Klassenlektüre oder für den Malkasten oder auch die Gebühren für Horte oder Mittagsbetreuungen machen am Ende das sprichwörtliche Kraut fett – oder den Geldbeutel leer. Der Geldbeutel darf aber nicht über die Zukunft der Kinder entscheiden, sondern ihr Können. Wir stehen dafür, dass alle Kinder mit einer guten, kostenfreien Bildung die gleichen Chancen haben. Von Anfang an.

Martin Güll und Doris Rauscher
Bildungspolitischer Sprecher Martin Güll und familienpoilitische Sprecherin Doris Rauscher

Kostenfreie Kitas

Wir wollen beitragsfreie Kitas für alle Familien. Ziel ist es, jedem Kind den Zugang zu guten frühkindlichen Bildungsangeboten zu ermöglichen – unabhängig von der Herkunft des Kindes oder der Größe des Geldbeutels der Eltern. Denn Kindertageseinrichtungen sind für uns Bildungseinrichtungen – sie müssen daher, ebenso wie der Schulbesuch, kostenfrei sein! Sie sind eine Investition in die Zukunft und der Grundstein für ein erfolgreiches Arbeitsleben. Auf lange Sicht werden der Gesellschaft damit sogar Kosten gespart. Momentan sind die Elternbeiträge für Kitas in Bayern sehr unterschiedlich. Diese Ungleichheit empfinden wir als ungerecht. Deshalb sagen wir: Die logischste Konsequenz aus diesem Kostendurcheinander ist es, frühkindliche Bildungseinrichtungen generell umsonst anzubieten!

Kostenfreier Ganztag für Schülerinnen und Schüler

Unser Ziel: Ein Rechtsanspruch auf guten Ganztag für die Schulkinder, bezahlbar, mit Öffnungszeiten, die zum Familienleben passen. Viele Studien haben gezeigt, dass guter Ganztag an Schulen ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit ist, weil er Nachhilfe überflüssig macht und den Kindern mehr Zeit zum Lernen lässt. Wir setzen auf vier Säulen: Rechtsanspruch auf eine Kernzeit von 8-16 Uhr und für die Grundschulkinder auch in den Ferien, Kostenfreiheit, Verlässlichkeit und Qualität. Diese Kernzeit muss für die Eltern kostenfrei sein – egal ob in Schule oder Hort.

Kostenfreiheit für Lernmittel und Schulbus

Eltern werden zur Kasse gebeten: Kopiergeld, Arbeitshefte, Zirkel, Schnellhefter, Taschenrechner, Atlanten, Sportkleidung, Formelsammlungen, Arbeitsmaterialien, Mittagsbetreuung, Mittagessen, Schullandheimaufenthalte, schulische Veranstaltungen und auch der Schulweg nach der 10. Klasse kosten richtig Geld. Bis zu 300 Euro pro Schüler/Schülerin. Gerade finanziell schlechter dastehende Familien werden damit noch zusätzlich zu ihren schon sehr begrenzten Mitteln nochmals besonders erheblich mit Schul- und Bildungskosten belastet. Der Geldbeutel darf nicht über die Zukunft der Kinder entscheiden, sondern ihr Können. Daher weg mit den Gebühren! Bildung ist ein Grundrecht. Das darf nichts kosten.

Beispielrechnung für die monatliche Entlastung

Kosten für durchschnittlichen Kindergartenbesuch:
117 Euro
Kosten für durchschnittlichen Krippenbesuch:
175 Euro
Kosten für Hort 6-7 Stunden:
135 Euro
Kosten für Lernmittel und Schulbus
30 Euro
Gesamtsumme der monatliche Entlastung: 457 Euro

Gerechte Politik für Familien

Kostenfreie Bildung trägt wesentlich dazu bei, Familien spürbar zu entlasten! Aber eine sozial gerechte Familienpolitik geht nach unserer Überzeugung noch deutlich weiter: So brauchen wir unter anderem mehr bezahlbaren Wohnraum, eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, ein Gegensteuern zum derzeitigen Übertrittsdruck bei Schulkindern.