Ob Kindermusical, Konzertreihe oder Street-Art: Der Kulturfonds Bayern unterstützt Projekte der freien Kulturszene im ganzen Freistaat. Völlig ungleich sind die Fördermittel jedoch auf die Regierungsbezirke verteilt. Während sich Oberbayern über 29,1 Prozent der Gelder freut, landen in Oberfranken nur 1,8 Prozent. „Die Mittel müssen regional ausgewogener verteilt werden“, fordert die SPD-Kulturexpertin Katja Weitzel. Mit einem „Runden Tisch“ will sie eine Reform des Kulturfonds anstoßen.
„Der Kulturfonds Bayern ist ein hervorragendes Instrument, um Kunstprojekte jenseits der großen Häuser zu fördern. Damit sich kulturelle Vielfalt aber überall im Land gut entwickeln kann, müssen wir die seit Jahren bestehende Schieflage bei der regionalen Verteilung der Fördermittel endlich beenden“, so die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Katja Weitzel.
Die in der heutigen Sitzung des Wissenschaftsausschusses vorgelegten Zahlen für 2025 zeigen erneut das eklatante Ungleichgewicht. Während Oberbayern mit 29,1 Prozent und die Oberpfalz mit 28 Prozent die höchsten Anteile erhalten, werden Mittelfranken mit 12,3 Prozent, Unterfranken mit 12,2 Prozent und Schwaben mit 11 Prozent der Mittel bedacht. Abgeschlagen sind Niederbayern mit 5,6 Prozent und Oberfranken mit nur noch 1,8 Prozent.
Weitzel regt an, mit einem „Runden Tisch“ eine Reform und Weiterentwicklung des Kulturfonds anzustoßen. „Gemeinsam mit Expertinnen und Experten können wir dem Kulturfonds als bedeutendes Förderinstrument ein Update verpassen und ihn noch stärker auf die Bedürfnisse der freien Kulturszene im Freistaat abstimmen.“ Nach Weitzels Vorstellung sollte die Staatsregierung im Zuge einer Reform auch ihren jahrelangen Widerstand gegen die Förderung der freien Kulturszene in München und in Nürnberg aufgeben. Bisher sind Projekte in den beiden Metropolen vom Kulturfonds ausgeschlossen.