Schluss mit dem Arbeitnehmer-Bashing!

05. Februar 2026

Es reicht jetzt: Mit der respektlosen Abwertung von Arbeitnehmern, die aktuell von Markus Söder und anderen Unions-Politikern praktiziert wird, muss sofort Schluss sein. Das fordert die SPD-Landtagsfraktion. Leichtfertiges Schleifen wichtiger sozialer Errungenschaften nützt nicht der Wirtschaft, sondern richtet nachhaltigen Schaden an. „Die arbeitende Mitte hält dieses Land am Laufen“, betont der Fraktionsvorsitzende Holger Grießhammer. „Sie verdient Respekt, Sicherheit und eine Politik, die versteht, wie ihr Alltag wirklich aussieht.“

Aktuell vergeht kaum ein Tag ohne neue Angriffe auf lang erkämpfte Arbeitnehmerrechte – von pauschaler Mehrarbeit über die Verunglimpfung der Teilzeit bis hin zu Lohnkürzungen für Kranke. Offenkundig ist in der Union ein Überbietungswettbewerb in puncto Arbeitnehmer-Bashing ausgebrochen, und Markus Söder ist an vorderster Front beteiligt. Eine Stunde Mehrarbeit pro Woche? Das hat Bayerns Ministerpräsident vorgeschlagen, einfach mal so.

Holger Grießhammer, der selbst einen Maler- und Lackiererbetrieb hat, betont: „Wer so redet, hat sich offenbar noch nie ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt. Wenn ich morgens in meinen Betrieb schaue, dann denke ich nie: Mensch, die arbeiten zu wenig. Ich sehe Menschen, die früh anfangen und die am Ende des Tages müde sind. In der Realität funktioniert Wirtschaft nicht mit Druck, sondern mit Verlässlichkeit. Nicht mit Misstrauen, sondern mit Motivation.“ Söders Vorstoß hat für den oberfränkischen SPD-Politiker mit Wirtschaftsförderung nichts zu tun. „Das ist eine Abwertung der arbeitenden Mitte.“ Denn die Menschen in Bayern arbeiten schon lange am Limit, im Schnitt 41,4 Wochenstunden. Das eigentliche Problem der Wirtschaft ist das aktuell zu geringe Arbeitsplatzangebot.

In ihrem Dringlichkeitsantrag zur heutigen Plenumssitzung fordert die SPD:

  • Es gibt keinen Grund für pauschal längere Arbeitszeiten, Söder muss diese Forderung zurücknehmen.

  • Der Lohn muss auch im Krankheitsfall voll weiterbezahlt werden. Niemand darf gezwungen sein, krank zur Arbeit zu kommen.

  • Die telefonische Krankschreibung hat sich bewährt und muss beibehalten werden. Volle Arztpraxen und ausufernde Bürokratie gilt es zu vermeiden.

  • Das Recht auf Teilzeit muss bleiben. Ein forcierter Ausbau der Ganztagsbetreuung ermöglicht denen, die es wollen, die Aufstockung ihrer Arbeitszeit.

  • Viele Beschäftigte erreichen schon jetzt nicht mehr gesund das Rentenalter – der Renteneintritt darf nicht weiter angehoben werden. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren muss bleiben. Das ist nur fair.

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