Nie wieder ist jetzt: SPD stärkt KZ-Gedenkstätten in Bayern

11. Februar 2026

Die Landtags-SPD will die Erinnerungsarbeit in Bayern voranbringen. „Ein Konzept liegt längst vor, Bund und Bayern haben Gelder eingeplant, doch im Freistaat passiert einfach zu wenig“, kritisiert Dr. Simone Strohmayr. Sie fordert, das zuständige Bauamt Freising personell zu stärken, damit der Ausbau und die Sanierung der KZ-Gedenkstätte Dachau endlich zügig umgesetzt werden können. Gleichzeitig sollen neue Besuchskonzepte jungen Menschen die NS-Geschichte altersgerecht näherbringen. „NS-Gedenkstätten sind unverzichtbare Mahnmale für Freiheit und Demokratie – dieser Verantwortung muss der Freistaat nachkommen.“

Für die erinnerungspolitische Sprecherin Dr. Simone Strohmayr ist die Sanierung und Erweiterung der KZ-Gedenkstätte Dachau – des meistbesuchten Erinnerungsorts Deutschlands mit einer Million Besucher pro Jahr – ein zentraler Bestandteil der Gedenkstättenarbeit. „Das bereits eingeplante Geld muss schnell genutzt und sinnvoll eingesetzt werden, damit die Sanierung in Dachau endlich vorankommt. Dachau steht stellvertretend für das Leid unzähliger NS-Opfer – diesen Ort wollen wir erhalten und all derer gedenken, die dort ihr Leben gelassen haben.“ Zudem soll geprüft werden, wie Genehmigungsverfahren beschleunigt werden können. Auch muss unnötige Bürokratie entfallen und Geld umgeschichtet werden, damit der Ausbau der Gedenkstätte schneller vorankommt. Langfristig setzt Strohmayr auf eine engere Abstimmung aller Beteiligten wie dem Staatsministerium, der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, den Gedenkstättenleitungen und Bauämtern – für eine effektive Umsetzung.

Strohmayr, die seit vielen Jahren in der Bildungspolitik aktiv ist, fordert zudem neue pädagogische Programme in den Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg. Sie wirbt für eine zeitgemäße Gedenkstättenarbeit, die auch digitale und interaktive Vermittlungsformen nutzt. „Die Zeitzeugen, die aus eigener Erfahrung vom NS-Regime berichten können, werden weniger. Deshalb brauchen wir neue Formate, die junge Menschen erreichen. Jeder Schritt hier ist eine Investition in unsere demokratische Zukunft.“

Für alle weiterführenden Schulen ist der Besuch in KZ-Gedenkstätten verpflichtend – dafür fordert Strohmayr ein Besuchskonzept. „Sensible Inhalte müssen Schülerinnen und Schülern altersgerecht und mit ausreichend Zeit vermittelt werden.“

Weiter fordert die SPD, die Außenlager der KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg stärker in die Gedenkstättenarbeit einzubeziehen und leichter zugänglich zu machen. Nur wenige Menschen in Bayern wissen, dass die KZ Dachau und Flossenbürg von einem dichten Netz aus 169 beziehungsweise 90 Außenlagern umgeben waren. Am morgigen Donnerstag (11. Februar) befasst sich der Bildungsausschuss im Landtag mit dem Thema.

Die SPD-Anträge in der Übersicht:

Gedenkstättenarbeit I
Gedenkstättenarbeit II
Gedenkstättenarbeit III
Gedenkstättenarbeit IV

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