Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Tatsächlich nimmt die Gewalt gegen Bahnpersonal seit Jahren zu: 82 Prozent der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter haben bereits körperliche oder verbale Angriffe erlebt, fast jeder Dritte fühlt sich im Arbeitsalltag nicht ausreichend geschützt. „Sicherheit beim Bahnfahren beginnt beim Schutz des Zugpersonals“, betont die SPD-Verkehrsexpertin Sabine Gross. Sie fordert, Zugbegleiter in Bayern künftig nur noch in Doppelschichten einzusetzen.
Im Vorfeld des heutigen Bahngipfels fordert die Landtags-SPD in einem Antrag, die Sicherheit für Zugpersonal deutlich zu erhöhen. Nach Vorstellung von Sabine Gross soll der für den Nahverkehr auf der Schiene zuständige Freistaat bei Ausschreibungen künftig eine personelle Doppelbesetzung vorschreiben: „Wer im Zug arbeitet, steht Frust und Aggression oft schutzlos gegenüber. Deshalb brauchen wir eine bessere Personalplanung und mehr Rückhalt für unser Zugbegleitpersonal. An der Sicherheit darf nicht länger gespart werden“, so Gross.
Für die Nahverkehrszüge sind die Länder zuständig, die in den Ausschreibungen nicht nur festlegen, auf welchen Strecken wie viele Züge fahren, sondern auch, welchen Stellenwert die Sicherheit hat. Aus Kostengründen wird häufig nur eine Mindestzahl an Personal eingesetzt, was die Belastung der Beschäftigten erhöht und ihre Sicherheit direkt gefährdet.
Besonders betroffen sind Regionalbahnen, in denen rund die Hälfte aller Angriffe auf Bahnpersonal stattfindet. Eine verpflichtende Doppelbesetzung bei der Zugbegleitung, insbesondere bei Nachtfahrten oder auf Strecken mit erhöhtem Sicherheitsrisiko, würde nicht nur das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten stärken, sondern auch das Risiko von Gewalttaten deutlich senken. „Der Freistaat trägt Verantwortung für sichere Arbeitsbedingungen im bayerischen Bahnverkehr. Dieser Verantwortung muss er endlich gerecht werden,“ betont Gross.