Mehr Chancengleichheit in der Wirtschaftsförderung: SPD fordert eigenen Handwerksfonds

03. März 2026

Die Landtags-SPD will Bayerns Handwerk stärken. Dazu braucht es aus Sicht von Fraktionschef Holger Grießhammer eine klare Ergänzung zur bisherigen Wirtschaftsförderung: Während die Staatsregierung allein Hightech-Start-ups im Auge hat, bleibt das Handwerk beim Zugang zu Kapital zu oft außen vor. Grießhammer fordert deshalb einen eigenen Handwerksfonds, der Betriebsgründungen erleichtert, Investitionen absichert und Unternehmensnachfolgen ermöglicht. „Wer Milliarden für Start-ups mobilisiert, muss auch Milliarden für das Handwerk einplanen. Alles andere ist eine politische Schieflage“, betont Grießhammer.

Als Malermeister mit eigenem Betrieb kennt Holger Grießhammer die Realität vor Ort: „Gerade im ländlichen Raum sichern Handwerksbetriebe viele Arbeits- und Ausbildungsplätze und tragen zur wirtschaftlichen Vielfalt bei. Gleichzeitig stehen tausende Betriebe vor der Übergabe. Ohne Förderung droht das Aus für wirtschaftlich gesunde Unternehmen. Das wollen wir mit allen Mitteln verhindern.“

Nach den Plänen Grießhammers sollen Handwerksfirmen, die bei Betriebsübergaben oder Nachfolgeregelungen Geld benötigen, vorübergehend Zugang zu Fördermitteln aus dem Wachstums- und ScaleUp-Fonds erhalten, der für innovative Technologieunternehmen aufgelegt wurde.

Mittelfristig fordert Grießhammer, auch für das Handwerk passgenaue Förderkriterien festzulegen – etwa mit Blick auf geringes Eigenkapital, familiengeführte Betriebe und nachhaltige Investitionen. So könnte die Branche von der Wirtschaftsförderung des Freistaats profitieren. Deswegen fordert die SPD von der Staatsregierung, einen eigenen Handwerksfonds aufzulegen, der bei der Finanzierung von Betriebsgründungen, Investitionen in Transformation und Modernisierung sowie Unternehmensnachfolgen unterstützt. „Förderung schafft Planbarkeit und trägt dazu bei, wertvolle Fachkräfte zu halten“, so Grießhammer. Entscheidend ist für ihn die Gleichbehandlung: So soll sich das Fondsvolumen an der Förderung für High- und Deep-Tech-Unternehmen orientieren, fair verteilt in allen Regionen Bayerns. „Innovation findet nicht nur in Start-up-Firmen statt. Das Handwerk hat hier eine tragende Rolle. Ohne die Branche gibt es keine Energiewende, keine Sanierung, keine Digitalisierung. Deshalb brauchen wir mehr Ausgewogenheit in der Förderpolitik“, sagt Grießhammer. Er will sich am Mittwoch auf der Handwerksmesse in München vor Ort einen Eindruck verschaffen.

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