Zu riskant, zu teuer und ohne Zukunft: Atomkraft ist heute weltweit auf dem Rückzug. Nur noch rund neun Prozent der Stromerzeugung stammen aus Kernkraft. Hinzu kommt: Mittlerweile ist Atomstrom die teuerste Form der Energiegewinnung. Einen SPD-Antrag, diese Entwicklung mit aktuellen Zahlen im Landtag darzustellen, hat die schwarz-orange Koalition heute im Europaausschuss abgelehnt. „Atomstrom ist ein Auslaufmodell. Wer wie Ministerpräsident Söder noch ernsthaft darauf setzt, hat die energiepolitische Realität nicht verstanden“, sagt SPD-Europapolitiker Markus Rinderspacher.
Wie eine Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt, ist Atomstrom mit 49 Cent pro Kilowattstunde deutlich teurer als Solarstrom mit 14,4 Cent pro Kilowattstunde. Markus Rinderspacher hat für die rückwärtsgewandte Haltung der Staatsregierung kein Verständnis: „CSU und Freie Wähler verweigern Fakten und blockieren Aufklärung. Das ist kein verantwortungsvolles Regierungshandeln, sondern ideologische Realitätsverweigerung. Europa braucht mehr moderne Technologie. Deshalb müssen wir jetzt den Ausbau der Erneuerbaren forcieren.“
Die Landtags-SPD fordert eine klare energiepolitische Kehrtwende statt weiterer Atomkraft-Scheindebatten. Deshalb sollte die Staatsregierung in einem Bericht offenlegen, wie sich der globale Rückgang der Atomkraft im Vergleich zu den erneuerbaren Energien entwickelt hat. Zudem fordern die Sozialdemokraten einen konsequenten Ausbau von Wind- und Solarenergie. Neue Atomprojekte und Subventionen auf europäischer Ebene lehnen sie entschieden ab.
„Seit 20 Jahren gehen mehr Meiler vom Netz als neu gebaut werden. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren – Bayern muss endlich vom Bremser zum Treiber werden“, betont Rinderspacher.