Große Enttäuschung im bayerischen Handwerk: Der von der SPD vorgeschlagene Handwerksfonds, der Betrieben die Überbrückung finanzieller Engpässe ermöglichen soll, wurde heute im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags von CSU und Freien Wählern abgelehnt. „Mit der angeblichen Liebe der Regierungsparteien zum bayerischen Handwerk ist es offenkundig nicht weit her“, resümiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Grießhammer.
Der Maler- und Lackierermeister aus Oberfranken wurde bei seinem heutigen Besuch bei der Handwerkskammer Schwaben vom Hauptgeschäftsführer und weiteren enttäuschten Kollegen mehrfach auf den Fonds angesprochen, der in der Branche offenkundig sehnlich erwartet wurde. „Schade. Ich hätte mir gewünscht, dass es in der Staatsregierung nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt“, erklärt Holger Grießhammer. „CSU und Freie Wähler werden ihrer Verantwortung für unsere Handwerksbetriebe nicht gerecht. Was für Start-ups gilt, darf fürs Handwerk nicht tabu sein: Unterstützung bei Betriebsgründungen oder -übergaben sowie bei wichtigen Investitionen.“ Viele eigentlich gesunde Betriebe geraten dabei in existenzielle Schwierigkeiten.
Der von der SPD geforderte Handwerkerfonds soll den Betrieben die Kapitalbeschaffung erleichtern. Handwerksfirmen, die bei Betriebsübergaben oder Nachfolgeregelungen Geld benötigen, sollen vorübergehend Zugang zu Fördermitteln aus dem Wachstums- und ScaleUp-Fonds erhalten, der für innovative Technologieunternehmen aufgelegt wurde. Das Handwerk ist eine der tragenden Säulen der bayerischen Wirtschaft, sichert zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze und trägt zur wirtschaftlichen Vielfalt bei.