SPD will Kulturfonds erneuern und gerechter ausrichten

29. April 2026

21,6 Prozent der Gelder für Oberbayern, 5,2 für Unterfranken: Der Kulturfonds der Staatsregierung hat eine klar erkennbare Schieflage. Schon fast traditionell werden einzelne Regionen bevorzugt, während andere zurückbleiben. Das Instrument ist aber ohnehin in die Jahre gekommen, genügt somit den Anforderungen der Kulturszene nicht mehr und bedarf einer Reform. Die SPD fordert, die überfälligen Neuerungen sofort zu starten und dafür einen „Runden Tisch“ einzuberufen.

„Der Kulturfonds ist ein wichtiges Instrument für kulturelle Vielfalt im Freistaat. In seiner jetzigen Ausgestaltung wird er diesem Anspruch aber nicht gerecht“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Katja Weitzel. „Wir brauchen eine faire, transparente und vor allem zugängliche Förderung – für ganz Bayern.“ Dafür muss die regionale Schieflage endlich beendet, die Mittel fair verteilt werden. Voraussetzung dafür sind klare und nachvollziehbare Verteilkriterien, die bislang nicht erkennbar sind. Sie sollen am „Runden Tisch“ erarbeitet werden. Nicht nachvollziehbar ist für die SPD auch, warum bislang die freien Kulturszenen in München und Nürnberg von einer Förderung durch den Kulturfonds ausgenommen sind. Das benachteiligt zahlreiche Künstlerinnen und Künstler – und sollte daher abgeschafft werden. Es darf nicht willkürlich vom Wohnort abhängen, wessen Kunst als förderwürdig gilt.

Ein weiteres Manko des heutigen Systems: Die Mindestfördersumme liegt bei 10.000 Euro – das schließt kleinere innovative Projekte von vornherein aus. Katja Weitzel schlägt daher eine Förderung per Festbetrag auch für Anträge unter 10.000 Euro vor: „Gerade kleinere Projekte entfalten oft eine enorme kulturelle Wirkung – werden aber durch die aktuelle Förderpraxis ausgebremst. Wenn selbst kleine Summen nur mit großem bürokratischem Aufwand zu beantragen sind, läuft etwas grundlegend falsch.“ Auch aus der Kulturszene selbst kommen seit Jahren klare Signale. Evaluierungen und Fachkonferenzen zeigen: Schnellere, einfachere Verfahren und niedrigschwellige Fördermöglichkeiten sind zentrale Voraussetzungen für eine lebendige Kulturlandschaft.

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