Sudetendeutscher Tag in Brünn: Ein Meilenstein zur Aussöhnung mit Tschechien

24. Mai 2026

Aussöhnung – das klappt nur mit Aussprachen. Mit persönlichen Treffen und dem Willen zur historischen Wahrheit. Für den vertriebenenpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ist daher der Sudetendeutsche Tag in Brünn, an dem er teilnahm, ein bedeutender Baustein, um die Aussöhnung mit dem Nachbarn Tschechien noch zu vertiefen. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir uns erstmals in Brünn treffen – auf Einladung der tschechischen Organisation Meeting Brno“, betont Halbleib am Schlusstag der Veranstaltung. „Hier wird die historische Aussöhnung mit Leben gefüllt.“

Die SPD-Fraktion hat bereits in der jüngsten Plenumssitzung des Bayerischen Landtags am vergangenen Donnerstag ein Zeichen gesetzt und einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, das Parlament möge sich explizit hinter den Sudetendeutschen Tag stellen und die deutsch-tschechische Aussöhnung vorantreiben – wozu ein klares Bekenntnis zur historischen Schuld der Deutschen gehört. Das Anliegen wurde von einer breiten Mehrheit demokratischer Parteien im Maximilianeum geteilt. „Es war ein langer Weg von Misstrauen, Schweigen und Verletzungen hin zu gegenseitiger Anerkennung“, erklärt Volkmar Halbleib. „Diesen Weg wollen wir entschlossen fortsetzen.“

Den nächsten Schritt bildet der traditionelle Vertriebenenempfang der SPD-Landtagsfraktion am 20. Juni. Dort werden wichtige Protagonisten des Sudetendeutschen Tages in Brünn von der Seliger-Gemeinde im Landtag mit dem Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis ausgezeichnet: Christa Naaß, die Generalsekretärin des Sudetendeutschen Tags, Dr. Bernd Posselt, Bundessprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, und die Initiative Meeting Brno. Zudem wird die Auszeichnung „Brückenbauer“ verliehen: an die Journalistin und Moderatorin Caro Matzko, die Landesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft Ruthenien im Bund der Vertriebenen in Bayern Nadja Atzberger sowie die Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Donauschwaben Bayern Stephanie Schmidmair.

Brünn
Brünn

Versöhnungsmarsch in Brno, Gedenkstein in Pohrlitz: Volkmar Halbleib, Christa Naaß, Kathrin Pollack, Libor Rouček, Helena Päßler und Bernd Klippel. (v.l.n.r.)

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