Antisemitismusprävention an Schulen: SPD beantragt Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte

07. Juni 2026

Antisemitismus darf an Bayerns Schulen keinen Platz haben! Die Landtags-SPD will den bedenklichen Tendenzen, die aus einer aktuellen RIAS-Untersuchung ablesbar sind, mit einer Fortbildungsoffensive für alle Lehrkräfte, Schulleitungen sowie die Schulaufsicht begegnen. „Oft fehlt das Wissen, Antisemitismus rechtzeitig zu erkennen und auf geeignete Weise dagegen vorzugehen“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Nicole Bäumler. Diese Erkenntnis aus der RIAS-Studie muss sofort Konsequenzen haben. Nur reden, wie es die zuständige Ministerin tut, hilft den betroffenen Schülerinnen und Schülern nicht.

„Schulen sind Orte, an denen die Werte unserer Demokratie gelebt und verteidigt werden müssen“, betont Nicole Bäumler. „Jüdische Schülerinnen und Schüler haben das Recht, sicher und ohne Angst zu lernen. Dieses Recht einzulösen, ist nicht nur eine bildungspolitische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Die neue Publikation der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS) zeigt, dass seit dem Hamas-Überfall auf Israel im Oktober 2023 der strukturelle Antisemitismus an Bayerns Schulen stark zunimmt. Jüdische Schülerinnen und Schüler sehen sich Beschimpfungen, judenfeindlichen Witzen, Schoah-Verharmlosungen und Gewaltandrohungen ausgesetzt und verbergen zunehmend ihre jüdische Identität. Besonders betroffen macht Bäumler, dass sich selbst Lehrkräfte antisemitisch äußern.

„Leider ist Antisemitismus an Schulen kein Randphänomen“, so die SPD-Bildungsexpertin aus der Oberpfalz, die einen Dringlichkeitsantrag für die nächste Sitzung des Bildungsausschusses am 18. Juni eingebracht hat. Neben einer landesweiten Fortbildungsoffensive fordert die SPD praxistaugliches und altersgerechtes Schulmaterial zum Thema sowie ein niedrigschwelliges Beratungs- und Meldeangebot für betroffene Schülerinnen und Schüler. „Ministerin Scharf fordert zu Recht mehr Prävention. Mit unserem Vorstoß kann sie ihre Ankündigungen in die Tat umsetzen.“

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