Auch wenn es in den nächsten Tagen mal wieder Niederschläge geben soll: Die Trockenheit nach der intensiven Hitzephase setzt Bayerns Landwirtinnen und Landwirten stark zu – daran können auch ein paar Tage Regen nichts mehr ändern. Vielerorts ist die Ernte gefährdet, Fische drohen an Sauerstoffmangel in ihren Teichen zu verenden, und auf bayerischen Bauernhöfen – das haben die SPD-Landwirtschaftsexperten Ruth Müller und Horst Arnold bei Vor-Ort-Gesprächen in den vergangenen Tagen erfahren – macht sich zunehmend Sorge um die eigene Zukunft breit. Die SPD fordert daher ebenso unbürokratische wie gezielte Sofortmaßnahmen, um Bayerns Landwirtschaft bestmöglich bei der Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen.
Die SPD-Landtagsfraktion hat daher drei Anträge eingereicht:
Besserer Wasserrückhalt: In Zeiten von Dürre und Starkregen ist es wichtig, das Wasser so lange wie möglich auf weite Flächen verteilt zurückzuhalten. Die SPD fordert daher Entschädigungen für freiwillige Leistungen der Landwirte, die erreichen, dass Wasser versickert statt abfließt, und die den Boden und das Klima schützen. Zwar gibt es bereits Förderansätze für Schwammregionen in Bayern – eine flächendeckende Lösung liegt jedoch nicht vor. Das will die SPD nun rasch nachholen.
Soforthilfe für Hopfenbauern: Bayerns Hopfenbauern stehen unter enormem Druck – wegen der Dürre, aber auch weil die Menschen weniger (alkoholhaltiges) Bier trinken. Gemeinschaftliche Bewässerungsanlagen könnten bei der Bewältigung der Trockenheit helfen und die Ernte sichern – diese Anlagen müssen gefördert und ihre Planungs- sowie Genehmigungsverfahren vereinfacht werden. Zudem gilt es, auf neue Trinkgewohnheiten reagieren zu können und die Produktion des immer beliebter werdenden „Alkoholfreien“ zu unterstützen. Die dafür nötige Technik ist für kleinere Betriebe oft unerschwinglich, auch hier könnten gemeinschaftliche Lösungen weiterhelfen. Hopfen ist aber auch für andere Zwecke in der Lebensmittelindustrie geeignet: Bayerns Landwirte müssen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte gezielt unterstützt werden.
Soforthilfe für Teichwirte: Wer Fische züchtet, muss bei der aktuellen Dürre erhebliche Zusatzkosten stemmen: für Belüftung, Pumpen, Notabfischungen, den Transport zu fremden Teichen zur Zwischenhaltung und im schlimmsten Fall für die Entsorgung verendeter Fische. Dafür fordert die SPD ein unbürokratisches Soforthilfeprogramm für Teichwirtschaftsbetriebe – auch für solche, die die Fischzucht im Nebenerwerb betreiben. Aktuell sind ganze Fischbestände gefährdet, das darf die Staatsregierung nicht zulassen. Im Rahmen der Beihilfe muss es auch Entschädigungsmöglichkeiten für verendete Fischbestände geben.
Ruth Müller: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte benötigen jetzt sofort unbürokratische und wirksame Hilfe. Die muss ihnen der Freistaat bieten – in unser aller Interesse. Denn wir alle leben von unserer Landwirtschaft und ihren Produkten. Die Trockenheit gefährdet die Ernte und damit ganze Existenzen. Bayern muss in seinen eigenen Wasserhaushalt investieren. Und: Bayerns Landwirte müssen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte gezielt unterstützt werden, damit der landschaftsprägende Hopfenanbau, der mittlerweile immaterielles Kulturerbe ist, in der Hallertau auch weiterhin Bestand hat.“
Horst Arnold: „Der Klimawandel ist längst Realität – für uns alle und auch auf Bayerns Feldern und Gewässern sowie insbesondere in der kulturlandschaftsprägenden Teichwirtschaft. Da hilft es nichts, die Augen zu verschließen und abzuwarten. Die Staatsregierung muss handeln. Gleichzeitig gilt es, sich langfristig für Dürre und Starkregen zu wappnen. Denn der Klimawandel wird morgen nicht enden, er wird weitergehen und sich verstärken.“