SPD: PISA-Studie ernstnehmen – weg mit Stellenmoratorium im neuen Schuljahr

11. September 2026

Schlechte PISA-Ergebnisse, steigende Schülerzahlen, aber keine neuen Lehrkräfte: Die Landtags-SPD sieht dringenden Handlungsbedarf für Bayerns Kultusministerium. „Die PISA-Ergebnisse sind mal wieder ein Alarmsignal – auch für Bayern. Wer jetzt nicht endlich handelt, nimmt die Bildungsprobleme sehenden Auges in Kauf“, sagt SPD-Bildungsexpertin Nicole Bäumler. Besorgniserregend findet sie vor allem, dass noch immer der Geldbeutel der Eltern maßgeblich über den Bildungserfolg eines Kindes entscheidet. Sie fordert ein Ende des Stellenmoratoriums und damit mehr Lehrkräfte für den Freistaat, damit Kinder von Schulbeginn an besser individuell gefördert werden können.

Vor dem Schulstart am kommenden Dienstag und mit Blick auf die verheerenden PISA-Ergebnisse erneuert die bildungspolitische Sprecherin Nicole Bäumler ihre Kritik am Stellenmoratorium der Staatsregierung. „Wenn wir nicht weiter abgehängt werden wollen, muss der Freistaat jetzt handeln! Weiter am Stellenmoratorium festzuhalten, ist Mangelverwaltung mit Ansage. Das Kultusministerium schreibt selbst in seinem Konzept, man werde den Bedarf ‚an die Situation vor Ort anpassen'. Übersetzt heißt das: Wenn das Personal nicht zum Bedarf passt, rechnet man in Bayern den Bedarf klein. Wir brauchen jetzt jede verfügbare Lehrkraft im Klassenzimmer. Jede“, betont die ausgebildete Lehrerin.

Doch das Stellenmoratorium der Staatsregierung sieht für das Haushaltsjahr 2026 keine neuen Stellen vor – auch nicht an den Schulen. Neue Lehrkräfte sind erst 2027 wieder vorgesehen. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Schülerinnen und Schüler immer weiter. „Am Dienstag sitzen mehr Kinder und Jugendliche in Bayerns Klassenzimmern als im letzten Jahr – und es gibt keine einzige zusätzliche Lehrerstelle. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, dafür braucht man kein Mathe-Abitur", so Bäumler.

Die PISA-Studie hat gezeigt, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines Kindes immer noch stark vom Elternhaus abhängt – etwa dreimal so stark wie in Kanada. „Das ist kein Bildungssystem mehr, das ist eine Sortiermaschine", sagt Bäumler. Sie fordert eine bessere individuelle Förderung von Kindern von Schulbeginn an etwa durch einen Ausbau von multiprofessionellen Teams. Dazu braucht es aus ihrer Sicht mehr Sozialpädagoginnen, Schulpsychologen, Erzieherinnen sowie mehr Sprachförderkräfte – und das verbindlich an jeder Schule. Bäumler weiß, wovon sie spricht: „Ich stand zehn Jahre im Klassenzimmer. Das Schlimmste ist, wenn man als Lehrkraft genau weiß, welche Unterstützung bestimmte Kinder und Jugendliche brauchen – und es schlicht kein Personal dafür gibt.“

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