Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Nicole Bäumler und die hochschulpolitische Sprecherin Katja Weitzel kommentieren die heute vorgestellten Reformpläne der Staatsregierung für das Lehramtsstudium im Freistaat:
Nicole Bäumler, bildungspolitische Sprecherin: "Ein Praxisjahr darf kein Lückenfüller für den Lehrermangel werden. Die Staatsregierung muss sicherstellen, dass die Studierenden durch erfahrene Lehrerinnen und Lehrer bei ihren Praxiseinsätzen begleitet werden. Durch die Reform werden zudem neue Inhalte im Studium obendrauf gepackt, ohne dass die bestehenden je auf den Prüfstand gestellt wurden. Die Staatsregierung verlängert die Regelstudienzeit, weil sie ohnehin kaum jemand einhält, nach den Ursachen fragt niemand. Ein zusätzliches Semester bedeutet für junge Menschen vor allem ein weiteres halbes Jahr ohne Einkommen."
Katja Weitzel, hochschulpolitische Sprecherin: "Niemand lernt schwimmen, indem er zweieinhalb Jahre am Beckenrand steht. Genau das mutet die Staatsregierung den Lehramtsstudierenden zu, denn das Praxisjahr beginnt erst im fünften Semester. Viele erfahren damit erst nach der Hälfte des Studiums, ob der Beruf überhaupt zu ihnen passt. Bayern hat im Lehramt ohnehin besonders hohe Abbruchquoten, und ein später Praxiskontakt verschärft dieses Problem. Hinzu kommt, dass sich junge Menschen weiterhin ab dem ersten Semester auf eine Schulart festlegen müssen, eine Orientierungsphase fehlt."