Die Ankündigungen des Bundesgesundheitsministers, die Kinderkrankentage von 15 auf 10 zu kürzen, stoßen bei der Landtags-SPD auf heftigen Widerspruch. Für die Vorsitzende des Sozialausschusses, Doris Rauscher, ist die geplante Kürzung ein weiterer Einschnitt für Familien – nach dem Wegfall des Krippengeldes, des Kindergartenzuschusses und des Familiengeldes. Sie fordert von Markus Söder, sich im Bund für den Erhalt der 15 Kinderkrankentage einzusetzen. „Ich nehme Herrn Söder beim Wort. Wer ein kinderfreundlicheres Bayern verspricht, darf nicht zulassen, dass Familien bei der Betreuung kranker Kinder weiter unter Druck geraten.“
Zugleich warnt Doris Rauscher davor, Eltern erneut unter Generalverdacht zu stellen. Die geplante Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag würde insbesondere Eltern, die ihr krankes Kind selbst betreuen wollen, zusätzlich unter Druck setzen. Betroffen wären vor allem Mütter, die heute den Großteil der Kinderkrankentage in Anspruch nehmen. „Warum bei Familien jetzt die Daumenschrauben weiter angezogen werden, ist für mich völlig unverständlich.“
Aktuell stehen Eltern gesetzlich grundsätzlich 15 Kinderkrankentage pro Kind und Elternteil zu, Alleinerziehenden 30 Tage. Diese Regelung gilt auch 2026 noch. Die verlängerte Anspruchsdauer war nach dem Ende der Corona-Sonderregelungen für 2024 und 2025 gesetzlich fortgeschrieben worden und soll nun auslaufen.
„Markus Söder hat ein neues Familiengesetz für ein ‚noch kinderfreundlicheres Bayern‘ versprochen. Gleichzeitig sollen Familien Leistungen verlieren und künftig auch weniger Zeit für die Betreuung ihrer kranken Kinder haben. Das passt nicht zusammen“, sagt Rauscher. „Wer von Vorfahrt für Familien spricht, muss Familien im Alltag tatsächlich entlasten – und darf ihnen nicht die Zeit nehmen, die sie für ihre Kinder brauchen. Kranke Kinder gehören nach Hause.“