Nach dem Hackerangriff auf die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität steht für die Landtags-SPD fest: Es muss weitreichende Konsequenzen geben – keinesfalls darf man bedauernd zur Tagesordnung übergehen. „Es ist schlimm genug, dass so etwas passieren konnte“, erklärt die SPD-Hochschulexpertin Katja Weitzel. „Noch schlimmer: Es war zu erwarten, dass das irgendwann passiert. Allem Anschein nach, sind wir nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Umso mehr müssen jetzt Taten folgen.“ Die SPD fordert daher, den Vorfall genau zu analysieren und die Uni-IT schnellstmöglich auf einen Stand zu bringen, der Hackerangriffe weitgehend ausschließt. Weitzel: „Dass die bisherige Sicherheitsarchitektur nicht ausreicht, ist ja nun hinreichend bewiesen.“
Bei dem Angriff am 16. September sind in großem Umfang Daten abgeflossen – darunter auch so persönliche wie Adressen, Bankverbindungen, Details zu Krankenversicherungen und zum BAfÖG. Insgesamt sind nach Angaben der Universität rund 600.000 Datensätze aus 50 Jahren abgeflossen. „Was für ein Fiasko: Im ungünstigsten Fall haben wir bald den gläsernen Studierenden im Netz – Datenmissbrauch inbegriffen“, warnt Katja Weitzel.
Immerhin: Bislang gibt es keine Hinweise auf Veröffentlichungen im Darknet, und auch zu einer etwaigen Erpressung ist nichts bekannt geworden. Cyber-Sicherheit ist allerdings nicht nur ein Thema für die LMU. Letztlich müssen sämtliche bayerischen Universitäten vor Hackerangriffen geschützt sein. „Dabei geht es neben persönlichen Daten auch um Forschungsergebnisse, technisches Know-how und geistiges Eigentum“, betont Weitzel.
Die SPD fordert sofortige Gegenmaßnahmen. Was zeitnahe und umfassende Informationen des Landtags über den Vorfall selbst, aber auch über die Sicherheitsstandards an bayerischen Hochschulen sowie etwaige Konsequenzen der Staatsregierung erfordert. Weitzel hat dafür einen umfangreichen Fragenkatalog erstellt und eingereicht.