Die angekündigte Streichung von 900 Arbeitsplätzen muss zurückgenommen werden. Das Nürnberger Bosch-Werk benötigt eine Zukunftsperspektive, keinen Kahlschlag. Die SPD-Landtagsfraktion fordert die Konzernführung auf, eine Lösung für die teilweise hausgemachten Probleme des Unternehmens zu erarbeiten - und erwartet von der Staatsregierung, endlich im Interesse der Beschäftigten und ihrer Familien tätig zu werden. „Der Nürnberger Markus Söder und sein Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger müssen die Zukunft des Bosch-Werks zur Chefsache machen“, so der SPD-Wirtschaftsexperte Florian von Brunn. „Arbeitsplatzabbau ist bestimmt kein geeignetes Konzept, um Bayerns Wirtschaft voranzubringen.“
Mit dem angekündigten Kahlschlag, durch den bis Ende 2029 rund 900 Menschen und ihren Angehörigen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, muss die Belegschaft ausbaden, dass die Unternehmensleitung offenkundig keinen Plan für die Zukunft hat – und die Staatsregierung auch nicht.
„Was haben Söder und Aiwanger denn unternommen, um die Arbeitsplätze zu retten?“, will Florian von Brunn wissen. „Welche neuen Produkte für das Werk sind im Gespräch – und welche Fördermittel hat Bosch bisher vom Staat erhalten? Für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik etwa. Hat die Firma im Gegenzug Zusagen gemacht, Standort und Arbeitsplätze zu erhalten?“
Von Brunn verweist auf die Zukunftskonzepte von Betriebsrat und IG Metall, in dem Nürnberger Werk künftig auf industriellen 3D-Druck, Hochgeschwindigkeits-Metallbearbeitung, Automatisierung und Sondermaschinenbau zu setzen.
„Hat sich die Staatsregierung mal ernsthaft für solche Konzepte interessiert – um die Arbeitsplätze zu retten und ein Sterben des Werks auf Raten zu verhindern?“
Die SPD fordert daher einen Standortgipfel, auf dem Söder und Aiwanger gemeinsam mit der Bosch-Konzernführung, Betriebsrat, IG Metall und Stadt Nürnberg beraten, wie sie die Arbeitsplätze retten und dauerhaft sichern können. Und erhofft sich dabei die Solidarität auch der anderen Fraktionen des Bayerischen Landtags. Einen entsprechenden Antrag haben die Sozialdemokraten eingebracht.
„Wir lassen nicht zu, dass sich CSU und Freie Wähler aus der Verantwortung stehlen“, versichert von Brunn.