Deutsche Audi-Standorte müssen Priorität haben

27. Oktober 2026

Die Audi-Mitarbeiter in Bayern benötigen eine Perspektive – und keinen Chef, der Wahlkampf für Donald Trump betreibt. Sie haben bereits in der Vergangenheit viele Einschnitte hinnehmen müssen, einen weiteren Stellenabbau darf es nun nicht mehr geben. Die SPD-Landtagsfraktion fordert daher: Zukunftschancen für die deutschen Audi-Standorte statt vorschneller Zusagen in den USA. „Premium-Unternehmen wie Audi müssen international tätig sein“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Grießhammer. „Das darf aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten in Bayern geschehen.“

Äußerst missglückt findet die SPD den Auftritt des Vorstandsvorsitzenden Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump.

„Man kann nicht Milliardeninvestitionen in den USA verkünden, die vom VW-Aufsichtsrat noch nicht einmal abgesegnet sind, während an den Mitarbeitern in Bayern gespart wird. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Holger Grießhammer. „Und wie ein solcher Wahlkampfauftritt zu werten ist, der obendrein die katastrophale Zollpolitik von Donald Trump zu Lasten unserer bayerischen Unternehmen stützt, muss der Konzern selbst entscheiden. Ich wundere mich jedenfalls sehr darüber. Das hat Audi nicht verdient.“

Es ist nun dringend Zeit für einen Standortgipfel mit dem Audi-Vorstand, dem Gesamtbetriebsrat, der IG Metall und der Stadt Ingolstadt. Diese Forderung erhebt die SPD in einem Dringlichkeitsantrag für die Plenumssitzung am Mittwoch (28.10.). Denn die Ankündigung, in den USA ein neues Werk zu errichten, steht in eklatantem Widerspruch zu den Einschnitten, die den Beschäftigten bereits abverlangt wurden.

Auch der Freistaat hat jahrelang die Zukunft des Audi-Standorts Ingolstadt unterstützt: durch den Transformationsfonds, die Hightech-Agenda, die Förderung der Ladeinfrastruktur sowie durchs Kurzarbeitergeld.

„Daraus erwächst eine besondere gesellschaftliche Verantwortung von Audi für seine Mitarbeiter“, betont die SPD-Arbeitsmarktexpertin Doris Rauscher. „Wir unterstützen die Forderung des Gesamtbetriebsrats, dass die Auslastung der deutschen Standorte höchste Priorität haben muss.“

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