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25.08.2016

Mängel am Schlachthof Landshut: SPD und Gewerkschaft NGG setzen auf bessere Arbeitsbedingungen

SPD-Abgeordnete Müller: Werkverträge sind der falsche Weg - NGG-Vertreter Haberl: Beschäftigte brauchen mehr Bindung an den Betrieb

In der Debatte um erhebliche Mängel am Schlachthof Landshut setzen die örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf strukturelle Veränderungen. Für Müller sind die Beschäftigten der wichtigste Faktor: „Bislang haben zum Beispiel die Schlachter und Fleischzerleger nur Werkverträge, sie arbeiten pro Tag viel zu lang und dadurch schleichen sich mehr Fehler ein.“

Das sieht der örtliche Gewerkschaftsvertreter Kurt Haberl genauso: „Das Kerngeschäft muss von eigenen Angestellten erledigt werden. Dadurch entsteht eine bessere Bindung der Beschäftigten an den Betrieb als bei Subunternehmern mit Werkverträgen. Und auch Schulungen in Sachen Tierwohl und Hygiene lassen sich so konsequenter und wirkungsvoller durchführen.“ Müller betont: „Ich unterstütze diese Forderung der NGG. Bei den Beschäftigten anzusetzen und ihnen bessere Arbeitsbedingungen zu verschaffen, lohnt sich für alle - gerade auch für die Verbraucher.“

Zugleich setzt die SPD-Abgeordnete generell auf härtere Strafen bei Verstößen von Lebensmittelbetrieben gegen Vorschriften: „Es ist doch absurd, wenn die Betriebe damit kalkulieren, dass eine mögliche Strafzahlung der Gewerbeaufsicht geringer ausfällt, als eine Schulung der Mitarbeiter das Unternehmen kostet. Das führt dazu, dass manche Unternehmen lieber das Risiko eingehen, mal erwischt zu werden.“

Müller macht auch den zum Teil ruinösen Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel mitverantwortlich: „Der Druck auf die verarbeitenden und auch die produzierenden Betriebe, immer günstiger zu liefern, ist enorm. Letztlich muss sich jeder Verbraucher aber bewusst sein, dass er für ein billiges Stück Fleisch immer auch mit einem höheren Hygienerisiko bezahlt - vom Tierwohl mal ganz abgesehen.“

Eine wissenschaftliche Untersuchung hatte erhebliche Mängel im Schlachthof Landshut aufgedeckt. Über Jahre hinweg attestierten die Kontrollbehörden dem Betrieb ein Schädlingsproblem. Außerdem gab es Verunreinigungen durch Bauschutt. Schweine wurden immer wieder nur unzureichend betäubt. Arbeiter berichteten von elf Stunden und mehr Akkordarbeit über Monate hinweg.

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