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24.11.2016

Woher kommt die Vogelgrippe?

SPD-Tierschutzsprecher Woerlein vermutet, dass sich die Wildvögel an den Nutztieren anstecken und nicht umgekehrt

Der Tierschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Herbert Woerlein hat ein Umdenken in der Beurteilung der Vogelgrippe gefordert. Für Woerlein, der auch Mitglied im Umweltausschuss des Landtages ist, liegt der Verdacht nahe, dass sich die Wildtiere eher bei den Nutztieren anstecken und nicht anders herum. "Im Moment glauben die Experten, dass sich die Wildtiere immer wieder untereinander anstecken und das Virus dann auf die Nutztiere übertragen wird", unterstreicht der SPD-Politiker.

Das dem wohl nicht so ist und dass die Virenweitergabe im Freiland relativ selten ist, versucht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit folgendem Beispiel zu verdeutlichen: Von den rund 150.000 im Kältewinter 2006 bei Rügen rastenden Wasservögeln starben rund 6000. Knapp 5000 davon wurden auf Vogelgrippeviren untersucht und bei 158 wurde das damals zirkulierende H5N1-Virus nachgewiesen. Würden sich Wildvögel leicht untereinander anstecken, hätten Tausende von Vögeln an dem Virus sterben müssen. Auch ist in der Zeit zwischen dem Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2014 und jetzt in ganz Europa keiner der gefährlichen Vogelgrippeviren bei Wildvögeln festgestellt worden. Hinzu kommt, dass Vogelgrippe-Viren schnell wieder aus Wildtierpopulationen verschwinden, während sich beispielsweise das N5H8-Virus nachweislich in Asien und Ägypten bei Hausgeflügel beständig hält.

"Für mich gibt es daher nur eine logische Schlussfolgerung. Und zwar die, dass das Problem bei den Nutztieren selber liegt und nicht bei den Wildtieren. Das hätte zur Folge, dass wir unsere Maßnahmen zum Schutz gegen die Vogelgrippe komplett überdenken müssen", erklärt Woerlein. "Es gibt mehrere mögliche Ansteckungspfade: Etwa die Entsorgung von Abfallstoffen aus der Massentierhaltung oder das Entsorgen von Geflügelkot oder -kadavern in Gewässer." Woerlein fordert die zuständigen Behörden nachdrücklich auf, bei der Verbreitung des gefährlichen Virus alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

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