Pressemitteilungen

05.09.2017

Neue Zahlen belegen: Wohnungsnot unter Studierenden steigt

Nur 40 statt 1200 zusätzliche Wohnraumplätze in einem Jahr in Bayern - SPD-Wohnungs- und Hochschulpolitiker Andreas Lotte und Isabell Zacharias stellen Konzept für mehr Studierendenwohnraum vor

Immer weniger Studierende in Bayern kommen in öffentlich geförderten Wohnplätzen unter. Die Quote fiel landesweit von 12,2 Prozent im Jahr 2011 auf 10 Prozent im Jahr 2016, wie parlamentarische Anfragen der SPD-Fraktion an das Innen- und Bauministerium ergeben haben. Der Wohnungspolitiker der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Lotte, rechnet vor: "Im Jahr 2016 ist die Zahl der Wohnheimplätze gegenüber 2015 um lediglich 40 angestiegen - in ganz Bayern! Dabei waren 1200 zusätzliche Plätze das angekündigte Ziel der CSU-Staatsregierung pro Jahr. Das ist eine Bankrotterklärung!"

Besonders ärgert sich die Hochschulpolitikerin Isabell Zacharias über die nachlassende Unterstützung des Freistaats in der Landeshauptstadt, wo die Mieten besonders teuer sind. Zacharias mahnt: „In München haben wir 283 Wohnplätze weniger als noch vor einem Jahr, dabei brauchen wir dringend mehr! Das macht sich auch in den Wartezeiten für ein Zimmer bemerkbar: Diese sind in den letzten Jahren von zwei auf drei Semester gestiegen."

Zacharias ergänzt: „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Rahmenbedingungen für ein Studium für viele zunehmend schwierig sind. Die Möglichkeit für ein erfolgreiches Studium setzt jedoch wirtschaftliche und soziale Sicherheiten voraus. Dazu gehört bezahlbares Wohnen.“ Letztlich gehe es darum, allen die gleichen Chancen auf Bildung zu gewähren – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. „Dafür brauchen wir mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende, den wir zielgerichtet und nachhaltig für diese Gruppe fördern“, betonen die beiden Münchner Abgeordneten.

Zacharias und Lotte
Zacharias und Lotte
Download: Foto in hoher Auflösung (Nutzung kostenfrei)

Ihr Konzept, das sie in einen parlamentarischen Antrag gegossen haben, sieht vor:

  • Eine Förderung, die sich überwiegend auf Objekte mit Gemeinschaftsküchen (statt auf abgeschlossene Einzelappartements) konzentriert und damit mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende aus einkommensschwächeren Familien ermöglicht,

  • das Schließen einer Gesetzeslücke, die es Investoren bislang erlaubt, Wohnraum für Studierende frühzeitig aus Mietpreisbindungen herauszulösen,

  • das Ziel, die Wohnplatzquote für Studierende auf 15 Prozent zu erhöhen.

Lotte betont, die gesamte Bevölkerung habe etwas von speziellem Wohnraum für Studierende: "Jeder Wohnraumplatz entlastet den gesamten Wohnungsmarkt. Und wenn stärker auf gemeinschaftliches Wohnen gesetzt wird, lassen sich die Baukosten senken."

Materialien:

Andreas Lotte

Wohnungspolitischer und forschungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion

[mehr]

Isabell Zacharias

Hochschul- und kulturpolitische, queerpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

[mehr]

089 4126 2347