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07.12.2017

SPD: Neues G9 neu denken

Bildungssprecher Güll will zukunftsweisende Ausgestaltung des neuen Gymnasiums - Zeit für selbst gesteuertes und vernetztes Lernen

Der Bayerische Landtag hat heute (7. Dezember) den Gesetzentwurf zur Einführung des neunjährigen Gymnasiums beschlossen. Der Bildungssprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzende des Bildungsausschusses Martin Güll stellt dazu fest: "Wir freuen uns, dass nun endlich entschieden ist, das G9 wieder einzuführen. Dafür haben wir über mehrere Jahre mit vielen parlamentarischen Initiativen gekämpft. Allerdings steht mit dem heutigen Tag erst der Rohbau des neuen Gymnasiums. An der Ausgestaltung muss noch gearbeitet werden."

Güll befürchtet, dass die derzeit vorgesehene "Innenarchitektur" für die Gestaltung eines Gymnasiums den modernen Ansprüchen inhaltlich nicht genügt. Deshalb hat die SPD-Fraktion in sieben Anträgen(PDF, 2,26 MB) unter dem Motto „Gymnasium neu denken“ die inhaltliche Ausgestaltung präzisiert.

Die Forderungen der SPD:

Demokratie lernen: Das Fach Sozialkunde soll bereits ab der 8. Jahrgangsstufe fest verankert und durch vielfältige und entwicklungsgemäße projektorientierte Angebote in allen Jahrgangsstufen ergänzt. Darüber hinaus müssen die Mitbestimmungsmöglichkeiten der gesamten Schulfamilie ausgebaut werden und demokratische Prozesse im Schulalltag erlebbar werden.

Digitale Lernformen in allen Jahrgangsstufen verankern: Neben informatorischer Grundbildung als Unterrichtsfach sollen digitale Lernformen in allen Unterrichtsfächern aller Jahrgangsstufen des Gymnasiums in Bayern verankert werden. Die dafür nötige technische Ausstattung wie Anbindung an das schnelle Internet und zeitgemäße digitale Endgeräte sind bereitzustellen.

Moderne Pädagogik mit selbstgesteuertem Lernen ermöglichen: Für selbstgesteuertes Lernen und Projektarbeit sollen im Wochenrhythmus fest eingeplante Zeitschienen (pro Schultag 90 Minuten) vorgesehen werden. Diesen Zeitschienen sind aus allen Fächern Stunden zuzuweisen.

Vernetztes Lernen durch Neuordnung des Lehrplans ermöglichen: In allen Jahrgangsstufen sind Lehrplaninhalte der einzelnen Fächer so festzulegen, dass vernetztes Lernen möglich wird. Die Einführung einer Kontingentstundentafel bildet dafür die notwendige Voraussetzung.

Biologie, Chemie und Geografie stärken: Die geplante Stundentafel für das künftige neunjährige Gymnasium in Bayern soll noch einmal grundlegend überarbeitet und insbesondere der Anteil von Biologie und Chemie im Bereich der Naturwissenschaften in der 11. Jahrgangsstufe und das Fach Geografie als zentrales Fach mit zahlreichen Querverbindungen in der Mittelstufe gestärkt werden.

Pädagogische Vorteile des Ganztags für das Gymnasium nutzbar machen: Die Entwicklung hin zu einem neunjährigen Gymnasium soll auch für die Chancen, die sich aus ganztägiger Bildung ergeben, genutzt werden. Dazu müssen pädagogisch hochwertige Konzepte für Ganztagsgymnasien entwickelt werden, in denen insbesondere mehr Sport und Bewegung, mehr Förderung und zusätzliche Projekte im Bereich der kulturellen Bildung implementiert werden.

Berufsvorbereitungsmodule in Mittel- und Oberstufe fest verankern: In der Mittel- und Oberstufe des neuen bayerischen Gymnasiums sollen Berufsvorbereitungsmodule fest verankert werden, um die Schülerinnen und Schüler gezielt auf den Einstieg in eine duale Ausbildung oder ein Studium vorzubereiten.

Martin Güll

Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag und bildungspolitischer Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion

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