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18.05.2018

78.000 km Stau - Neuer Rekord 2017 in Bayern (MIT O-TON)

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher gibt der CSU-Verkehrspolitik eine Mitschuld und fordert mehr Bahn statt Lkw

O-Ton: 78.000 km Stau - Neuer Rekord 2017 in Bayern

Autofahrer standen im Jahr 2017 auf Bayerns Autobahnen 16.000 Stunden im Stau, das entspricht knapp 667 Tagen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer erneut deutlichen Erhöhung von 15 Prozent. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage (PDF, 160 kB) von SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher an das Innenministerium hervor.

Rinderspacher spricht von "bayerischen Blechlawinen in gigantischen Dimensionen" und wirft der CSU-Alleinregierung "dramatische Versäumnisse in der Verkehrspolitik vor: "Bayern droht der Verkehrskollaps - und die CSU schaut tatenlos dabei zu, wie sich endlose Fahrzeugschlangen durch die bayerischen Landschaften wälzen."

Die CSU-Regierung in Bayern wie auch deren Verkehrsminister im Bund hätten es versäumt, Teile des wachsenden Lkw-Verkehrs verstärkt von der Straße auf die Schiene zu bewegen und die unterschiedlichen Verkehrsträger mit dem Ausbau von Gleisanschlüssen, Umschlaganlagen und Güterverkehrszentren besser miteinander zu kombinieren. „Wer den Schienenverkehr so vernachlässigt wie die CSU, kann über immer neue Staurekorde auf den bayerischen Autobahnen nicht verwundert sein“, betont Rinderspacher.

Die Prognose für den Schwerlastverkehr auf bayerischen Straßen zeigt einen deutlich überproportionalen Anstieg von 2007 bis 2025 um 40,1 Prozent. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 1,9 Prozent pro Jahr (Verkehrsprognose 2025 als Grundlage für den Gesamtverkehrsplan Bayern).

Insgesamt belief sich die bayerische Staustrecke in 2017 auf 78.000 Kilometer in 9.000 Staus. Das entspricht einem Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Der bayerische Autobahnstau reicht zweimal um den Erdball“, rechnet der SPD-Politiker vor, „die Strecke entspricht dem fast zehnfachen der Entfernung München-Peking.“ Jeden Tag gab es letztes Jahr in Bayern 25 Staus, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von fast einem Drittel.

Laut Antwort der Staatsregierung sind die Hauptursachen der Stauentwicklung zu 50 Prozent auf ein hohes Verkehrsaufkommen zurückzuführen, in 33 Prozent der Fälle werden Staus durch Unfälle verursacht, in 14 Prozent sind Baustellen Stauursache. Rinderspacher fordert auf neuralgischen Streckenabschnitten den Ausbau intelligenter Verkehrsbeeinflussungsanlagen einschließlich temporärer Standstreifennutzung, „damit der Verkehr besser fließt und auch bei erhöhtem Verkehrsaufkommen nicht alles zum Stehen kommt“.

Material:

  • Die Antwort auf die Anfrage enthält auch jede Menge regionalisierbare Zahlen zu einzelnen Autobahnabschnitten in Bayern: Anfrage Rinderspachers (PDF, 160 kB)

  • Die Entwicklung der Stauzahlen von 2012 bis 2016 lässt sich aus einer Anfrage aus dem vergangenen Jahr ablesen: (/workspace/media/static/stau-in-bayern-59a7ed5dd4577.pdf)

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