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11.07.2018

Offizielle Studie: Umweltgift im Blut von Anwohnern gefunden

SPD-Umweltexperte Florian von Brunn wirft Landesamt und Staatsregierung Verharmlosung

Der SPD-Umweltexperte Florian von Brunn widerspricht dem Verharmlosungsversuch des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bezüglich erhöhter PFOA-Werte im Blut der Bevölkerung des Landkreises Altötting:

„Von einer Entwarnung kann überhaupt nicht die Rede sein. Die im Blut festgestellten Werte des Umweltgifts sind mehr als besorgniserregend. Sie entsprechen im Durchschnitt dem Zehnfachen des Wertes, den das Umweltbundesamt noch für akzeptabel hält Link zum Dokument des Umweltbundesamts (Bitte beachten: Der dort angegebene Wert von 2 ng PFOA/mL entspricht 2 Mikrogramm pro Liter). Bei einigen Personen lag der Blutwert sogar noch erheblich höher. Kleinkinder - und vor allem Säuglinge - wurden bei der Studie gar nicht untersucht. Bei ihnen kann es altersbedingt noch zu viel höheren Werten kommen.“

Von Brunn ermahnt das Landesamt und die Staatsregierung scharf: „Die Verharmlosungsversuche müssen endlich aufhören. Die Menschen haben ein Recht darauf, die ganze Wahrheit zu erfahren und in Zukunft besser geschützt zu werden. Die Behauptung des Landesamts, wonach 'keine gesundheitliche Gefährdung' bestehe, ist wissenschaftlich nicht belegt. Ganz im Gegenteil: PFOA steht bereits jetzt auf der REACH-Liste der EU für besonders besorgniserregenden Stoffe. Es darf in der EU ab 2020 nicht mehr hergestellt und in den Verkehr gebracht werden."

Eine unzutreffende Aussage des Landesamts ist zudem die Behauptung, dass die Halbwertszeit von PFOA bei der Ausscheidung aus dem Körper drei Jahren betrage. Das Umweltbundesamt schreibt in offiziellen Dokumenten von "über vier Jahren" (Quelle PDF, 1,23 MB). Das bedeutet, dass das Umweltgift noch wesentlich länger in besorgniserregender Konzentration im Körper messbar bleibt.“

PFOA wurde bis zum Jahr 2006 von der Firma Dyneon im Industriepark Gendorf (Landkreis Altötting) produziert und bis 2008 dort noch eingesetzt. Rückstände dieser gefährlichen Chemikalie sind in die Umwelt und letztendlich auch ins Trinkwasser gelangt. PFOA und ihre Vorläufersubstanzen werden verwendet, um Oberflächen wasser-, öl- und schmutzabweisende Eigenschaften zu verleihen und werden deshalb in vielen Bereichen eingesetzt, beispielsweise zur Ausrüstung von Textilien und zur Veredlung von Papier.

Florian von Brunn

Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt und Verbraucherschutz der BayernSPD-Landtagsfraktion

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