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19.10.2018

SPD fordert Stärkung der Milcherzeuger in der gesamten Wertschöpfungskette

Agrarexperte Horst Arnold: Milcherzeuger müssen in ihrer Verhandlungsposition gestärkt werden – Gemeinsame Marktordnung soll hierzu die Schaffung von Branchenorganisationen der Erzeuger erleichtern

Seit dem Wegfall der Milchquote sind die Milchmärkte und -preise dem freien Markt und dem Lebensmitteleinzelhandel ausgeliefert, der immer stärker von wenigen Konzernen dominiert wird. Die Folge sind immer wiederkehrende Marktverwerfungen, einhergehend mit enormen Preisrückgängen.

Viele dieser existenzgefährdenden Notsituationen wurden in den vergangenen Jahren mit steuerfinanzierten Hilfsprogrammen entschärft, dies ist jedoch nach Ansicht des Fürther SPD-Agrarexperten Horst Arnold keine nachhaltige Lösung: „Wir brauchen zum einen ein Kriseninstrument, welches Angebot und Nachfrage in extremen Situationen auch ohne finanziellen Ausgleich in Einklang bringt. Darüber hinaus ist die Stärkung der Erzeuger in der Wertschöpfungskette entscheidend! Hier muss im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf EU-Ebene dringend die Gemeinsame Marktordnung (GMO) reformiert werden, um beispielsweise die Bildung von Branchenorganisationen auch ausschließlich durch Erzeuger zu ermöglichen!“

Besonders vor dem Hintergrund der klein- und mittelständischen Milchviehhalter muss Bayern hier handeln und Impulse setzen, nicht nur um die Strukturen zu sichern, sondern auch um den ländlichen Raum zu stärken. Aktuell wirtschaften in Bayern laut dem aktuellen Agrarbericht noch über 30.000 Milchviehhalter, in den vergangenen zwei Jahren haben bereits über zehn Prozent der Betriebe aufgegeben. Faire Preise für die Erzeuger - eigentlich eine Selbstverständlichkeit - sind derzeit nicht gewährleistet.

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