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01.02.2019

Rinderspacher fordert Schnellzüge nach Prag

Europapolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: Freistaat soll Einzelmaßnahmen vorfinanzieren

Eine schnellere Schienenverbindung der bayerischen Metropolen München und Nürnberg nach Prag fordert der europapolitische Sprecher der Landtags-SPD, Markus Rinderspacher. Aktuell dauert die Bahnverbindung von Nürnberg nach Prag länger als viereinhalb Stunden, von München nach Prag gar fünfeinhalb Stunden.

"Das Schneckentempo behindert den grenzüberschreitenden Verkehr und das Zusammenwachsen im Herzen Europas", kritisiert der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, "drei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sind die Bahnverbindungen zwischen Bayern und Böhmen immer noch so schlecht wie zu Zeiten des Kalten Kriegs." Die Folge seien auch verstopfte Autobahnen wie beispielsweise auf der A6.

Rinderspacher betont, mit einer Schnellbahn würden die Straßen entlastet und es profitierten sowohl die bayerisch-böhmische Industrie wie auch der Mittelstand. Der Donauhafen Regensburg und der Moldauhafen Prag seien wichtige Verknüpfungspunkte für die Verladung von Bahn oder Lkw aufs Schiff. Für die Mobilität der Menschen müssten Expresszüge im Zwei-Stunden-Takt eine Selbstverständlichkeit sein.

Mit Ertüchtigungsmaßnahmen wie der Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau in Abschnitten sei eine Verkürzung der Fahrzeit zwischen München und Prag auf knapp über vier Stunden machbar, so der 49-jährige SPD-Politiker. Rinderspacher fordert, der Freistaat müsse zur Beschleunigung der Maßnahmen seine Bereitschaft zur Vorfinanzierung von Einzelmaßnahmen erklären. "Wenn der Freistaat in Vorleistung geht, profitiert von den beschleunigten Maßnahmen auch der bayerische Regionalverkehr durch Fahrzeitverkürzungen", erklärt Rinderspacher.

In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage (PDF, 81 kB) Rinderspachers macht Bayerns Verkehrsminister Hans Reichart jedoch keinen Mut für zeitnahe Verbesserungen. Es seien Maßnahmen mit "Kosten zwischen 2,2 und 2,5 Milliarden Euro nötig, um eine für den Schienenpersonenverkehr maßgebliche Reduzierung der Reisezeit auf rund 4 1/4 Stunden zu erreichen", teilt der Minister mit. Von den avisierten Kosten fallen knapp zwei Drittel auf bayerischer Seite an.

Immerhin habe der Bund die Elektrifizierung der Strecken Nürnberg - Marktredwitz - Schirnding - Grenze D/CZ ("Franken-Sachsen-Magistrale") und München / Nürnberg- Landshut - Regensburg - Schwandorf - Furth im Wald - Grenze D/CZ ("Metropolenbahn") in den Vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans Schiene eingestuft.

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