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07.02.2019

Bessere finanzielle Ausstattung für die Tafeln - Ursachen für Armut bekämpfen

SPD-Sozialsprecherin Doris Rauscher: Die Gründe dafür, dass Menschen Tafeln aussuchen, müssen an der Wurzel gepackt werden

Nach dem heutigen Bericht der Staatsregierung im Sozialausschuss des Landtags zur Situation der Tafeln in Bayern fordert die Ausschussvorsitzende Doris Rauscher: „Der Staat steht in der Pflicht, die Tafeln besser finanziell auszustatten, aber auch und vor allem die Ursachen von Armut und Bedürftigkeit zu bekämpfen. Die Gründe dafür, dass Menschen Tafeln aussuchen, müssen an der Wurzel gepackt werden!“ Als Beispiele zur besseren Prävention von Armut nennt sie eine verlässliche Schuldner- und Insolvenzberatung, die Einführung einer Kindergrundsicherung und einer Grundrente sowie Maßnahmen für bezahlbares Wohnen.

Rauscher kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Politik der Staatsregierung zu einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich führe: So seien auch im reichen Bayern immer mehr Menschen armutsgefährdet, aktuell betrifft dies laut Zahlen der Staatsregierung 1,4 Millionen Menschen, darunter 245.000 Minderjährige und 450.000 über 65-Jährige. „Vor diesem Hintergrund ist es umso befremdlicher, dass das Thema Armut im Koalitionsvertrag der schwarz-orangen Regierung überhaupt nicht auftaucht“, bemängelt Rauscher.

Zu den geplanten 100.000 Euro für die Tafeln im Doppelhaushalt 2019/2020 sagt Rauscher: "Das ist viel zu wenig! Hier sollte sich die Staatsregierung ein Herz fassen und eine ordentliche Schippe drauflegen. Bei 169 Tafeln in Bayern würde jede Tafel nämlich pro Jahr gerade einmal knapp 300 Euro pro Jahr bekommen! Das reicht nicht einmal für einen ordentlichen Kühlschrank."

Ausdrücklich würdigt die SPD-Politikerin die wertvolle Arbeit der vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich in den bayerischen Tafeln engagieren: „Das ist gelebte Solidarität und Empathie.“ Zu Recht würden sie aber von der Politik eine verlässliche Unterstützung fordern.

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