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17.03.2019

Equal Pay Day: Überdurchschnittliche Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Bayern

Besonders viele Arbeitsplätze in der Industrie - Niedrigere Löhne heute bedeuten niedrigere Renten morgen

In Bayern ist der Unterschied zwischen Frauen- und Männerlöhnen überdurchschnittlich. Darauf weisen die frauenpolitischen Sprecherinnen Dr. Simone Strohmayr und Ruth Müller anlässlich des morgigen (18. März) "Equal Pay Day" hin. Mit 22 Prozent liegt er laut einer aktuellen Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung einen Punkt über dem Bundesdurchschnitt. Der Grund: Hierzulande gibt es besonders viele männerdominierte Arbeitsplätze, beispielsweise in der Automobilindustrie. "Wir brauchen deswegen einerseits eine bessere Bezahlung in typischen Frauenberufen wie Erzieherin oder Pflegerin und andererseits mehr Lohntransparenz", fordert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Simone Strohmayr.

Die jahrzehntelange Lohndifferenz spiegelt sich letzten Endes in niedrigeren Renten wider, bedauert die frauenpolitische Sprecherin Ruth Müller. Während ein durchschnittlicher Bayer 1.081 Euro Rente bekomme (Rentenzugang 2017), seien es bei einer Rentnerin gerade einmal 684 Euro. "Das bedeutet 37 Prozent Unterschied! Bei mir in Niederbayern bekommt eine Frau im Durchschnitt gerade einmal 599 Euro Rente im Monat", erklärt Müller, die aus dem Landkreis Landshut kommt. Sie hält daher die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgeschlagene Respektrente für den richtigen Weg: "Ich möchte, dass sich niemand mehr die Frage stellen muss: Frauen leben länger, aber wovon?“

Der Equal Pay Day wird jedes Jahr neu festgelegt. Es ist das Datum, bis zu dem Frauen statistisch umsonst arbeiten.

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