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29.04.2019

SPD-Antragspaket: Situation der Hebammen in Bayern verbessern

Förderprogramm für Hebammen - Abrechnungssystem für Geburten reformieren

Die SPD-Landtagsfraktion hat ein Antragspaket vorgelegt, um die Situation der Hebammen in Bayern zu verbessern. "Die Geburtenrate in Bayern steigt, gleichzeitig hat die Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren nur leicht zugenommen und die Versorgungssituation hat sich insgesamt verschlechtert", erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ruth Waldmann. Die SPD-Fraktion fordert daher unter anderem ein Förderprogramm, um den Betreuungsschlüssel in den Geburtshilfestation zu erhöhen. "Die Staatsregierung hat mit ihrem 'Förderprogramm Geburtshilfe' zwar den richtigen Weg eingeschlagen, die Situation ist aber noch lange nicht im Griff", erklärt Waldmann. "Hier müssen deutlich mehr Anstrengungen unternommen werden!"

Gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann auf der Pressekonferenz am 29.04.2019 (im Hintergrund: Heike Giering)
Gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann auf der Pressekonferenz am 29.04.2019 (im Hintergrund: Heike Giering)
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Ein wichtiger Aspekt, um die Situation insbesondere der so genannten Beleghebammen (Hebammen, die als Freiberuflerinnen individuell mit den Krankenhäusern abrechnen) zu verbessern, ist eine Neuregelung der Geburtsfinanzierung. "Beim derzeitigen Abrechnungssystem besteht die Gefahr, dass Anreize für unnötige Eingriffe geschaffen werden", erklärt Waldmann. So können Krankenhäuser für reguläre Geburten in Bayern im Jahr 2018 1.953 Euro abrechnen, für einen Kaiserschnitt 3.057 Euro. Die durchschnittliche Kaiserschnittrate in Deutschland ist von 15 Prozent im Jahr 1999 auf rund 32 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. Bayern hat mit die höchste Kaiserschnittrate aller Bundesländer.

"Für die Hebammen wiederum ist jeder Kaiserschnitt verlorenes Geld, da er vom Arzt durchgeführt wird", erklärt langjährige Hebamme und Fürther SPD-Stadträtin Heike Giering. "Dabei sind die Hebammen bei einem Kaiserschnitt aber keinesfalls außen vor. In der Vor- und Nachsorge sind sie bei einem Kaiserschnitt genau so gefragt wie bei einer natürlichen Geburt. Im Endeffekt wird die werdende Mutter fast die ganze Zeit von der Hebamme betreut, die teilweise sogar mehr Arbeit hat!" Die Devise müsse lauten "Geburtshilfe statt Geburtsmedizin" so Waldmann. "Damit helfen wir nicht nur den Hebammen, sondern vor allem auch den Müttern, die sich in den allermeisten Fällen eine natürliche Geburt wünschen."

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