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24.05.2019

Rinderspacher will mehr Schüleraustausch in Europa

Landtagsvizepräsident: Austauschprogramme und Schulpartnerschaften seit Jahren rückläufig - Frankreich ist das beliebteste Partnerland

Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher fordert mehr Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung zur Stärkung von Schüleraustauschprogrammen. Laut einer parlamentarischen Anfrage (PDF, 5,12 MB) des europapolitischen Sprechers der SPD-Fraktion geht der Schüleraustausch seit Jahren zurück.

Im Schuljahr 2017/18 haben 30.459 bayerische Schülerinnen und Schüler an internationalen Austauschmaßnahmen teilgenommen, was einem Rückgang von 6,35 Prozent innerhalb von zwei Jahren entspricht. Auch die Zahl der bayerischen Schulpartnerschaften ist binnen zwei Jahren um 3,34 Prozent auf 1.854 Partnerschaften zurückgegangen. Insgesamt haben 2017/2018 nur 1,82 Prozent aller bayerischen Schülerinnen und Schülern von einem Austauschprogrammen profitiert (gegenüber 32.524 Schülerinnen und Schülern oder 1,94 Prozent in 2015/2016). Davon entfielen auf das Gymnasium 21.929 Schülerinnen und Schüler, auf die Realschulen 3.572, auf die Grund- und Mittelschulen 1.350, auf die Berufsschulen 1.367 und auf die Fachoberschulen 789 Schüler. Die übrigen 1.452 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus verschiedenen anderen Schularten.

2017/18 haben also – bemessen auf die jeweilige Gesamtschülerzahl der Schulart – an Grundschulen insgesamt 0,01 Prozent an Austauschmaßnahmen teilgenommen, an Mittelschulen 0,47 Prozent, an Berufsschulen 0,51 Prozent, an Fachoberschulen 1,6 Prozent, an Realschulen 1,62 Prozent und an Gymnasien 6,9 Prozent.

Beim Schüleraustausch ist Frankreich das beliebteste Partnerland. An zweiter Stelle in der Rangliste steht Italien, gefolgt von England, Spanien und den USA. An sechster und siebter Stelle stehen Tschechien und Polen. "Bei Gastfamilien zu sein und an einer ausländischen Schule zu lernen, baut Vorurteile ab, stärkt die Persönlichkeit und das europäische Wertebewusstsein. Andere Kulturkreise kennenzulernen, öffnet das Denken und lässt globale Zusammenhänge besser verstehen", erläutert Rinderspacher. Der 49-jährige betont, dass die zumindest einmalige Teilnahme an einem Schüleraustausch während der Schullaufbahn eher die Regel als die Ausnahme sein sollte.

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