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21.05.2019

Hälfte aller "Einschulungskorridor"-Kinder sollen nach Willen der Eltern später eingeschult werden

SPD-Bildungsexpertin Dr. Simone Strohmayr: Fehlende Hortplätze und Angst vor Stress vermutlich ausschlaggebend

Die Hälfte aller Kinder, die im sogenannten "Einschulungskorridor" Geburtstag haben, sollen nach Willen der Eltern noch nicht eingeschult, sondern noch ein Jahr im Kindergarten betreut werden - das hat das Kultusministerium jetzt eingeräumt. Für die bildungspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr sind die Gründe sieht die Begründung dafür bei Leistungsdruck in der Grundschule und Hortmangel, sie fordert ein radikales Umdenken für die Grundschule. "Es darf nicht sein, dass die Grundschule offenbar so ein Schreckgespenst für viele Eltern ist", betont Strohmayr. "Hier muss die Staatsregierung endlich umdenken und ein zeitgemäßes pädagogisches Konzept entwickeln. Die Eltern wissen genau, welcher Stress spätestens im dritten Schuljahr, meistens schon früher, auf die Kinder zukommt. Obendrein ist die Hortversorgung in Bayern nach wie vor mangelhaft - es haben mehr Kinder einen Ganztags-Krippenplatz als Grundschulkinder eine gesicherte Nachmittagsbetreuung. Da ist es völlig logisch, dass die Eltern ihre Kinder lieber noch im Kindergarten lassen, obwohl das Kind vielleicht schon längst Grundschulreife hat."

Obendrein sei der plötzlich eingeführte Einschulungskorridor ein riesiger Stresstest für die Kitas. "Wenn fünf Kinder einer Gruppe, die eigentlich in die Grundschule gehen sollten, jetzt doch noch in der Kita bleiben, wird dadurch nicht eine Erzieherin zusätzlich eingestellt. Die Folge: Eltern von Kindern, die eigentlich in den Kindergarten nachrücken sollten, bekommen jetzt möglicherweise Absagen. Die Minister Piazolo und Schreyer sind aufgefordert, hier gemeinsam mit den Kommunen vernünftige Lösungen zu finden!"

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