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21.08.2019

SPD-Anfrage: Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen in Bayern

Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den Förderzentren und Schulen mit dem Schulprofil Inklusion ist in den vergangenen drei Schuljahren um knapp 13.000 angestiegen

Immer mehr Schülerinnen und Schüler haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf, zeigen also Beeinträchtigungen in den Bereichen Hören, Sehen, Motorik, Lernen, Geistige Entwicklung, Sprache und Verhalten. Insgesamt ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf laut Kultusministerium um fünf Prozent angestiegen. Betrachtet man allerdings nur die Schülerzahlen an den relevanten Förderzentren und Schulen mit dem Schulprofil Inklusion, an denen diese Schüler zum Großteil unterrichtet werden, gab es einen Zuwachs von über 20 Prozent. In absoluten Zahlen nämlich von 62.769 Personen im Schuljahr 2016/17 auf 75.536 Personen im Schuljahr 2018/19. Diese alamierenden Zahlen zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion.

"Die Zahlen müssen ein Weckruf an die Staatsregierung sein!", erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Margit Wild. "Der enorme Zuwachs an Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf der einen Seite und der große Lehrkräftemangel auf der anderen Seite führen zu einer ganz schwierigen Situation. Besonders an den Grund-, Mittel- und Förderschulen. Es leiden zuerst die schwächsten, nämlich die mit besonderen Förderbedarfen. Gleichzeitig bringt es Lehrkräfte an ihre Grenzen, weil sie sich ja nicht nur um diese Kinder kümmern können, sondern auch alle anderen gut fördern müssen."

Die SPD-Fraktion fordert:

  • Inklusion muss Chefsache werden, der Minister persönlich muss sich diesem Themenfeld annehmen
  • Wir brauchen eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Ursachen dieser sich ständig enorm erhöhenden Fallzahlen
  • Die Ausstattung der Schulen mit multiprofessionellem, pädagogischen Kompetenzen muss verdoppelt werden

Material:

Anfrage sonderpädagogischer Förderbedarf (PDF, 1,11 MB)

089 4126 2347